Adam-Riese-Show in der Cloud mit Erdenberger, Sonntag, Vogel und Graf
„Münster hat nichts Aufgeblähtes“

Münster -

Einmal mehr wurde dem erfahrenen Besucher bewusst, dass die „Adam Riese Show“ ein Live-Ereignis ist und sich nicht nach Einschaltquoten richten muss. Denn welcher jugendfixierte Sender würde einen Talk mit Gästen bringen, die alle Ende 70 sind? Wer würde außerdem noch den Schelmenblick auf Münsters Stadtgeschichte richten, als Prof. Landois, der „tolle Bomberg“ und Franz Essink sich zwischen Prinzi und Aasee wie Max und Moritz aufführten? Riese tat am letzten Sonntag genau das. Und die Show wirkte wie süffiger Rotwein: je älter, umso besser.

Montag, 18.02.2019, 23:39 Uhr aktualisiert: 19.02.2019, 00:00 Uhr
Antje Vogel (l.) fesselte Moderator Adam Riese und ihren ehemaligen Mitschüler Manfred Erdenberger (r.). Foto: Rüdiger Linden

Eingeladen waren Antje Vogel (Kinderbuch-Illustratorin und „Shopping Queen“), Manfred Erdenberger (Journalist und WDR-Urgestein) und Philipp Sonntag (aus der „Lindenstraße“ bekannter Schauspieler und Allround-Talent). Für bassigen Blues sorgte Richie Alexander alias Dr. Ring-Ding, der Markus Paßlicks „Original Pumpernickel“ mit Posaunen-Sound bereicherte.

In der Cloud stand übrigens nicht das gewohnte Krukenkamp-Sofa, stattdessen waren es pittoreske Stühle mit Bildmotiven. Den Stuhl mit Herzen hatte der Moderator für Antje Vogel reserviert, da sie ein Logo „mit Herz“ für den münsterschen Verein Herzenswünsche kreiert hat. Die Zeichnerin verdankt eine frühe Ausstellung jenem bekannten Galeristen, dessen Frau sie nach Jahrzehnten noch immer ist: Claus Steinrötter. „Alle Bilder verkauft – das hat mich sehr für ihn eingenommen“, lächelte die Seniorin mit der kecken Stirntolle (auch eine Idee ihres Mannes). Weil sie das Vox-Fernsehteam mit ihrer Coolness beeindruckte, kam sie schnurstracks in die Show und brachte es – wie Schwiegertochter Jessi – bis zur „Shopping Queen“.

Antje Vogel besuchte in Münster dieselbe Realschule wie Manfred Erdenberger, wo zum Teil Geschlechtertrennung herrschte. Nein, sie erkannten einander leider nicht wieder. Erdenberger ging berufsbedingt nach Köln, wo er leichtfüßig zwischen Unterhaltung und Nachrichtenjournalismus wechselte. Ob „Spiel ohne Grenzen“ zwischen Hamm und Harsewinkel oder ein Drei-Stunden-Interview mit Joachim Gauck – Riese hatte tolle alte Einspieler parat. „Was vermisst du in Köln?“, fragte Riese. „Münster!“ sagte Erdenberger, denn „da ist nichts Aufgeblähtes.“

Das findet man bei Philipp Sonntag schon gar nicht. Der sympathische Mime spielte etliche Jahre in „Lindenstraße“ und „Sturm der Liebe“. Letzteres sei quasi Commedia dell’Arte, auch wenn die Bildungsbürger noch so sehr die Nase rümpften.

Als Überraschungs-Gast war der selbst ernannte Lo Graf von Blickensdorf aus Münster dabei und spielte mit Sonntag einen Ehepaar-Sketch. Da quengelte Sonntag mit Perücke auf den „gräflichen“ Ehemann ein: „Die Kaffeemilch hat zu mir gesprochen! – „Was hat sie denn gesagt?“ – „Weißt du, was ich bin?‘“ – Der genervte Gatte verneinte. „Sauer!“

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