Thomas Behm und Jens Schneiderheinze geben Verantwortung ab
Nahtloser Übergang im Cinema

Münster -

Die beiden hören einfach so auf, als sei es das Normalste von der Welt. Und im Grunde ist es das auch nach Wolf Biermanns „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“. Thomas Behm und Jens Schneiderheinze geben nach 21 Jahren die Leitung des Cinemas ab in zwar jüngere, aber zugleich bewährte Hände: Holger Lüsch.

Donnerstag, 08.11.2018, 19:23 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 08.11.2018, 16:14 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 08.11.2018, 19:23 Uhr
Haben gut lachen (v.l.): Jens Schneiderheinze und Thomas Behm geben nach 21 Jahren die Verantwortung fürs Cinema in jüngere Hände ab. Bewährte Hände, denn Holger Lüsch kennt das Filmprogramm-Geschäft im Cinema auch schon seit zehn Jahren. Foto: Gerhard H. Kock

Nach mehr als zwei Jahrzehnten „Mädchen für alles“ im Programmkino an der Warendorfer Straße reifte der Entschluss bei beiden Gesellschaftern und Geschäftsführern seit einiger Zeit ( Behm: „Wir machen das höchstens, bis wir 60 sind.“). Jetzt sind beide 56 Jahre alt, das Cinema ist inhaltlich, personell und finanziell gut aufgestellt. Es regnet Preise, zuletzt mal wieder für das beste Kinoprogramm Deutschlands.

Für Schneiderheinze genau der richtige Zeitpunkt, „wo wir vielleicht noch mal etwas Neues machen können“. Als freier Kurator Filmprojekte realisieren, zum Beispiel. Im Verein zur Förderung kommunaler Filmarbeit „Die Linse“ arbeiten sie ohnehin weiter, dort, wo ihre Kinomacher-Karriere vor Jahrzehnten begann.

Ort der Begegnung & des Austausches

1997 vertraute Felix Esch von den Münsterischen Filmtheaterbetrieben den beiden das Cinema an. Und hat es nicht bereut. Behm und Schneiderheinze setzten von Anfang an auf die soziokulturelle Bedeutung von Kino als Ort der Begegnung, des Austauschs. Fremde Menschen und Kulturen zeigen, Identitäten schaffen (bei entsprechender filmischer Qualität, versteht sich), das ist für sie Aufgabe des Programmkinos. Und weil sich auch die Zuschauer mit Münsters Cinema identifizierten, meisterten die beiden selbst ökonomische Krisen wie die des Jahres 2004, in der die münsterische Bevölkerung ein eindrucksvolles Bekenntnis zum Cinema abgab und eine Renovierung ermöglichte.

Als Kinoleiter übernimmt zum 1. 1. 2019 Holger Lüsch die Programmverantwortung. 1998 kam der heute 47-jährige zum Studium nach Münster. Sein Interesse fürs Niederländische reichte über das Akademische hinaus, erstreckte sich zudem auf die Filmkultur des Nachbarlandes. Zum Cinema kam er durch eine Jobanzeige, um (als ursprünglich gelernter Informatiker) die Datenbank von Schneiderheinze auf Vordermann zu bringen. Da kannte die Filmleidenschaft kein Halten mehr. Lüsch: „Ich bin Cineast.“ Er bildete sich unter anderem als Filmtheaterkaufmann fort.

Einzigartige Kino-Kulturlandschaft

2007 fiel die Entscheidung: „Ich will im Cinema arbeiten.“ Fast zehn Jahre war er mit Programmplanung befasst, legte ein Sabbath-Jahr ein und arbeitete danach bei den Münsterischen Filmtheaterbetrieben. Nur kurz. Wie sich jetzt herausstellt. „Holger ist ein Geschenk“, freut sich Schneiderheinze über die Kontinuität, mit der das Programmkino Cinema weitergeführt wird. Und damit auch die einzigartige Kino-Kulturlandschaft in Münster mit dem Dreiklang Cineplex, Schloßtheater und Cinema.

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Lüsch: „Wir sprechen hier am Ort mit einer Stimme. Denn jedes Kino hat sein eigenen Publikum.“ Was die Verhandlungen mit den Filmverleihern zugunsten der Programmqualität erleichtert. Der Münsteraner hat durchaus mal 70 Filme pro Woche zur Auswahl.

Angesichts der Masse an Filmproduktionen findet Ansgar Esch (Geschäftsführer der münsterischen Filmtheaterbetriebe) „die Funktion des Kurators um so wichtiger“. Und die übernimmt schon mit dem Dezember-Programm im Cinema Holger Lüsch.

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