Chorstück in St. Joseph uraufgeführt
Gregorianik mit zeitgemäßer Sprache

Münster -

Das Motto des Katholikentages gab dem neuen Chorstück seinen Namen: „Suche Frieden!“ Geschrieben hat es der 1959 geborene Düsseldorfer Kirchenmusiker und Komponist Klaus Wallrath, die Uraufführung realisierte die Mädchenkantorei an St. Remigius Borken.

Freitag, 11.05.2018, 17:05 Uhr

Die Mädchenkantorei an St. Remigius übernahm die Uraufführung des Chorwerkes. Foto: Christoph Schulte im Walde

Das Motto des Katholikentages gab dem neuen Chorstück seinen Namen: „Suche Frieden!“ Geschrieben hat es der 1959 geborene Düsseldorfer Kirchenmusiker und Komponist Klaus Wallrath, die Uraufführung realisierte die Mädchenkantorei an St. Remigius Borken. Ein feines Vokalensemble, das der Borkener Kantor Thomas König im Laufe der Jahre heran- und herausgebildet hat: 22 Stimmen von enormer Qualität, von bemerkenswerter Ausstrahlung und klanglicher Disziplin. Das geht weit hinaus über das Niveau, das man von einer westmünsterländischen Großgemeinde erwarten darf. Ihr Katholikentag-Auftritt an Christi Himmelfahrt in St. Joseph an der Hammer Straße war einfach ein Genuss.

Wallraths „Suche Frieden!“ kommt unspektakulär daher. Es verbindet die uralte Tradition der Gregorianik mit einer zeitgemäßen Sprache, wie sie auch von vielen anderen Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts gepflegt wird. Das rund einstündige Programm der Mädchenkantorei machte dies exemplarisch deutlich. Etwa mit dem streckenweise minimalistisch angelegten „Virita criosa“ von Thomas Jennefelt, einer „Acclamatio“ des Slowenen Damijan Močnik oder dem „Tota pulchra es, Maria“ des Franzosen Maurice Duruflé. Dabei bewegte sich Thomas König mit seiner Kantorei durchweg stilistisch auf absolut sicherem Terrain.

Auch die „Ausflüge“ in die französische Romantik mit Charles Gounods „Da pacem Domine“ oder die deutsche mit Mendelssohn und Rheinberger lagen den hellwachen Sängerinnen perfekt in den Kehlen. Dazu noch Anne Temmen-Bracht als verlässliche Partnerin des Chores am Klavier und an der Orgel – ein harmonisches Ganzes.

Läuft ein Chorkonzert „nur“ mit hohen Stimmen Gefahr, buchstäblich „eintönig“ zu wirken, weil ihm das grundierende Fundament fehlt? Klare Antwort: Nein. Vorausgesetzt, das Programm wird wie hier intelligent und abwechslungsreich angelegt. Und es wird exquisit und mit sensiblem Gespür für die vertonten Texte umgesetzt. All dem wurde die Mädchenkantorei gerecht. Großer Applaus des Publikums, für den als Dankeschön eine Mendelssohn-Zugabe gesungen wurde.

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Das Konzert ist am Samstag um 16.30 Uhr noch einmal in der Heilig-Kreuz-Kirche (Hoyastraße) zu erleben.

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