Rudolf Büning und Eberhard Mehms Film über die Skulptur-Projekte 2017
Atmosphäre eingefangen

Münster -

Das Skulptur-Projekte-Jahr 2017 ist vorbei. Die Erinnerungen können beginnen. Dabei helfen Rudolf Büning und Eberhard Mehm.

Mittwoch, 10.01.2018, 09:01 Uhr

„Skulptur-Projekte“-Filmer (v.l.): Rudolf Büning und Eberhard Mehm (hier am Betonkamin von Michael Tuazon) haben in ihrer Produktion „Skulp-Touren in Münster 2017“ die Atmosphäre der Ausstellung eingefangen.
„Skulptur-Projekte“-Filmer (v.l.): Rudolf Büning und Eberhard Mehm (hier am Betonkamin von Michael Tuazon) haben in ihrer Produktion „Skulp-Touren in Münster 2017“ die Atmosphäre der Ausstellung eingefangen. Foto: Gerhard H. Kock

Das Skulptur-Projekte-Jahr 2017 ist vorbei. Die Erinnerungen können beginnen. Dabei helfen Rudolf Büning und Eberhard Mehm. Die beiden leidenschaftlichen Filmemacher aus Münster haben die internationale Ausstellung mit ihrer Kamera begleitet und dabei nicht nur das offizielle Programm in ihrem Film „Skulp-Touren in Münster 2017“ aufgenommen, sondern die Atmosphäre dieser über 100 Tage eingefangen.

Der Aufbau des populären Stegs ist zu sehen. Der wird zudem mit einer Unterwasser-Aufnahme nackter Füße gewürdigt, auf dass ein jeder den Schmerz der Gitter und die Kühle des Wasser nachempfinden kann. Besucherstimmen gibt es ebenfalls dazu: „Man kann Kunst reindenken. Für mich ist es aber in erster Linie eine hervorragende Erfrischung.“

Überhaupt kommen Gäste mit den unterschiedlichsten Statements zu Wort: „Früher war es witziger.“ Kunst sei selbsterklärender gewesen. „Diesmal muss ich immer erst lesen.“ Und eine Besucherin kritisiert die Besucher mit deren Handy-Foto-Manie: „Anstatt dass sie den Augenblick genießen.“ Selbst ein offizieller Fahrradverleiher wird befragt, der ein kritisches Thema dieser Skulptur-Projekte benennt: „Karte und Handy-App reichen nicht, um die Skulpturen zu finden.“

Selbstverständlich kommen auch die Fans zur Wort: Kunstsammler und Designer Dieter Sieger aus Münster verrät, welche zwei Skulpturen ihn total begeistern: Peles Empires Fassaden-Kopie an der Aegidiikirche und Nicole Eisenmans Brunnen an der Kreuzschanze. Zum vierten „house“ von Hreinn Fridfinnsson im Sternbuschpark schwärmt ein Besucher: „Wenn man ganz nah dran­steht, sieht es aus wie Glas.“

Hier zeigt sich zugleich die Ästhetik des Films über die Kameraführung, die intelligentes Erleben nachvollziehbar werden lässt: Zum Edelstahl-Haus-Skelett führt der Kamerablick durch den Brennnessel-Pfad, Eulen-Rufe aus dem Off verstärken die geheimnisvolle Stimmung. Immer wieder wird der Ortsbezug sichtbar: Vor dem Schwenk zur rostigen Kuppel des „Nuclear Temple“ von Thomas Schütte ist die Fake-Festung des Alten Zoos zu sehen. Das Abluftröhren-Ballett von Friedrich Gräsel vor der LBS ist in Aktion zu sehen! Drinnen werden die Roboter in Hito Steyerls Videos bei ihrem Gleichgewichttanz umgestoßen.

Von der beschmierten Luther-Figur vor der Apostelkirche (Aktion der evangelischen Kirche zum Reformationsjubiläum) schwenkt die Kamera zur „Matrix“ am Theater und dem Hinweis „Technik momentan defekt“.

Apropos „Schmierereien“: Das beliebte Graffiti an der Hafenkäserei wird gezeigt, das die Architektur vor Schmierereien bewahrte – bis es entfernt wurde . . .

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Die Filmpremiere ist am Mittwoch (17. Januar) um 18 Uhr im M44 Meeting Center, Johann-Krane-Weg 44. Anschließend gibt es eine kleine Talkrunde. Die beiden Filmemacher möchten damit den Zuschauern einen kleinen Rückblick auf die Skulptur-Projekte 2017 ermöglichen. | m44-muenster.de

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