Initiative „Maria 2.0 – Erneuerung der Kirche jetzt“
Bücherei bleibt zu und Frauen betreten keine Kirche mehr

Münster-Roxel -

Katholische Frauen in Roxel und Albachten beteiligen sich an der Initiative „Maria 2.0“. Sie hoffen dabei auf möglichst breite Unterstützung.

Mittwoch, 08.05.2019, 19:00 Uhr

Die kirchenkritische Initiative „Maria 2.0 – Erneuerung der Kirche jetzt“ ist derzeit in vieler Munde. Sie macht sich für mehr Rechte von Frauen in der katholischen Kirche stark, fordert unter anderem deren Zugang zu allen Ämtern der Kirche. Und sie will sich nicht mit einer kirchlichen Sexualmoral zufriedengeben, die die Lebensrealität der meisten Gläubigen völlig ignoriert. Sie fordert grundlegende Reformen der katholischen Kirche und nicht nur wohlfeile Worte der Kirchenoberen, denen keine Taten folgen. All das hat auch bei Katholikinnen in Roxel und Albachten Gehör gefunden.

Die Mitarbeiterinnen der Pfarrbücherei St. Pantaleon erklären sich laut einer Pressemitteilung mit der Initiative „Maria 2.0“ solidarisch und folgen als Team dem Aufruf an alle ehrenamtlich in der Kirche arbeitenden Frauen, ihre Tätigkeit ruhen zu lassen.

„Vom 11. bis 18. Mai wird die Bücherei geschlossen bleiben. Es kann keine Ausleihe oder Rückgabe von Medien erfolgen. Die Fristen für die Rückgabe wurden entsprechend verlängert. Während der Zeiten an allen Nachmittagen in der Woche, an denen die Bücherei normalerweise geöffnet ist, stehen Mitarbeiterinnen für Fragen, Kritik und Gespräche auf dem Pantaleonplatz vor der Bücherei zur Verfügung“, heißt es in der Mitteilung der Roxeler Bücherei-Mitarbeiterinnen.

Darüber hinaus sind alle Interessierten nach der zentralen Mahnwache auf dem Domplatz am Sonntag (12. Mai) von 12 bis 13.30 Uhr zu der Ausstellung zum Thema „Wir Frauen“ mit Bildern von Caroline Brämswig eingeladen. Diese findet in der Bücherei St. Pantaleon statt.

Auch die Albachtener Frauengemeinschaft St. Ludgerus beteiligt sich an der Aktion. Sie fordert alle katholischen Frauen auf, vom 11. bis 18. Mai in einen „Kirchenstreik“ zu treten: „Wir betreten keine Kirche mehr und tun keinen Dienst. Vor den Kirchen werden wir Gottesdienst feiern und unsere Klagen und Forderungen nachdrücklich und kreativ zum Ausdruck bringen. Es sind die Frauen, die mit Ehrenamt, Kuchenbacken, als Messdienerinnen, Kommunionhelferinnen, Lektorinnen und Gottesdienstbesucherinnen die Kirche mit Leben erfüllen.“

Die Frauengemeinschaft St. Ludgerus ruft alle Frauen und Männer auf, sich am Samstag (11. Mai) um 17 Uhr vor der St.-Ludgerus-Kirche zu einer Andacht zu versammeln. Als Zeichen der Solidarität soll helle oder weiße Kleidung als „Symbol für einen Neuanfang“ getragen werden. Um den Forderung der Initiative „Maria 2.0 – Erneuerung der Kirche jetzt“ Nachdruck zu verleihen, liegt am Samstag zudem eine Unterschriftenliste aus.

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