Premiere im Wolfgang-Borchert-Theater
Spiel mit Geschlechterklischees

Münster -

Der Beginn des Plots ist schnell erzählt: Auf einer Kostümparty funkt es zwischen „Robin Hood“ und „Wonder Woman“. Beide sind frisch getrennt, einer Heirat von Steve und Kate steht also nichts im Wege. Nichts?

Montag, 23.09.2019, 17:59 Uhr
Johannes Langer und Rosana Cleve in einer Szene des Vexierspiels „How to date a Feminist“. Foto: Tanja Weidner

Die britische Autorin Samantha Ellis hat einige Hürden eingebaut, um die beiden Liebenden in ihrem Vexierspiel „How to date a Feminist“ auf eine augenzwinkernde Identitätssuche im Gefühlschaos aktueller Emanzipationsprozesse und Rollenklischees zu schicken. Steve etwa ist ein Feminist, und Kate hingegen ist der Meinung, dass sich ein Mann durchaus mal nehmen sollte, was er will. Doch als die beiden die Eltern in Sachen Hochzeit einschalten, scheint die Katastrophe programmiert. Denn wieder treffen zwei unterschiedliche Lebensgeschichten aufeinander: Steves Mutter Morag ist eine überzeugte Friedensaktivistin und Kates Vater Joe ein konservativer Jude, der in einem Flüchtlingslager aufgewachsen ist. Das Ende der Heiratspläne?

Nun ja, dass es ausgerechnet zwischen den Eltern knistert – wer soll das ahnen? Und dass die „Ex“ von Steve die Liebe zu ihm neu entflammen will, hat Samantha Ellis ebenfalls hübsch ersonnen. Ellis, 1975 in London geboren, schreibt Hörspiele, Sachbücher und Theaterstücke. 2018 erlebte „How to date a Feminist“ in Karlsruhe seine Erstaufführung. Und es war der Kollege dort, der Meinhard Zanger , Intendant des Wolfgang-Borchert-Theaters, auf die Spur des Stückes setzte, das seither schon öfter in Deutschland inszeniert wurde. Zanger nennt es eine „wunderbare Liebesgeschichte“, die einen „ironischen Diskurs über die Übertreibungen der Genderdebatte“ darstelle. Er stellt aber auch einen „witzigen wie ernsthaften Schlagabtausch“ zur Gleichberechtigung von Mann und Frau in Aussicht.

Eine Besonderheit des Stückes: Johannes Langer und Rosana Cleve spielen, wie es die Autorin angelegt hat, alle sechs Rollen des Stückes – Kates Chef kommt als ihr „Ex“ hinzu. Bühnen- und Kostümbildner Walter Picardi hat für die Inszenierung eine Drehbühne geschaffen, um verschiedene Räume zu etablieren – aber auch, um Zeitsprünge deutlich zu machen.

Zum Thema

Es gibt noch Karten für die Premiere am Donnerstag (26. September) um 20 Uhr im Wolfgang-Borchert-Theater, Am Mittelhafen 10, unter '  40019 oder online.   | wolfgang-borchert-theater.de

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