Frank Röpke leitet das Junge Theater Münster
Von der Bank zur Bühne

Münster -

Seine erste Inszenierung am Theater Münster trägt den Titel „Teufels Küche“. Es handelt sich um ein „szenisches Konzert für drei Musiker, einen Schauspieler, Gemüse und viele Kinder“, bei dem es brodelt, dampft und zischt. Damit erfüllt es auch den Geschmack von Frank Röpke, der seit Beginn der Spielzeit 2018/2019 das Junge Theater Münster leitet. Und der als eine Maxime seiner Tätigkeit die Frage ausgibt: „Was ist eigentlich Theater, und mit welchen ästhetischen Mitteln wird welches Ergebnis erzielt?“

Sonntag, 27.01.2019, 18:06 Uhr
Der 43-jährige Frank Röpke ist der neue Leiter des Jungen Theaters Münster. Foto: pn

Wer die Vita des umtriebigen 43-Jährigen liest, staunt nicht schlecht. Eine Ausbildung in München zum Bankkaufmann stand am Beginn seiner beruflichen Karriere, die wenig später einen rasanten Wandel erlebte. Denn schon in dieser Phase schrieb Röpke Kurzgeschichten für die Jugendseite der „ Süddeutschen Zeitung “, zudem schickte sie ihn fortan los, um Reportagen für den Münchner Lokalteil zu schreiben. Ein zweijähriges Volontariat schloss sich an. Und die Erkenntnis: „Ich hatte eine Affinität für den Kulturteil.“ Und für das Theater.

Röpke hoffte damals auf eine Hospitanz am Residenztheater in München. Weil das nicht klappte, zog er in die Theaterstadt Wien. Dort absolvierte er eine Theaterausbildung bei Prof. Dr. Peter Simhandl (Universität der Künste Berlin), parallel zur Tätigkeit als Regieassistent am Volkstheater und am Schauspielhaus Wien.

Damals, so erzählt Röpke, kam er erstmals mit dem Kinder- und Jugendtheater in Berührung. Ein Stipendium der Stadt Wien, der er zwölf Jahre lang verbunden blieb, brachte ihn ans Junge Theaterhaus Kopergietery im belgischen Gent. Das „unkonventionelle und ungeheuer ästhetische“ Theaterschaffen dort faszinierte ihn.

Parallel entschied er sich für einen berufsbegleitenden Studiengang „Kulturmanagement“ in Hamburg. Hier besucht er unter anderem Vorlesungen von Oliver Scheytt, damals Geschäftsführer der Ruhr.2010 GmbH, die das Programm der Europäischen Kulturhauptstadt Essen ausrichtete. Seine Di-plomarbeit schrieb Röpke zum Thema „Anforderungen an das Theatermanagement durch den Aufbau einer Sparte für das Kinder- und Jugendtheater an öffentlichen Theatern“. Parallel arbeitete er als Theaterpädagoge, etwa für die Wiener Festwochen, das Junge Staatstheater an der Parkaue Berlin und das Schauspiel Essen.

Dort, am auf drei Häuser verteilten Fünf-Sparten-Theater, baute er nicht nur eine neue theaterpädagogische Abteilung auf. Er richtete 2014 dort auch das Westwind-Theatertreffen für junges Publikum aus und wurde Sprecher des Arbeitskreises „Assistej“ für Kinder- und Jugendtheater in NRW. In den wurde damals auch Julia Dina Heße berufen, Röpkes Vorgängerin am Theater Münster .

Bevor er ins Münsterland wechselte, legte Röpke noch einen kreativen Zwischenstopp im Kulturzentrum Alte Weberei in Nordhorn ein. Seit Januar lebt Röpke nun mit seiner Partnerin – „eine Wienerin“ – in Münster, er wohnt im Flussviertel am Kanal. Und befindet sich am Theater in der „heißen Probenphase“ zu „Teufels Küche“ (Premiere: 3. Februar). „Ein non-verbales Stück mit viel Gestik, Mimik und Musik“, schildert der Regisseur, „in dem auf viele Theaterdisziplinen zurückgegriffen wird.“

Das von seiner Vorgängerin gepflegte Theater für die Allerkleinsten will Röpke natürlich weiterpflegen. Stärker werden möchte er mit seinem Team aus Dramaturgen, Musik- und Theaterpädagogen im Bereich der Zwölf- bis 16-Jährigen. Die Produktion „Co-Starring“ (2. Februar, U2), ein Jugendstück des Niederländers Theo Fransz, in dem es um Pubertät und Verwandlung geht, ist ein erster Schritt dahin. „Gespräche mit Astronauten“, eine Koproduktion mit dem Schauspiel des Theaters im März, greift laut Röpke ebenfalls „jugendrelevante Themen auf und holt das Theater in ihre Lebenswelt“.

Auch die sozialen Medien möchte Röpke nutzen. Die NRW-Theatertage im Juni in Münster bieten zum Beispiel die Gelegenheit, eine „Kritikerrunde“ aus Jugendlichen zu gründen, die Blogs schreiben oder eine eigene Facebook-Seite gestalten und pflegen sollen. Womit sich womöglich eine Frage beantwortet, die auch zu Röpkes Maxime gehört: „Was hat das Ganze mit mir zu tun?“

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