Fahrer soll Kinder stehengelassen haben
Ärger auf der Buslinie R 63 behoben

Münster-West -

Ärger um einen Busfahrer der Linie R63: Er soll - so lautet der Vorwurf der Mutter - Kinder an der Bushaltestelle stehengelassen haben. Das verantwortliche Busunternehmen übertrug die Linienführung nun einem anderen Subunternehmer. Ob die Vorwürfe dazu führten, ist unklar.

Freitag, 01.12.2017, 18:12 Uhr

An der Bushaltestelle „Pantaleonstraße“ soll ein Busfahrer regelmäßig Schüler stehen gelassen haben.
An der Bushaltestelle „Pantaleonstraße“ soll ein Busfahrer regelmäßig Schüler stehen gelassen haben. Foto: kbö

Verständnislos schüttelt die Gievenbeckerin den Kopf. Sie ist sauer, klagt in einer lokalen Gruppe eines sozialen Netzwerks über vereinzelte Praktiken eines Busfahrers der Linie R 63, die zwischen Nottuln und Münster verkehrt. Dieser Fahrer soll sich wiederholt geweigert haben, Schulkinder mitzunehmen. Verschiedene Male soll er sogar an der Bushaltestelle „Pantaleonstraße“ in Roxel „mit provokanten Gesten“, wie die Gievenbeckerin verärgert sagt, vorbei gefahren sein.

Ihre Kinder besuchen den Roxeler Schulcampus und fahren täglich mit verschiedenen Linien von Gievenbeck nach Roxel und wieder zurück. Nach Schulschluss sputen sich die Kinder, um aus verschiedenen Gründen – unter anderem wegen der Zeitersparnis beim Umsteigen in Gievenbeck – die R63 Richtung Münster zu erwischen.

Zumeist klappte dies bislang auch. Offensichtlich gibt es aber einen Busfahrer, der dienstagmittags auf dieser Strecke fuhr und einen Bogen um die wartenden Kinder machte. Will heißen: Er hielt an der Bushaltestelle erst gar nicht an, obgleich er es hätte müssen.

Die Gievenbeckerin zitiert aus Erzählungen ihrer Kinder: „Das Fahrer hat sogar schon mal die Richtungsanzeige im Display auf ,Kein Einstieg´ geändert.“ Die Kinder seien dann an der Kirche vorbei in Richtung Bushaltestelle „Roxel Mitte“ gerannt, um die R63 doch noch zu erwischen. Dort sei das Display wieder auf „Münster Hauptbahnhof“ umgestellt worden. Andere Passagiere hätten indes im betreffenden Bus gesessen.

An einem anderen Tag habe sich der selbe Busfahrer geweigert die Schulkinder mitzunehmen mit dem Verweis, der Bus sei nur für Ältere bestimmt. „Dass ich nicht lache, muss man demnächst auch noch seinen Ausweis vorzeigen, wenn man Busfahren möchte?“, fragt die Gievenbeckerin, die namentlich nicht genannt werden möchte.

Der Reisedienst Veelker mit Hauptsitz in Ochtrup zeichnet verantwortlich für die Buslinie R63 und hat diesbezüglich einen Subunternehmer beauftragt, die Strecke zu bedienen. „Aus internen Gründen haben wir dem betreffenden Subunternehmer den Auftrag der Linienführung R63 entzogen“, sagte am Freitag Franziska Frie vom Reisedienst.

Inwiefern die von der Gievenbecker Mutter erhobenen Vorwürfe stimmten, wäre zwar nicht in Gänze nachzuprüfen. „Wir sind aber stets bemüht, solchen Beschwerden so schnell wie möglich auf den Grund zu gehen.“ Wer Beschwerden habe, könne sich jederzeit vertrauensvoll an das Unternehmen wenden.

Das Unternehmen arbeite akribisch daran, solche Vorfälle zu vermeiden. „Dafür werden die Fahrer intensiv geschult.“ Und: „Ab sofort haben wir den Auftrag einem anderen Unternehmen übertragen.“

Unverantwortlich findet auch Reiner von Borzyskowski, Leiter der Friedensreich-Hundertwasser-Schule, das Verhalten des Busfahrers, so es denn der Wahrheit entspreche: „Sobald wir von so etwas Kenntnis erhalten, nehmen wir sofort Kontakt zu den jeweiligen Busunternehmen auf.“ Die Zusammenarbeit mit diesen sei ausgesprochen gut.

Kommentar zum Thema

Es ist Vorsicht geboten, schnell kann es zu Vorverurteilungen oder falschen Verdächtigungen kommen. Schilderungen von Schülern, die von Konflikt-Situationen mit Busfahrern berichten, bedürfen einer sensiblen Behandlung und vor allem auch einer genauen Prüfung. Ein Vorfall vor zwei Wochen untermauert dies: Eine Frau aus Heek (Kreis Borken) hatte sich in einem sozialen Netzwerk beschwert, dass der Busfahrer ihre Tochter nicht habe mitnehmen wollen. Diese habe zwölf Kilometer zu Fuß bis nach Hause laufen müssen. Ein medialer Aufschrei folgte. Video-Aufzeichnungen bewiesen das Gegenteil, den Fahrer traf keine Schuld.

Im jetzt vorliegenden Fall dürfte die Sache anders aussehen. Das rasche Handeln des Bus-Unternehmens lässt vermuten, dass da noch mehr war, als die Vorfälle an der Pantaleonstraße. Aber auch der Fall allein – so er sich denn so zugetragen hat – zeigt: Ein solches Verhalten des Fahrers ist verantwortungslos. Schüler hetzen bis zur Bushaltestelle „Roxel Mitte“ und müssen dabei die zu dieser Mittagszeit viel befahrene Pienersallee queren. Wie schnell kann es da ob der Eile zu einem Unglück kommen. Busfahrer haben diesbezüglich eine Verantwortung, der sie nachkommen müssen. Weitsicht ist gefragt. / Kay Böckling

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