Rockmusik aus der Provinz
„Yvi Wylde Trio“ veröffentlicht neues Album

Münster -

Am liebsten würden Yvi Wylde und ihre Bandkollegen reich und berühmt werden. Ein neuer Schritt in die Richtung wird im Mai das neue Album sein.

Donnerstag, 22.03.2018, 08:03 Uhr

Yvi Wylde und ihre beiden Mit-Musiker Rolf Hering (l.) und Hendrik Müller-Späth bringen im Mai ihr zweites Album heraus. Am liebsten wollen sie reich und berühmt werden, verkraften es aber auch, wenn das nicht klappt. Foto: pd

Wenn es nach Yvi Wylde geht, würde sie mit ihrem Trio gerne als Vorband von Roxette auf der Bühne stehen. „Aber die gibt es ja leider nicht mehr“, bedauert die 33-Jährige. Mit ihrem „Yvi Wylde Trio“ macht sie Musik, die direkt aus den 1980er-Jahren kommen könnte.

Am 18. Mai erscheint das neue Album der westfälischen Musiker. „Provinzrocker“ ist nach „The Supersonic Karma“ das zweite Album des Trios. Dazu gehören neben Yvi Wylde auch Rolf Hering und Hendrik Müller-Späth. Wylde kommt aus Ostwestfalen, ihre beiden Mit-Musiker sind Münsteraner. Seit 2013 machen die drei zusammen Musik.

Obwohl die Songtexte meist auf Englisch sind, heißt das neue Album „Provinzrocker“. Angelehnt ist er an ein Klamotten-Label aus Berlin, wie Yvi Wylde sagt. „Wir sind im Ursprung alle Dorfrocker“, sagt die Sängerin, die selbst bis heute ländlich lebt. Deshalb habe der Titel einfach gepasst.

„Provinzrocker“ ist das erste Album, „auf dem wir mal deutsch singen“, sagt Wylde. Ganze Lieder gibt es nicht auf Deutsch zu hören, dafür immer mal einige Strophen. Deutsche Musik sei dem Trio oft zu sentimental, sagt Wylde. Und noch etwas ist beim neuen Album anders: „Wir haben es alleine und zu Hause aufgenommen.“ Das erste Album war noch in einem Tonstudio im münsterischen Hafen entstanden.

Das Trio hat sich aus einer kurzfristigen Aktion heraus gegründet, erinnert sich Yvi Wylde. Sie sollte als Support-Act für den US-amerikanischen Sänger Richie Kotzen auftreten: „Aber ich hatte keine Band.“ Über das Internet habe sie ihre späteren Bandkollegen gefunden. Bereits auf der Fahrt in die Niederlande, wo der Auftritt stattfinden sollte, habe die Chemie gestimmt. „Wir haben gesagt, dass wir das einfach noch mal machen möchten“, so Wylde.

Anfangs habe das Trio vor allem versucht, viel live zu spielen. „Da muss man bei den Veranstaltern schon Überzeugungsarbeit leisten, wenn man noch so unbekannt ist“, sagt Wylde. Doch genau das möchte das Trio ändern. „Wir möchten reich und berühmt werden“, sagt Wylde lachend und mit einer guten Portion Ironie.

Yvi Wlyde bei den Aufnahmen zum Debütalbum

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    Aufnahme mit Blick auf den Hafen: Sängerin und Gitarristin Yvi Wylde singt einen Track ein.

    Foto: Carsten Vogel
  • Diplom-Musiker Phil Kamp in seinem "Gruf"-Aufnahmestudio.

    Foto: Carsten Vogel
  • Schlagzeuger Rolf Hering hat bereits als Drummer bei der aktuellen Tour von "Unheilig" ausgeholfen.

    Foto: Julia Kwiatkowski
  • Der Hut gehört bei Yvi Wylde dazu.

    Foto: Julia Kwiatkowski
  • Harmonieren: Gitarre und Radio im Aufnahmestudio.

    Foto: Carsten Vogel
  • Es sind die letzten vier Songs, die noch aufgenommen werden müssen, dann ist das Album unter Dach und Fach.

    Foto: Julia Kwiatkowski
  • Bassist Hendrik Müller-Späth spielt auch nebenbei in einer Paderborner Coverband.

    Foto: Julia Kwiatkowski
  • Damit auch jeder im Tonstudio weiß, wie die Technik funktioniert.

    Foto: Carsten Vogel
  • Yvi Wylde hat bereits als Support von "Poison"- und "Mr. Big"-Gitarrist Richie Kotzen gespielt.

    Foto: Julia Kwiatkowski

Wylde selbst ist hauptberuflich keine Musikerin. Sie arbeitet im Bereich Marketing, Rolf Hering und Hendrik Müller-Späth verdienen ihr Geld als Auftragsmusiker und Gitarrenlehrer. „Musik und Beruf zu vereinen ist für mich wohl einfacher“, sagt Wylde. Sie habe ein festes Einkommen und daher keine finanziellen Engpässe: „Außerdem habe ich feste Arbeitszeiten.“ Das mache Auftritte am Wochenende oder abends besser planbar.

Wenn das Album draußen ist, will das Trio gleich weitermachen. „Ein Produkt kann noch so gut sein, man muss es auch vermarkten“, sagt Wylde. Deshalb wollen die drei möglichst viele Konzerte spielen. Das sei aber wegen der räumlichen Distanz – Hering wohnt derzeit aus beruflichen Gründen in Mannheim – nicht ganz einfach. Einige Termine stehen jedoch bereits fest, in Münster ist noch keiner dabei, wie Wylde bedauert: „Aber das kommt hoffentlich noch.“

In naher Zukunft sollen zudem neue Songs entstehen, so die Sängerin. Sie selbst gibt oft die Idee für ein neues Lied. Auf der neuen CD sind erstmals auch Gastmusiker dabei, sagt Wylde: „Steffi Stephan hat bei einem Lied Bass gespielt.“

Wenn es nicht klappen sollte, reich und berühmt zu werden, ist das für Yvi Wylde und ihre beiden Mitstreiter aber nicht so schlimm: „Wir wollen authentisch sein und Musik um der Musik willen machen.“

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