Projektreihe „schönes wohnen“ im Schauraum „no cube“
Zufluchten und Grundstückspreise

Münster -

Die Symbolik ist greifbar: Im Keller geben Candia Neumann und Thomas Prautsch einer traumhaft guten alten Zeit mit bezahlbarem Wohnraum und heimeliger Vertrautheit eine Zuflucht. Draußen werden Ruppe Koselleck und Susanne von Bülow zur Eröffnung des dreiwöchigen Projekts „schönes wohnen“ des Vereins „Kultur in Fahrt“ im und am Atelier- und Schauraum „no cube“ Münsters Grundstückspreise per Walze auf Papier bringen.

Freitag, 14.06.2019, 19:46 Uhr aktualisiert: 14.06.2019, 19:50 Uhr
Thomas Prautsch hat seine Gemälde an den Bauzaun in eine Reihe mit den Plakaten für den Hotel-Neubau gehängt. Im no cube startet das dreiwöchige Projekt „schönes wohnen“.  Candia Neumann und Thomas Prautsch haben der idyllischen Ortschaft einer Modelleisenbahn in einem Kellerfenster Zuflucht gewährt: Vor was oder wem, das sind hier die Fragen. Foto: Gerhard H. Kock

Kunstprojekt „schönes wohnen“ im no cube

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  • P1050409.jpg Foto: Gerhard H. Kock
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Die Aktion „Grund und Boden“ des Künstlerpaares besteht darin, dass sie Planierwalzendrucke zu Grundstückspreisen erstellen. Der ein Quadratmeter große Abdruck eines Grundstücks kostet dann so viel wie der Grundstückspreis der entsprechenden Stelle. In der Achtermannstraße wird der Druck 2800 Euro kosten. Vor acht Jahren lag der Quadratmeterpreis in der Achtermannstraße noch bei 1050 Euro. (Wer recherchieren möchte: www.boris.nrw.de).

Satomi Edo greift das Gentrifizierung-Problem mit zwei orangefarbenen Zelten auf. In Japan erinnern solche Planen an Obdachlose, in Münster hängen die Pyramiden (nachts beleuchtet) im Hinterhof des no cube sowie an einem Bagger in der Baustelle für das neue Hotel, das den Geldwert der Gegend vermutlich weiter nach oben treiben wird.

Von einer anderen Traurigkeit erzählen die Aquatinta-Radierungen von Verena Gründel. Von Menschen verlassene Architektur-Szenen der Bauhaus-Moderne hat sie in Vintage-Farben altrosa, graublau melancholisch gefasst. Thomas Prautsch positioniert seine ausdrucksstarke Malerei als Plakate in Reihe an den Bauzaun des benachbarten Hotel-Neubaus, wodurch er zugleich auf die lichte Lebendigkeit seiner Haus-Landschaftsmalerei verweist.

Dem Witz und dem Erschrecken von Dietmar Schmales Arbeit kann man sich schwer verschließen. Zeigt der Künstler doch Fotografien aus Ferienkatalogen, wo den Erholungssuchenden „Wohnbeispiele“ gezeigen werden: über 60 Horror-Zimmer der Kitschigkeit. Julia Zinnbauer ist mit mehreren Videos vertreten, in denen sich die Bloggerin in selbst geschneiderter Kleidung in moderner Architektur aus aller Welt zeigt (myscissorella.blogspot.com).

Begleitend gibt es Videos auf YouTube (Suchwort: no cube schönes wohnen): vom Poetry-Slammer Marian Heuser, der sich an der schmerzhaft sauberen Disneystadt Münster abarbeitet bis zu Ingrid G., die anrührend „vom Frohsein, wieder eine eigene Wohnung zu haben“, erzählt.

Das weitere Programm:

► 22. bis 26. Juni: Wiebke Bartsch und Gäste (Johanna Flammer und Julia Zinnbauer) zeigen „Interieur und anderes“;

► 29. Juni ab 20 Uhr: „Öffentliches Übernachten“ mit Geschichten von widerständigen Zimmerpflanzen, aus dem Buch „Botanical Intelligence“ von Torsten Grosch und Haike Rausch, gelesen vom Ruppe Koselleck (Isomatten und Schlafsäcke mitbringen).

► 1. bis 7. Juli: Bei „Wuppertal Funktional“ werden Ulrike Becker, Johannes Mundinger und Samuel Treindl im Raum einziehen und sich dort einrichten.

Zum Thema

Die Auftakt-Ausstellung im no cube, Achtermannstraße 26, wird am Samstag (15. Juni) um 17.30 Uhr eröffnet und dauert bis zum 22. Juni.   | www.kulturinfahrt.de

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