Filmfestival Münster geht in die 18. Runde: Fokus liegt auf Länderaustausch
Gemeinsam über Filme reden

Münster -

Das hab‘ ich so noch nicht gesehen“, meint Dietmar Jörg, als er aus dem Kinosaal des Schloßtheaters tritt. Der Filmfan hat gerade den Eröffnungsfilm des Filmfestivals Münster „Mein Ende. Dein Anfang“ gesehen, eine Liebesgeschichte, die die Grenzen von Vergangenheit und Zukunft verschwimmen lässt. „Das Zurückspulen und Vorspulen war wirklich ungewöhnlich, absolut sehenswert.“

Donnerstag, 19.09.2019, 18:44 Uhr aktualisiert: 25.09.2019, 18:28 Uhr
Mit Schauspielern wie Saskia Rosendahl und Julius Feldmeier (v.l.) ins Gespräch kommen, ist ein Ziel des Filmfestivals. Michelle Barthel sprach mit zwei der Hauptdarsteller von „Mein Ende. Dein Anfang“. Beim Eröffnungsfilm war der Saal voll besetzt, was die Produzenten (v.r.) Trini Götze und David Armati Lechner freute. Foto: Syed Sadam

„Das hab‘ ich so noch nicht gesehen“, meint Dietmar Jörg , als er aus dem Kinosaal des Schloßtheaters tritt. Der Filmfan hat gerade den Eröffnungsfilm des Filmfestivals Münster „Mein Ende. Dein Anfang“ gesehen, eine Liebesgeschichte, die die Grenzen von Vergangenheit und Zukunft verschwimmen lässt. „Das Zurückspulen und Vorspulen war wirklich ungewöhnlich, absolut sehenswert.“

Diese Reaktion will das traditionsreiche Festival bis zum Sonntag noch öfter hervorrufen, wie Risna Olthuis (mit Carsten Happe in der Festivalleitung) von der Filmwerkstatt erklärt: „Uns ist wichtig, dass die Leute begeistert rausgehen und etwas mitnehmen. Wir wollen Kino jedem näher bringen, nicht nur den Experten.“

56 Filme „Abseits des Netflix-Mainstreams“, so die Veranstalter, können sich die Zuschauer insgesamt anschauen, eingeteilt in sieben Kategorien. „Mein Ende. Dein Anfang“ gehört zur Gruppe „Europäischer Spielfilm“ und kämpft mit weiteren sieben Debütfilmen um die beste Regie und ein Preisgeld von 5000 Euro.

Der Kurzfilmwettbewerb (seit 1981 „Herzstück“ des Festivals) wurde erstmalig auf europäische Filme ausgeweitet. In Zeiten des Brexits und erstarkender Populisten, die die EU kritisierten, lag es den Veranstaltern am Herzen, sich „für ein gemeinschaftliches und gleichwohl vielfältiges Europa“ zu positionieren, so Olthuis.

Die Kategorie „Focus Niederlande“ brachte auch Hildegard Kaluza vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen dazu, die Veranstaltung für ihre internationale Ausrichtung zu loben: „Die Filme zeigen, wie lebendig der Gedanke europäischer Austausch sein kann.“ In dieser Kategorie gedenkt das Festival mit Produktionen aus dem Nachbarland zwei verstorbenen Niederländern, dem Kameramann Robby Müller („Der scharlachrote Buchstabe“) und dem Schauspieler Rutger Hauer („Blade Runner“) selbst Jurymitglied im Jahr 2007.

Das Filmfestival sei eine gute Möglichkeit, mit den geografischen Nachbarn in Kontakt zu kommen, findet auch Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe, vor allem durch die großen kulturellen Gemeinsamkeiten zu den Westfalen. Das Schloßtheater sei „eines der schönsten Kinos, das ich kenne“, sagte er dem Publikum, und das Filmfestival eine Möglichkeit, „Menschen durch einen Besuch handverlesen, klug und kleinteilig“ zu emotionalisieren.

Das Publikum soll allerdings nicht lediglich Zuschauen, sondern auch selbst aktiv werden. Deshalb stehen Regisseure und Schauspieler vieler Filme im Anschluss zum Gespräch mit den Zuschauern zur Verfügung.

Die Regisseurin von „Mein Ende. Dein Anfang“, Mariko Minoguchi, erklärte am Mittwochabend ihre Motivation für ihren Film: „Ich hatte mich das gefragt, was wir uns wohl alle schon einmal gefragt haben: Sind unsere Leben in irgendeiner Weise miteinander verknüpft und vorherbestimmt, oder ist alles nur Zufall?“

Auch mit den Kontroversen innerhalb der Filmwelt beschäftigt sich das Filmfestival. Im von Männern dominierten Filmbusiness fehle es an feministischen Perspektiven, findet das „Frauen*kollektiv Münster“, veranstaltet eine Ausstellung und lädt am Samstag um 15 Uhr zum Vortrag mit der Bloggerin Sophie Charlotte Rieger. Am Samstag können Interessierte zudem um 22 Uhr den Publikumspreis wählen. Die Preisverleihung findet am Sonntag (22. September) um 19.30 Uhr statt; im Anschluss werden einige der prämierten Filme noch mal zu sehen sein.

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