Initiative möchte den Bildhauer Rudolf Breilmann posthum ehren
Pättken, Weg oder Ehrentafel?

Münster -

Vor einem Jahr, am 20. Januar 2018, starb in Münster der Bildhauer Rudolf Breilmann im Alter von 88 Jahren. Nun hat sich unter der Federführung des Münsteraners Henning Stoffers eine Initiative gebildet, die Breilmann mit einem Straßen- oder Wegenamen ehren möchte. Doch es scheint schwer zu sein, diesen Wunsch umzusetzen.

Mittwoch, 23.01.2019, 17:44 Uhr
Der renommierte münstersche Bildhauer Rudolf Breilmann (1929-2018) kurz vor seinem 80. Geburtstag im Jahre 2009. Freunde und Wegbegleiter plädieren dafür, einen Weg oder eine Straße nach ihm zu benennen. Das stößt zurzeit auf Schwierigkeiten. Foto: Johannes Loy

Vor einem Jahr, am 20. Januar 2018, starb in Münster der Bildhauer Rudolf Breilmann im Alter von 88 Jahren. Viele Bürger der Stadt, aber auch im weiten Umland kannten den Künstler und schätzen seine prägnanten und formschönen Skulpturen und Figuren, die zahlreiche öffentliche Gebäude und Plätze des Münsterlandes schmücken. Nun hat sich unter der Federführung des Münsteraners Henning Stoffers eine Initiative gebildet, die Breilmann mit einem Straßen- oder Wegenamen ehren möchte. Doch es scheint zurzeit schwer zu sein, diesen Wunsch umzusetzen. Die Bezirksvertretung Münster-Mitte lehnt das Ansinnen rundheraus ab.

Henning Stoffers war in seinem bereits im November verfassten Schreiben an den Bezirksbürgermeister nicht darum verlegen, die Verdienste des Künstlers hochzuhalten. „Breilmanns Plastiken in Münster sind der Bürgerschaft wohlbekannt: der hl. Nepomuk am Aegidiimarkt, der Nikolaus am Horsteberg, die Friedenstaube am Rathaus, der Spökenkieker am Mühlenhofmuseum, Bronzereliefs über die Geschichte der Stadt im Innenhof des Stadthauses 1, verschiedene Kirchenportale, Statuen am Paradies des Doms und viele weitere Kunstwerke.“

Doch Bezirksbürgermeister Peter Fischer-Baumeister winkt ab. Denn das Ansinnen, etwa den Uferweg an der Aa zwischen Aegidiimarkt und Petrikirche auf Vorschlag des Antragstellers Breilmann-Pättken oder Rudolf-Breilmann-Weg zu nennen, spreche vom Grundsatz her gegen die vor Jahren schon gefassten Grundsätze der Bezirksvertretung Münster-Mitte. Erstens müssten danach, so erläuterte der Grünen-Politiker auf Anfrage unserer Zeitung, Straßen- und Wegenamen zur „Adress­bildung“ beitragen. Ein Weg oder Pättken ohne entsprechende Hausadresse habe für die Orientierung der Menschen keinen Sinn und müsse deshalb auch nicht extra in einem Straßenplan benannt werden, der ja dem Auffinden bestimmter Adressen oder Gebäude diene. Zweites Gegenargument: Rudolf Breilmann sei keine Frau. Offenbar hat die Bezirksvertretung Münster-Mitte schon vor geraumer Zeit beschlossen, bei der Benennung neuer Straßen zuallererst verdiente Frauen zum Zuge kommen zu lassen. Straßennamen verdienter Männer gebe es mehr als genug. Ein Reinhard-Lettmann-Weg an der Überwasserkirche und auch ein Monastir-Platz an der Stubengasse sei bereits ebenfalls mit der Begründung abgelehnt worden, dass mit ihnen keine neuen Adressen und damit Orientierungsmarken möglich seien.

Henning Stoffers ist nun die Flucht nach vorne angetreten und hat sich direkt an Oberbürgermeister Markus Lewe gewandt. Er hofft, dass die Angelegenheit auch im Haupt- und Finanzausschuss aufgegriffen wird. Die Aussichten schätzt der Autor zahlreicher Münster-Fotobücher jedoch nicht besonders optimistisch ein. Bezirksbürgermeister Fischer- Baumeister zeigte allerdings schon einen Kompromiss an. So könnten die Befürworter eines Breilmann-Weges ja privat eine künstlerisch gestaltete Gedenkplakette anbringen, die aber dann nicht als adressgebende Ausschilderung gelten könne.

Es könnte freilich sein, dass Rudolf Breilmann doch noch mittelfristig in einem der künftigen münsterischen Baugebiete zum Zuge kommt. Verdient hätte es der Künstler, und gerade die Alten Pauliner, denen sich Rudolf Breilmann stets besonders verbunden fühlte, wären sicher von einer solchen bleibenden Ehrung für ihren Conpauliner begeistert. Sie müssen halt am Ball bleiben . . .

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