Bender und Lucenz über künstlerische Lebensräume
Warnung vor dem Kies

Münster -

Steingärten – Giftspritzen – Lebensraum: Klaus Bender und Manfred Lucenz waren am Sonntagabend in Wilm Weppelmanns Kleingarten zu Gast. In der Gartenakademie berichteten sie über die Geschichte niederländisch-deutscher Gartenkultur und ihrer Wechselwirkung.

Montag, 22.07.2019, 18:52 Uhr
Zwei Pensionäre – ein Thema: Pfarrer Manfred Lucenz und Geschichtslehrer Klaus Bender beackern den „Garten als künstlerische Gestaltung von Lebensraum“. Foto: Maria Conlan

Weppelmann begrüßte die leidenschaftlichen Gärtner vom Niederrhein als „Gäste, die ich schon lange mal haben wollte“. Seit fast 30 Jahren kümmern sich der pensionierte Pfarrer (Lucenz) und der pensionierte Geschichtslehrer ( Bender ) um einen 4000 Quadratmeter großen Garten in Bedburg-Hau. Gestaltet haben sie ihn mit vielen Ideen, zusammen getragen von ihren Reisen und Gesprächen mit anderen Gärtnern. Ihr Wissen vermitteln sie nun in Buchform oder teilen es bei Vorträgen wie am Sonntag.

„Ein Garten ist niemals fertig“, ist ihr Grundgedanke. Immer wird von Arbeit gesprochen, die ein Garten macht, doch dabei ein wichtiger Aspekt außer Acht gelassen: Garten als künstlerische Gestaltung von Lebensraum, als fortlaufender, dynamischer, kreativer Prozess. Gegen die vielen Kies- und Steingärten möchten sie Wissen und Begleitung von Fachleuten anregen, damit dort ein Lebensraum geschaffen werden kann. Immerhin gibt es 20 Millionen Privatgärten in Deutschland. Hier sehen die beiden großes Potenzial für den Umweltschutz und gegen Insektensterben. Einen Kiesgarten als Vorgarten kommentierte Lucenz: „Sie wissen nicht, was Ihnen blüht, wenn der Steingarten 20 Jahre alt ist“, dann helfe nur noch die Giftspritze, und das sei verhängnisvoll. Bender und Lucenz gärtnern seit 25 Jahren giftfrei.

Bei ihrem Vortrag starteten sie im 16. Jahrhundert bei Erasmus von Rotterdam. Dessen Idealgarten stand im Geist des Humanismus: Eigenständig vom Wohnhaus, mit gesondertem Eingang mit Sinnspruch, möglichst in mehreren Sprachen, in der Mitte ein Brunnenhäuschen und quadratisch angelegte Beete. Ein Garten sollte ein ganzheitliches Vergnügen sein für Geist, Auge, Nase. Vom regen Austausch und einem guten Netzwerk in Mitteleuropa berichteten sie, wo diese Gartengestaltung großen Einfluss gewann. Viele Namen und Gärten wurden genannt, die regelmäßigen Besuchern der Gartenakademie bekannt waren. Zum Schluss gingen die Niederrheiner auf Piet Oudolf und seine Gartengestaltung mit viel Gräsern und Stauden wie in Bad Driburg und im Maximilianpark in Hamm ein. Seit 1987 werden grenzüberschreitende Beziehungen Niederlande-Deutschland wieder aktiviert, so auch durch die Aktion „Offene Gärten im Kleverland“. Die beiden leidenschaftlichen Gärtner verteilten die Broschüren und brachten ein paar ihrer Buchexemplare zum Verkauf mit.

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