Projekt von Architektur-Studierenden
Autofreier Abenteuerspielplatz Verspoel

Münster -

Die Umgestaltung des Verspoel durch Studierende der Fachhochschule ist abgeschlossen. Wo sonst Autos stehen, befinden sich jetzt Blumen und ein Gerüst, das als Bühne für Musikkonzerte dienen soll. Am Samstag stellen Dozenten und Studenten das Projekt vor Ort vor.

Freitag, 11.10.2019, 20:30 Uhr aktualisiert: 11.10.2019, 20:59 Uhr
Experimentierfeld Verspoel: Wo sonst Autos parken, stehen bis Sonntag unter anderem Blumen auf der Straße. Foto: kal

Der Verspoel ist nicht wiederzuerkennen. Die Bürgersteige sind von parkenden Autos befreit, die Fahrbahn ist für den Durchgangsverkehr gesperrt. Das Pflaster ist mit bunten Kreidekreisen übersät, gelbe Mülleimer dienen als Sitzgelegenheit, überall blühen Blumen, und in der Mitte steht ein Gerüst, das Musikern eine Bühne bieten soll.

Sieht so die gesamte Innenstadt im Jahr 2030 aus?

Wohl kaum. Aber zumindest Teilbereiche Münsters könnten dann so aussehen: autofrei, mit Platz für die Menschen, die hier leben.

„Next Verspoel“ heißt das vom Bund Deutscher Architekten ( BDA ) angestoßene und finanzierte Projekt, das noch bis Samstag läuft (die Straße bleibt bis einschließlich Sonntag gesperrt). 20 Studenten der „Münster School of Architecture“ (msa) der Fachhochschule haben sich zwei Wochen Gedanken gemacht, wie die Menschen den öffentlichen Raum in Zeiten einer sich verändernden Mobilität zurückerobern können. Das Ergebnis wurde am Freitagnachmittag im Beisein von Lehrenden, Studierenden, Vertretern der Stadt sowie der Initiative Starke Innenstadt (ISI) eröffnet.

Studentenprojekt: Verspoel wird bis Sonntag zur Fußgängerzone

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  • Bis Sonntag ist der Verspoel für Autos gesperrt. Architektur-Studenten haben die Gestaltung des Straßenraumes übernommen.

    Wo sonst Autos parken, haben Architektur-Studenten der FH bunte Flecken aufs Pflaster gemalt, Blumen aufgestellt und eine Bühne für spontane Konzerte errichtet.

    Foto: kal
  • Für das Projekt "Next Verspoel" bleibt die kleine Straße in Münsters Innenstadt bis einschließlich Sonntag für den Autoverkehr gesperrt.

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  • 20 Studenten der „Münster School of Architecture“ der Fachhochschule haben sich Gedanken gemacht, wie die Menschen den öffentlichen Raum in Zeiten einer sich verändernden Mobilität zurückerobern können.

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  • Gelbe Mülleimer dienen als Sitzgelegenheit.

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  • Auf der Bühne sollen Musiker ihre Stücke zum besten geben.

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  • Am Samstag stellen Dozenten und Studenten das Projekt vor Ort vor.

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  • Sehen Sie im Folgenden weitere Bilder vom Projekt "Next Verspoel".

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  • Foto: Matthias Ahlke
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  • Foto: Matthias Ahlke
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  • Foto: Matthias Ahlke
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  • Foto: Matthias Ahlke
  • Foto: Matthias Ahlke
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Denkangebot auf dem „Abenteuerspielplatz für große Jungs und Mädchen“

Ziel sei es nicht gewesen, die großen Zukunftsfragen zu lösen – „aber das Projekt sollte einen Anstoß geben, darüber nachzudenken“, betonte Architekt Andreas Heupel (BDA). So sei es keine Lösung, Straßen wie den Verspoel einfach dicht zu machen. „Die Autos werden dann nur verdrängt.“ Den Studenten bescheinigte Heupel, bei der Umgestaltung eines Straßenraumes Beispielhaftes geleistet zu haben.

Das Projekt geht nicht gegen das Auto, es geht darum, Raum für die Menschen zu schaffen.

Stadtbaurat Robin Denstorff

„Das Projekt geht nicht gegen das Auto, es geht darum, Raum für die Menschen zu schaffen“, unterstrich Stadtbaurat Robin Denstorff. So werde ein Beitrag geleistet, das statische Grundgefüge einer Stadt in einer Zeit, in der der Online-Handel immer mehr an Bedeutung gewinnt, für die Zukunft zu stärken. Die Innenstadt bezeichnete Denstorff als einen „Abenteuerspielplatz für große Jungs und Mädchen“.

Die lebhaften Gespräche mit Passanten und Anwohnern hob Dozentin Julia Rintz hervor, die das Projekt geleitet hatte. Mithilfe von einfachen visuellen Elementen sei es den Studierenden gelungen, ein räumliches Denkangebot zu schaffen. Sie und die Studierenden werden ihr Projekt an diesem Samstag vor Ort erläutern.

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