Rolf Blume kümmert sich als Schiedsmann um vorgerichtliche Einigungen
Wenn das Laub des Nachbarn nervt

Münster-Angelmodde -

Egal ob das Laub des Nachbarn nervt, ob gegenüber ständig Musik dröhnt oder vom Holzkohlegrill nebenan dicke Rauchschwaden herüberziehen – in all diesen Fällen ist Ärger vorprogrammiert. Dennoch muss nicht gleich das Gericht eingeschaltet werden. Im Gegenteil: Hier ist ein Schiedsmann oder eine Schiedsfrau gefragt. Der neue Schiedsmann für Angelmodde heißt Rolf Blume.

Mittwoch, 21.03.2018, 00:03 Uhr

Seit dem vergangenen Herbst ist Rolf Blume Schiedsmann für den Bezirk Angelmodde. Er folgt auf Hans-Peter Horst, der das Amt zehn Jahre lang innehatte. Foto: isa

Der 65-Jährige löste im vergangenen Herbst Hans-Peter Horst ab, der das Ehrenamt zehn Jahre lang innehatte. „Nach der Pensionierung habe ich eine neue Aufgabe gesucht und mich als Schiedsmann beworben“, berichtet Rolf Blume, der vorher bei den Stadtwerken beschäftigt war und sich bereits Zeit seines Lebens ehrenamtlich engagierte. Im Betrieb fungierte er als Behindertenobmann und 25 Jahre lang war er als Jugendtrainer im Fußball tätig. Er könne gut auf andere zugehen, sagt er. „Ich habe keine Berührungsängste und irgendwie gelingt es mir oft, zwischen Menschen zu vermitteln.“ Ideale Voraussetzungen für das Schiedsamt, für das man keine juristische Ausbildung benötigt. Im Herbst wurde Blume vereidigt.

Zu 70 Prozent sind es Nachbarstreitigkeiten, die bei den Schiedsleuten auf dem Schreibtisch landen. „Oft ärgern sich die Betroffenen seit Langem über ein Problem, manchmal haben sie den Nachbarn bereits erfolglos angesprochen“, berichtet Blume. Man könne ihn persönlich oder telefonisch, per Brief oder Mail kontaktieren und den Fall schildern. Gemeinsam halten Schiedsmann und Betroffener dann das Anliegen in Form eines Antrags fest.

Anschließend wendet sich der Schiedsmann an den Antragsgegner. Natürlich werde nun die andere Seite gehört. „Neutralität ist oberstes Gebot“, so Blume. Manchmal reiche dieses klärende Gespräch schon aus, um den Konflikt aus dem Weg zu räumen. „Viele Menschen gehen einem Streit normalerweise aus dem Weg“, so der Schlichter. Werden sie aber direkt auf ein Problem angesprochen, seien sie oft erstaunlich kooperativ.

Sitzt der Stachel tiefer, wird ein gemeinsamer Termin mit beiden Parteien vereinbart. Dieser findet beispielsweise in der Wohnung des Schiedsmanns statt. „Mein Ziel ist eine nachhaltige und dauerhafte Beilegung des Konflikts“, erklärt Blume. Daher bekommen die Kontrahenten nun Gelegenheit, ihre jeweilige Position ausführlich zu schildern.

Wichtig sei großes Einfühlungsvermögen, so der Angelmodder. Eine Einigung, die noch vor Ort konkret ausgearbeitet, protokolliert und unterschrieben wird, „muss unbedingt gemeinsam ausgearbeitet werden“, betont der Schiedsmann. Nur dann könne sie Bestand haben. „Niemand darf dabei sein Gesicht verlieren.“

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