Martin Kippenberger auf münsterischen Spuren
„Unerwartete Begegnungen“ aus der „Provinzial“-Sammlung

Münster -

In der Sonderausstellung „Unerwartete Begegnungen“ zeigt das Landemuseum zurzeit rund 140 Arbeiten aus der umfangreichen Sammlung der Westfälischen Provinzial. Die Skulpturen, Textilarbeiten, Porträts, Fotografien und Installationen der vertretenen Künstler im Kunstmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) verbildlichen den Bestand und sind zugleich ein Abriss der Sammlungsschwerpunkte. Das Museum stellt in einer fünfteiligen Serie einzelne Künstler und Werke der Sonderausstellung exemplarisch vor:

Dienstag, 13.02.2018, 18:02 Uhr

Fotos einer Büste der münsterischen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff dienten Martin Kippenberger als Inspirationsquelle für seine Darstellungen der berühmten Schriftstellerin.
Fotos einer Büste der münsterischen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff dienten Martin Kippenberger als Inspirationsquelle für seine Darstellungen der berühmten Schriftstellerin. Foto: LWL / Hanna Neander

Der Künstler Martin Kippenberger wurde 1997 erstmalig zu den Skulptur-Projekten eingeladen. Im Zuge seiner Recherchen zu Münster und möglichen Orten für einen Beitrag entstanden die Gemälde, die sich heute in der Sammlung der Westfälischen Provinzial-Versicherung befinden. Es waren Fotos einer Büste der münsterischen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff , die, auf Kippenbergers Wunsch angefertigt, ihm als Material zur Verfügung gestellt wurden und ihn zu den Darstellungen der Dichterin inspirierten.

Der zweite Teil der Gemäldeserie bezieht sich, wie auf einer der Leinwände vermerkt, auf einen Eierschrank. Martin Kippenberger faszinierte ein Schrank aus dem Geburtshaus von Annette von Droste-Hülshoff (Haus Rüschhaus), den ein Neffe der Dichterin dort als Aufbewahrungsort für eine Sammlung unterschiedlichster Vogeleier genutzt hatte. Die beiden dazu entstandenen Gemälde stehen im Kontext einer Werkgruppe sogenannter Eierbilder, die Kippenberger kontinuierlich fortgeführt hatte.

Zählte man ihn in den 1980er-Jahren zu den sogenannten „Jungen Wilden“ der Malerei, arbeitete Kippenberger gleichwohl auch installativ und konzeptuell. Dabei weisen seine Malereien mitunter durch die Verknüpfung von Text und Bild – so auch in der Annette-Serie – Strategien auf, die sich für den Betrachter nicht vollständig auflösen lassen. Zugleich sind Verbindungen zur Tradition des Dadaismus erkennbar, die sich noch deutlicher in den Skulpturen und Installationen des Künstlers zeigen. Seine Werke zeichnen sich durch eine Ironie mit gesellschaftsrelevanten Bezügen aus.

Zum Thema

Die Arbeiten Kippenbergers sind noch bis zum 25. Februar in der Sonderausstellung „Unerwartete Begegnungen. Nolde, Kippenberger, Fritsch & Co. in der Sammlung der Westfälischen Provinzial“ im LWL-Museum für Kunst und Kultur zu sehen. Jeden Samstag und Sonntag findet dazu um 14 Uhr ein geführter Ausstellungsrundgang statt.  | Wird fortgesetzt

...
Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5522270?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F
Dadashov-Show an der Ostsee
So jubelt der SCP: Rufat Dadashov (2.v.l.) wird fast erdrückt von seinen Kollegen Fabian Menig, René Klingenburg und Martin Kobylanski (v.l.). Und Tobias Rühle (r.) schleicht sich auch noch heran, während Rostocks Nico Rieble konsterniert ist.
Nachrichten-Ticker