Lärmschutz an der A 1
Koalitionsvertrag bringt Hoffnung

Münster-Nienberge -

Eine kurze Passage im frisch unterzeichneten Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist es, die der „Bürgerinitiative Lärmschutz Nienberge“ bezüglich des Ausbaus der A 1 neuen Optimismus verleiht.

Mittwoch, 21.03.2018, 15:03 Uhr

Die A 1 in Höhe Niemberge wird ausgebaut. Weiterhin kämpft die „Bürgerinitiative Lärmschutz Nienberge“ für aktive Maßnahmen gegen den Lärm. Foto: kbö

Er ist satte 175 Seiten stark, mit ihm sollen die Weichen für die Zukunft der Bundesrepublik gestellt werden. Die Rede ist vom jüngst unterschriebenen Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung, der aus Nienberger Sicht gerade auf Seite 120 eine interessante Aussage erhält. In einem kleinen aber konkreten Passus geht es da um „Lärmschutz und Bürgerbeteiligung“.

Eben diese kurze Passage ist es, die der „Bürgerinitiative Lärmschutz Nienberge“ bezüglich des Ausbaus der A 1 neuen Optimismus verleiht und sie im Kampf um aktive Lärmschutzmaßnahmen bestärkt. Denn in dem von den Regierungsparteien unterzeichneten Dokument heißt es unter anderem: „„Wir wollen bei deutlicher Verkehrszunahme auch an Bestandsstrecken der Schiene und an Fernstraßen in Baulastträgerschaft des Bundes flexibel erhöhte Lärmschutzmaßnahmen ergreifen.“ Eine Aussage, mit der die Vertreter der Bürgerinitiative den Landesbetrieb Straßen direkt konfrontieren und ihn auffordern, entsprechend tätig zu werden.

Im neuen Koalitionsvertrag ist unter anderem auch zu lesen: „Lärm ist in unserem dicht bevölkerten Land ein großes Problem. Den durch Mobilität verursachten Lärm wollen wir deutlich reduzieren.“ Wasser auf die Mühlen der Bürgerinitiative, die sich seit Jahren für die Verwendung von Flüsterasphalt beim Ausbau der A 1 stark macht, sich beim Landesbetrieb diesbezüglich aber bislang die Zähne ausbiss. Nun also weiterer Rückenwind aus Berlin?

„Wir werden die Bürger frühzeitiger bei Verkehrsprojekten beteiligen und eine Gesamtlärmbetrachtung einführen. Wir werden ein verkehrsträgerübergreifendes Lärmkonzept erstellen“, verspricht das Koalitionspapier. Und weiter: „Wir wollen die ausreichende Finanzausstattung des Lärmsanierungsprogramms an Bundesfernstraßen in der Baulast des Bundes sicherstellen.“

Sätze, die Karl Bodmann als Sprecher der Nienberger Bürgerinitiative nur zu gerne zur Kenntnis nimmt und in diesem Zusammenhang an einen Beitrag im WDR erinnert. Darin hat laut Bodmann Elfriede Sauerwein-Braksiek, neue Hauptgeschäftsführerin von „Straßen.NRW“, eingeräumt, dass allein die Schwerverkehre in den nächsten Jahren um 30 Prozent zunehmen.

Das neue Koalitionspapier nahm Bodmann jetzt auch zum Anlass, Kontakt zur neuen Landesbetriebs-Chefin aufzunehmen. Der Nienberger verweist in einem Schreiben nicht allein auf den Koalitionsvertrag, sondern auch auf die Reaktion des Petitionsausschusses des Landes. Dieser hatte, wie berichtet, festgehalten, dass der Straßenbetrieb nicht nur die wirtschaftlichen sondern auch die gesundheitsgefährdenden Aspekte durch den Ausbau der A 1, sorgfältig abwägen sollte“.

Bodmann und die Mitglieder der Bürgerinitiative hoffen, dass den Verantwortlichen durch das neue Koalitionspapier nun „nicht mehr die Hände gebunden sind“ und sie das Lärmproblem „für Nienberge befriedigend lösen“.

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