Kammerchor und „Ensemble 23*12“ in Herz-Jesu
Programmraritäten mit leicht jazzigem Akzent

Münster -

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Auch nicht die Instrumente des Blechbläserensembles „23*12“, das am Sonntag in der Herz-Jesu-Kirche spielte. Gülden aber glänzten all die Töne, die da aus Trompeten, Posaunen, Horn und Tuba flossen. Kein Wunder.

Montag, 08.01.2018, 18:01 Uhr

Constanze Pitz dirigiert als Vertretung von Michael Schmutte den Kammerchor Herz-Jesu und das „Ensemble 23*12“.
Constanze Pitz dirigiert als Vertretung von Michael Schmutte den Kammerchor Herz-Jesu und das „Ensemble 23*12“. Foto: Christoph Schulte im Walde

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Auch nicht die Instrumente des Blechbläserensembles „23*12“, das am Sonntag in der Herz-Jesu-Kirche spielte. Gülden aber glänzten all die Töne, die da aus Trompeten, Posaunen, Horn und Tuba flossen. Kein Wunder: Die zehn Herren im feierlichen Frack sind durch und durch gestandene Profis und liefern absolut hohes künstlerisches Niveau – in Herz-Jesu bereits zum fünften Mal, denn „23*12“ ist dort Dauergast in den Tagen nach dem Jahreswechsel. Und wie immer stand ihm der Kammerchor Herz-Jesu als vokaler Partner zur Seite, wie immer schenkten sie ihrem Publikum in der nahezu restlos gefüllten Kirche ein Programm zwischen stiller Meditation und tänzerischem Festtagsschwung.

Beides findet sich etwa in der Bläser-Suite „Auf dem Weihnachtsmarkt“ von Dieter Wendel oder den „Variationen“ über das Thema aus Edward Elgars Streicherserenade, die Stefan Mey eigens für „23*12“ komponiert hat – Programmraritäten fernab vom üblichen Repertoire der Weihnachtszeit. Und mitunter durchaus unkonventionell, wenn die Musik zur Geburt Jesu mal einen leicht jazzigen Akzent bekommt wie bei Dieter Wendel.

Demgegenüber setzte der wie immer gut disponierte Kammerchor auf die Überzeugungskraft des Schlichten: auf Chorsätze von Michael Praetorius und Johann Sebastian Bach, dessen „In dulci jubilo“ sich mit fein abgestufter Dynamik ganz dem Textinhalt widmet. Max Regers „Schlaf, mein Kindlein“ fächerte den Chorklang dann noch differenzierter auf – bis hin zu Felix Mendelssohn Bartholdys achtstimmigem „Ehre sei Gott in der Höhe“. Hier animierte Dirigentin Constanze Pitz ihren Chor zu kraftvoll-selbstbewusstem Fortissimo.

Pitz wirkt seit Herbst vorigen Jahres als Interims-Chorleiterin in Vertretung von Michael Schmutte, der ein Sabbatjahr einlegt. Der Klangschönheit des Chores tut dies bislang keinerlei Abbruch. Allenfalls in Francis Poulencs „Videntes stellam“ verrutschte hier und da einmal die Intonation, was angesichts der bizarren Harmonik dieser Motette schnell mal passiert. Spätestens im finalen „O du fröhliche“ war die Welt an Bethlehems Krippe wieder in schönster Ordnung. Applaus mit Händen und mit Füßen, bis sich das Publikum dankbar von den Plätzen erhob.

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