Galerist aus Münster
Art Cologne: Mike Karstens gehört jetzt zu den Etablierten

Köln/Münster -

Der münsterische Galerist Mike Karstens ist auch in diesem Jahr wieder auf der Kunstmesse Art Cologne vertreten. Für Aufsehen sorgt eine Mappe, die er mit Kunst-Weltstars wie Gerhard Richter und Yoko Ono produziert.

Sonntag, 14.04.2019, 13:30 Uhr aktualisiert: 14.04.2019, 17:18 Uhr
Mike Karstens präsentierte auf der Art Cologne die ersten Blätter für ein Mappenwerk, dessen Erlös Amnesty International zugutekommt. Auf dem Tisch ist eine von Karstens angefertigte Grafik von Gerhard Richter zu sehen. Foto: kal

Nach der Art Cologne 2018 begann das große Zittern. Die Veranstalter entschlossen sich, das Ausstellerfeld zu verkleinern, um mehr Platz für die Kunst zu schaffen. 34 Galerien flogen raus.

Mike Karstens hatte Glück, er durfte bleiben. Mehr noch: Bei der Art Cologne 2019, die am Sonntag zu Ende ging, befindet sich der Stand des münsterischen Galeristen und Druckgrafikers nicht mehr am Rand, sondern in der Mitte des Geschehens, in Sichtweite der Global Player seiner Branche. „Jetzt gehöre ich wohl zu den Etablierten“, sagt Karstens und schiebt bescheiden hinterher: „Ein wenig fremdele ich damit noch.“

Schon im Vorfeld der ältesten Kunstmesse der Welt sorgte Mike Karstens für Aufsehen. Der Messe-Führer der Kunstzeitschrift „Art“, der tausendfach in den Hallen ausliegt, widmete ihm gleich eine ganze Seite. Spätestens jetzt kennt ihn jeder Art-Cologne-Besucher, Mike Karstens findet das einfach nur „toll“.

Dabei bräuchte er eigentlich gar keine großen Werbeartikel, denn was er in diesem Jahr auf der Messe präsentiert hat, ist Kunst-Weltliga. Ganz neue Arbeiten von Stefan Kürten (der Kanzlerbungalow, „noch gar nicht richtig getrocknet“, sagt Karstens), Druckgrafiken von Sigmar Polke, Gerhard Richter , zwei neue Arbeiten von Thomas Wrede. Eine zeigt die Sentruper Höhe, sie wird auf der Art Cologne erstmalig präsentiert.

Vor allem aber: eine Mappe, deren Erlös Amnesty International zugutekommt. Karstens, der nicht nur Kunst verkauft, sondern sie auch selbst produziert, arbeitet bei diesem Projekt mit den bedeutendsten Künstlern zusammen: Gerhard Richter, Kiki Smith, Rosemarie Trockel, William Kentridge, Ilya Kabakov, Yoko Ono. Die 100 Exemplare sollen bis Ende des Jahres auf den Markt kommen. „Das ist eines der umfangreichsten und schönsten Projekte, die ich je gemacht habe“, sagt Karstens.

Einen Dummy mit den ersten fertigen Blättern hat er zur Art Cologne mitgebracht. Karstens öffnet die riesige Mappe, zeigt Arbeiten von Richter, Smith, Kabakov. „Kann man die noch reservieren?“, fragt ein junger Mann und gibt Karstens seine Visitenkarte. Nach dem Preis fragt er nicht. Die Mappe kostet 50 000 Euro.

Auf dem Stand von Karstens ist viel Bewegung, seine Arbeiten sorgen für Aufsehen, seine Auswahl und die Qualität seiner Arbeiten ziehen viele Besucher an – was auf der Art Cologne nicht jeder Stand von sich behaupten kann. Karstens wirkt zufrieden – und blickt bereits in die Zukunft: „Es sieht so aus, dass ich bis 2021 noch eine weitere Mappe für Amnesty machen werde.“ Mehr geht kaum.

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