Rundgang „Parcours“ mit vielen kritischen Arbeiten
Design-Absolventen sind so wütend wie selten zuvor

Münster -

Am Wochenende findet wieder der Rundgang „Parcours“ der Absolventen des Fachbereichs Design statt. Die frisch gebackenen Designer beziehen zu vielen aktuellen Problemen deutlich Stellung.

Freitag, 08.02.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 17:54 Uhr
Mit Nutzen und Nebenwirkungen der Pille hat sich Designerin Madeline Schmolke beschäftigt. Foto: kal

Die Regenwälder werden zerstört. Die Polkappen schmelzen. Bekleidung, die unter prekären Umständen am anderen Ende der Welt entsteht, wird zur Wegwerfware. Der Diskurs wird vom Hass gekapert. Was für eine Welt.

Die Absolventen des Fachbereichs Design der Fachhochschule wollen zu diesen zum Teil existenziellen Themen nicht schweigen, im Gegenteil. In den Arbeiten, die sie an diesem Wochenende beim Rundgang „Parcours“ präsentieren, beziehen sie glasklar Stellung – und bieten Lösungsansätze. Selten, sagt Prof. Rüdiger Quass von Deyen, seien die Arbeiten der Absolventen so radikal, so von Wut geprägt gewesen.

Rundgang „Parcours“ am Fachbereich Design

1/22
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal
  • Die Absolventen des Fachbereichs Design der FH präsentieren am Wochenende ihre Abschlussarbeiten. Foto: kal

Und noch ein Trend ist beim aktuellen „Parcours“ zu beobachten. „Die Zeit der Digitalorgien ist vorbei“, sagt Prof. Ralf Beuker . „Die Digitalität wird nicht mehr so ausgelebt wie vor drei, vier Jahren. Die kritische Distanz hat zugenommen.“

66 Absolventen zeigen auf dem Leonardo-Campus ihre Arbeiten. Unter ihnen ist Felix Feldmann. „Wie schafft man es, sich den Regeln der Billig- und Massenproduktion zu entziehen und stattdessen die Kundschaft für ein ethisches und individuelles Produkt zu begeistern?“, fragte sich der Designer. Seine Antwort: Er verwandelt getragene Kleidung in neue Kleidung und schließt sich damit dem aktuellen „Upcycling“-Trend an.

Über nachhaltige Materialität hat sich Nele Marie Kehmann Gedanken gemacht. Ihre Arbeit sei kein Universalmittel, um den Klimawandel und das kranke Ökosystem zu retten – aber sie helfe, die Ausbeutung der Erde zu reduzieren. So hat sie aus Baumpilzen einen lederähnlichen Stoff hergestellt.

„Wesen der Wälder“ heißt das illustrierte Buch von Malin Neumann. „Es ist kaum vorstellbar, dass Lehrer von Schulklassen berichten, in denen keines der Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren jemals im Wald war“, sagt die Designerin. Mit ihrem Buch will sie das Interesse am Wald wecken, der von massenhafter Abholzung bedroht und vielen Menschen zunehmend fremd ist. „Mehr Wege“ – so heißt das Magazin, das Verena Brennecke entwickelt hat. Sie bezeichnet es als „Reiseführer zur Sharing-Community“.

Vorgestellt werden Menschen, die Ernährung, Kleidung und sogar einen Hund teilen und so Alternativen zu Konsumverhalten und zur Wegwerfgesellschaft leben wollen.

„Helma“ heißt die Titelheldin des Bilderbuch-Projektes von Esther Brechlin. Die Geschichte spielt auf der Erde der Zukunft, die mit Überschwemmungen, Folge des Klimawandels, zu kämpfen hat. Helma setzt alles daran, ihrer Familie auf einen Planeten zu folgen, auf dem man keine nassen Füße bekommt.

So viel Ernsthaftigkeit, so viele gute Ideen. Doch werden die auch bleiben, wenn die frisch gebackenen Designer Kunden gegenübersitzen, denen Klimawandel und Konsumterror egal sind? „Ich bin sicher“, sagt Beuker, „dass diese Generation von Absolventen andere Werte und Erwartungen einbringen wird – und die Unternehmen, für die sie arbeiten, verändern werden.“

Zum Thema

Samstag (11 bis 20 Uhr) und Sonntag (10 bis 18 Uhr), Leonardo-Campus 6

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6378052?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F
Gericht fordert Transparenz
Das Oberverwaltungsgericht am Aegidiikirchplatz in Münster 
Nachrichten-Ticker