Gelebtes Ehrenamt
Ehrenamt mit Herz und Seele

Münster-Wolbeck -

Ehrenamtliche Tätigkeiten sind für Helmut Tewocht schon längst zu einer Selbstverständlichkeit geworden – sehr zum Leidwesen seiner Familie, die ihn immer weniger zu Gesicht bekommt. Bislang. Jetzt mit 80 Jahren will der Wolbecker kürzer treten und verabschiedet sich Ende Januar 2019 aus dem Vorsitz des Seniorenrates Münster. Zeit ihn vorher zu Hause zu besuchen – auch weil er jetzt die Münster-Nadel 2018 bekam.

Samstag, 15.12.2018, 08:00 Uhr
Auch mit 80 Jahren spielt Helmut Tewocht noch leidenschaftlich Tischtennis, wandert, walkt und fährt täglich Fahrrad. Foto: Peter Sauer

Zwischen weihnachtlicher Dekoration und Bücherbergen entdeckt man überall Elefanten, ob klein und groß, ob aus Porzellan oder Terrakotta, als Muttertier mit Kind, einzeln oder als Herde – denn der Elefant ist der Glücks-Talisman von Helmut Tewocht. Der inzwischen 80-Jährige macht selbst auch viele Menschen glücklich.

Nicht von ungefähr flossen auf der Weihnachtsfeier des Seniorenrates am 12. Dezember viele Tränen, als Tewocht bekanntgab, sein Amt als Vorsitzender Ende Januar abzugeben. So sehr hat der Wolbecker seit 2007 wichtige Fußabdrücke in der Seniorenarbeit der Stadt hinterlassen. „Für mich war das ein Fulltime-Job, weil es eine Herzensaufgabe war. Da musste ich manchen Urlaub mit meiner Frau opfern.“ Und das alles für ein Ehrenamt! „Ich wollte etwas bewegen und bewirken.“

Aber das ist nur ein Grund, warum Helmut Tewocht am Dienstag von Oberbürgermeister Markus Lewe mit der Münster-Nadel ausgezeichnet wurde. Als leidenschaftlicher Sportler, der die Begeisterung an alle Generationen gut weitergeben kann, kennen ihn die meisten: Seit 1980 ist Helmut Tewocht Übungsleiter und Sozialwart im Sportverein TV Wolbeck und seit 1998 Treffpunktleiter des Sportabzeichen.

Elefanten sind Glücksbringer für Helmut Tewocht, der sie fleißig sammelt – also en miniature.

Elefanten sind Glücksbringer für Helmut Tewocht, der sie fleißig sammelt – also en miniature. Foto: Peter Sauer

Tewocht selbst hat das Sportabzeichen inzwischen 42 Mal erworben, seit 1976 jedes Jahr und stets in Gold: „Auch schlechtes Wetter schreckt mich nicht ab.“ Mit beachtlichen Werten, etwa bei der Ausdauer: 7,5 Kilometer Nordic Walking legte er in 78 Minuten ab – und das mit 80!

Privat hält er sich täglich fit. „Ich fahre mit dem Rad zehn bis 20 Kilometer von Wolbeck nach Albersloh oder Drensteinfurt.“ E-Bike ist für den 80-Jährigen keine Option. „Selbstverständlich radele ich noch mit Muskelkraft!“

Mit seiner Frau Gerburg ist er seit 51 Jahren verheiratet. Kennengelernt hat er sie „auf der Arbeit“ bei der DAK, wo der gelernte Sozialversicherungsfachangestellte in verschiedene Aufgaben erledigte.

Von 1996 bis 2002 war er Vorsitzender des Musikvereins Münster, sang anspruchsvolle Oratorien.

Für 2019 hat er sich zwei Herzenswünsche vorgenommen. „Ich nehme mir mehr Zeit, um mit meiner Frau zu verreisen, etwa nach Frankreich.“ Und dann ist da noch die Liebe zur Musik. „Ich habe früher schon mal Gitarre spielen, habe es aus Zeitgründen wieder aufgegeben und will mir jetzt die Fertigkeiten wieder aneignen.“ Auch das Wandern wird er fortsetzen. Selbstverständlich spielt der Wolbecker weiterhin Tischtennis.

„Leider ist ja die Dreifachhalle ja wegen der sich doch arg hinziehenden Sanierungsarbeiten seit den Sommerferien dicht. Aber im Januar soll sie wieder öffnen. Dann jagt Tewocht endlich wieder mit seinem roten Schläger den Ball über die grüne Platte. Zum neuen Jahr wünscht er sich auch neue Übungsleiter für den TV Wolbeck. „Tischtennis ist so toll, weil es um Tempo, Reflexe, Konzentration und Spaß geht.“

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