Pfarrer Hartmut Hawerkamp verlässt nach fast 18 Jahren die Friedenskirchengemeinde
Auf der Schwelle nach Afrika

Münster-Angelmodde/Gremmendorf -

Pfarrer Hartmut Hawerkamp wird von der Evangelischen Kirche Deutschlands in Kenias Hauptstadt Nairobi entsandt. Bereits in wenigen Wochen wird er mit seiner Familie dorthin übersiedeln.

Dienstag, 21.05.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 22.05.2019, 17:24 Uhr
Pfarrer Hartmut Hawerkamp auf der Schwelle: Der evangelische Geistliche wird von der Evangelischen Kirche Deutschlands in Kenias Hauptstadt Nairobi entsandt. Bereits in wenigen Wochen wird er mit seiner Familie dorthin übersiedeln. Foto: isa

Die ersten Kisten sind gepackt. „Und wir haben auch schon ein Liste mit Dingen gemacht, die wir vor der Abreise unbedingt noch erleben möchten“, berichtet der Pfarrer der Friedensgemeinde Angelmodde/Gremmendorf, Hartmut Hawerkamp . Unter anderem plant er, mit der ganzen Familie demnächst ein paar Tage zusammen auf Borkum zu verbringen. In wenigen Wochen starten Hawerkamp, seine Frau Sabine Gottschalk und die beiden gemeinsamen Kinder dann in Richtung Kenia. In der Hauptstadt Nairobi tritt Hawerkamp am 1. September eine Stelle als Pfarrer in der „Evangelisch-Lutherischen Gemeinde deutscher Sprache“ an. Entsandt dorthin wird er von der Evangelischen Kirche Deutschlands. Zunächst für sechs Jahre.

Schon lange keimte der Gedanke an eine Übersiedlung in den Köpfen von Pfarrer Hartmut Hawerkamp und seiner Frau Sabine Gottschalk. Kontakte in das afrikanische Land gibt es seit Langem. So war Sabine Gottschalk von 2001 bis 2004 als Diplom-Sozialpädagogin im Rahmen des Zivilen Friedensdiensts in Kenia tätig.

Beide Eheleute schätzen das afrikanische Land. „Die Landschaft von der Wüste bis zum Regenwald ist sehr abwechslungsreich“, schwärmt Hawerkamp. Und in den Begegnungen mit vielen Kenianern habe er stets eine große Menschenfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft erfahren. „Es ist faszinierend, mit welcher Lebendigkeit und Energie die Menschen sich den nicht ganz einfachen Lebensbedingungen stellen“, berichtet der Pfarrer. „Wenn sich einmal die Möglichkeit eröffnet“, so habe die Familie seit langem gedacht, „gehen wir dorthin.“

Nun ist es soweit. Trotzdem verlässt Hawerkamp Münster mit gemischten Gefühlen: „Es ist ja nicht so, als würde mir hier etwas nicht gefallen.“ Fast 18 Jahre lang war er Pfarrer an der Friedenskirchengemeinde. „Hier habe ich geheiratet, hier sind meine Kinder geboren und aufgewachsen“, gibt er zu bedenken. Dennoch reizt es die Familie, „die Normalität zu unterbrechen und etwas ganz Neues anzufangen“.

Und was sagen die achtjährige Freya und der zehnjährige Falk zu dem Projekt? „Unsere Kinder schwanken zwischen Freude und Skepsis“, erklärt Hawerkamp. „Wir haben ihnen schon viel über Kenia erzählt, und jetzt gestalten wir den Abschied gemeinsam“. Auch ein Ausreiseseminar wird zusammen besucht.

Der Umzug wird sehr viel Neues bringen. In Nairobi leben rund vier Millionen Menschen, ein großer Teil davon in Slums. Mehrere Tausend Deutsche verteilen sich auf die kenianische Hauptstadt, viele davon sind Botschaftsangehörige, Lehrer und Angestellte deutscher Firmen. Die beiden Kinder der Familie Hawerkamp werden die internationale Michael-Grzimek-Schule besuchen, die Jungen und Mädchen vom Kindergarten bis zum Abitur aufnimmt. Dort wird Pfarrer Haverkamp auch Religionsunterricht erteilen. Die Schule beginnt bereits im August.

Wohnen wird die Pfarrerfamilie auf einem großen Areal, das aus Sicherheitsgründen mit einer Mauer umgeben ist. Die Deutsche Botschaft ist ganz in der Nähe. Für Gottesdienste, Taufen und andere Veranstaltungen steht eine große Begegnungshalle zur Verfügung, in der etwa 150 Personen Platz haben. Das Gemeindeleben ist stark ökumenisch ausgerichtet.

Von der Friedenskirche wird sich Hartmut Hawerkamp am 7. Juli (Sonntag) verabschieden. Um 16 Uhr findet ein Gottesdienst statt, zu dem alle Interessierten eingeladen sind. Anschließend wird es einen Empfang im Gemeindehaus geben.

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