Vorwurf: LEG unternehme nichts gegen Eichenprozessionsspinner an Spielflächen
Eltern sind sauer auf Vermieter

Münster-Angelmodde -

Der junge Vater ist ärgerlich: „Ich spreche auch für einige andere Familien“, sagt der Angelmodder, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Unsere Kinder sehen aus wie die Streuselkuchen.“ Der Hintergrund der Aussage ist ernst: Mehrere Jungen und Mädchen in seiner Umgebung haben Hautausschlag, der offenbar von den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners herrührt.

Dienstag, 02.07.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 02.07.2019, 18:46 Uhr
Foto: isa

Wie berichtet, ist diese Raupe zurzeit an vielen Stellen in Münster aktiv und führt zu starken allergischen Reaktionen. Den betroffenen Angelmodder Familien ist gemeinsam, dass sie im Umkreis der Theodor-Heuss-Straße wohnen und Mieter der Immobiliengesellschaft LEG sind. „Die LEG unternimmt nichts gegen die giftige Raupe“, so der Vorwurf des Vaters.

Tatsächlich gehört das Wohngebiet „Waldsiedlung Angelmodde“ zu den größeren Objekten der Immobiliengesellschaft LEG in Münster. Sie vermietet dort rund 240 Wohnungen in verschiedenen Größenordnungen. Zum Bestand gehört ein größerer Wohnblock mit dreigeschossigen Häusern an der Theodor-Heuss-Straße 10 bis 20. Dahinter befinden sich eine Grünanlage und Kinderspielbereiche, die unter anderem befallen sein sollen. Mehrere alte Eichen säumen die Spielbereiche, und tatsächlich sind an einigen Stämmen Gebilde sichtbar, die vom Eichenprozessionsspinner stammen könnten. Warnschilder sucht man vergeblich.

Mehrere Fenster und Balkontüren von Wohnungen stehen weit offen, die in Richtung der Grünanlagen liegen. Eine Frau schaut aus dem Fenster. Ob sie nicht wisse, dass der Wind Brennhaare der Raupe in die Wohnung wehen kann? Sie wisse Bescheid, nickt sie, sehe aber keine andere Lösung: „Die Luft in der Wohnung steht“, sagt sie. Die LEG kümmere sich nicht, bekräftigt auch sie. „Nur die Miete muss pünktlich da sein.“

Bei der Immobiliengesellschaft ist man sich offenbar keiner Schuld bewusst: „Wir reagieren auf Mietermeldungen zu Eichenprozessionsspinnern immer sofort, indem wir umgehend unsere Schädlingsbekämpfer mit der Entfernung beauftragen“, teilt eine LEG-Sprecherin auf Anfrage unserer Zeitung mit. „Da in den Monaten April und bis Anfang Juli die meisten Meldungen bei uns eingehen, können unsere Schädlingsbekämpfer nur nach und nach sämtliche Standorte anfahren und die Nester entfernen.“ Im Bereich der Waldsiedlung gebe es „mehrheitlich Buchen und Birken, dazwischen einige Eichen“, so die Einlassung der LEG weiter. „Für diesen Bereich haben wir nach einer Mietermeldung am 26. Juni die Entfernung beauftragt.“

Offenbar ohne durchgreifenden Erfolg, wie einige Mieter kritisieren. Nun will die Immobiliengesellschaft noch einmal aktiv werden. „Unser Hauswart wird dort morgen unsere Eichen noch einmal in Augenschein nehmen, ob weitere Nester vorhanden sind“, verspricht die Sprecherin. Zugleich sei man „jedem Mieter dankbar, der uns seinerseits neue Nester meldet, um immer schnellstmöglich tätig zu werden“.

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