Das letzte Silvester-Orgelkonzert von Klaus Vetter in der Apostelkirche
„Schlittenfahrt“ als krönendes Finale

Münster -

Ein denkwürdiger Silvesterabend: Kantor Klaus Vetter bestritt in der Apostelkirche sein letztes Silvesterkonzert an der Orgel. Ein Abschied mit festlicher und auch ein wenig wehmütiger Stimmung.

Dienstag, 01.01.2019, 14:14 Uhr aktualisiert: 02.01.2019, 10:28 Uhr
Ein perfekt eingespieltes Team: Kantor Klaus Vetter bedankte sich zum Abschied bei Susanne Barenhoff, die ihm zwei Jahrzehnte hilfreich an der Orgel zur Seite stand, um die Register zu ziehen und Klangfarben zu wechseln. Foto: Conlan

Schon viele Minuten vor Konzertbeginn war der Großteil der 650 Plätze in der Apostelkirche besetzt. Um 22 Uhr begann zum letzten Mal an diesem Ort ein Silvesterkonzert mit Kantor Klaus Vetter an der Orgel. Leise und sanft erklang die Orgel in der sehr stimmungsvoll beleuchteten Apostelkirche. Das Silvesterkonzert feierte 30. Jubiläum. Eine derart lange Tradition konnte auch Vetter nicht planen und vorhersehen.

Bevor er sich an die Orgel setzte, trat Vetter an den Ambo und verabschiedete sich mit einer kurzen Rede. Er würdigte die 50-jährige Jubilarin: So lange gibt es die Orgel in der Apostelkirche, nachdem in der Nachkriegszeit 23 Jahre lang eine Notorgel ihren Dienst getan hatte. Ein Göttinger Orgelbauer schuf das neue Instrument in barocker Bauform mit modernem Klangbild mit dünnen Untertönen und reichem Obertonbereich. Da die Register nicht elektrisch steuerbar sind, ist der Klangfarbenwechsel erschwert. Das widerspreche modernen Hörgewohnheiten, erklärte Vetter. Er bedankte sich in diesem Zusammenhang für die Hilfe von Susanne Barenhoff, die ihm zwei Jahrzehnte zur Seite stand, um die Register zu ziehen. Das erforderte höchste Musikalität, Konzentration, und körperlichen Einsatz. Als „ein kongeniales Team“ beschrieb Vetter diese Kooperation.

Vetter kennt das Instrument sehr gut, hat er doch auch zwei Mal erlebt, wie sie komplett auseinandergenommen und gereinigt wurde. Kleine Reparaturen kann er selbst durchführen. Vetter beschrieb seine Einstellung zu dieser Orgel so: „Ich bin nach wie vor sehr verliebt in sie“.

Bei der Stückauswahl fürs Konzert fragte sich Vetter: „Was spiele ich gern, was habe ich viel gespielt, und was passt in die Jahreszeit?“ Zu beginn erklang Händels Hornpipe, von Bach spielte er zwei Kantaten, Corelli, Fauré und Widor rundeten das Programm ab. Die Zuhörer lauschten überaus andächtig, teilweise war es mucksmäuschenstill im großen Kirchenraum. Viele genossen entspannt mit geschlossenen Augen das Konzert. Zum Abschluss spielte Vetter die Petersburger Schlittenfahrt, bevor kräftiger Applaus den Kirchenraum erfüllte.

Vetter genoss die „tolle, einmalige Atmosphäre“, vor so einem großen Publikum zu spielen. Diese Konzerte waren stets mit arbeitsaufwendiger Vorbereitungszeit verbunden: Stückauswahl, Moderation, musikalische Proben. Jetzt freut sich Vetter auf ruhigere Jahreswechsel und die Möglichkeit, in der Zeit zu verreisen oder es sich einfach auf der Couch bequem zu machen.

Die Tradition der Silvesterkonzerte geht dann 2019 in neue Hände über: Kantor Konrad Paul übernimmt die Silvesterkonzerte.

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