Pia Miriam Voß zeigt im Wewerka-Pavillon „Exotic Aesthetics“
Vogelfrei in der Voliere

Münster -

Es sollen Landsknechte gewesen sein, die aus dem seligen „frei wie ein Vogel“ das bedrückende „vogelfrei“ werden ließen. Der Vogel kann nichts dafür, wie der Mensch sich zu ihm stellt und ihn benutzt – metaphorisch und leidvoll physisch. Pia Miriam Voß hängt in den Wewerka-Pavillon 22 Papageien. Wie so viele Exoten hat der Mensch sie gleichsam für „vogelfrei“ erklärt.

Montag, 15.04.2019, 23:21 Uhr aktualisiert: 15.04.2019, 23:30 Uhr
Pia Miriam Voß (kl. Foto) hat den Wewerka-Pavillon zu einer Riesen-Voliere gemacht und zeigt darin ihre Installation „Exotic Aesthetics“ mit Fotos eines Hellroten Aras. Foto: Gerhard H. Kock

Kunst von Pia Miriam Voß im Wewerka-Pavillon

1/28
  • P1040585.jpg Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Kunst von Pia Miriam Voß im Wewerka-Pavillon Foto: Gerhard H. Kock

Für Pia Miriam Voß verbindet sich mit dem Motiv etwas Persönliches. Das Dia hat ihr Vater gemacht. Der Abzug hing in ihrem Kinderzimmer (bis es dem Jugendzimmer weichen musste). Der abgebildete Vogel stammt aus dem Allwetterzoo Münster, insofern stellt die fotografische Installation in gewisser Weise eine Rückkehr da. Die vielfache Reproduktion des Fotos greift ein Phänomen speziell dieser Vögel auf. Sie können „sprechen“. Glaubt der Mensch. Dabei ahmen sie lediglich Laute nach. Was auch nicht das Wenigste ist, zählen Papageien doch zu den intelligentesten Vögeln überhaupt. Wie die Raben, die hier zu Hause sind. Interessant am Phänomen der Nachahmung: Die Mimesis gilt als Grundprinzip der Kunst (Theodor W. Adorno). Die Freiheit besteht in der Deutung. Welche Deutung ein Papagei Sätzen wie „Mama hat dich lieb“ beimisst, wer kann es erraten . . .

Auch ästhetisch hat die Installation einiges zu bieten. Da die Folien transparent sind bleiben die weißen Flächen des Foto-Originals durchsichtig. Dadurch wird beispielsweise der Kopf der Tiere von der Umgebung gefüllt: das frische Frühlingsgrün, der blaue Himmel, die Bleche der Pavillon-Architektur. Ferner wirft die Sonne bunte Schatten auf den Pavillon-Boden. Der Wind der Ventilatoren bewegt die Folien, so dass die Spiegelungen wie Schlieren das Bildnis beständig modulieren. Und eine akustische Komponente gibt es auch. Wenn es stiller wird am Aasee, ist das Ticken zu hören, wenn die Folien vom künstlichen Wind gegen die Scheibe geschlagen werden. Als pickten die Vögel gegen die Scheibe.

Und so kommt ein weiteres Thema auf: das der Durchlässigkeit und Undurchlässigkeit. Der Wewerka-Pavillon lässt dem Blick freien Lauf und ist zugleich ein gläserner Käfig. Ein Symbol für die Tiere, die in den Käfigen der Zoos vielleicht nicht frei wie ein Vogel sind, aber immerhin nicht vogelfrei wie viele ihrer Artgenossen in der freien Natur.

Zum Thema

Die Ausstellung wird am Dienstag (16. April) um 19 Uhr am Wewerka-Pavillon eröffnet. Es spricht Prof. Dr. Gerd Blum.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6546540?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F
Mega-Serie der WWU Baskets endet in Schwenningen – aber noch ist alles drin
Alex Goolsby (r.) und die Baskets verloren erstmals seit Monaten wieder.
Nachrichten-Ticker