Klaus Vetters vorletztes Silvesterkonzert
In bester Kapellmeistermanier

Münster -

Am Ende gab es stehende Ovationen – zum 29. Mal! Kein Platz blieb frei, als Klaus Vetter zum vorletzten Orgelkonzert in der Silvesternacht in die Apostelkirche lud. In einem Jahr wird er sich mit dem 30. Orgelkonzert zum Jahreswechsel in den Ruhestand verabschieden.

Montag, 01.01.2018, 17:01 Uhr

Kantor Klaus Vetter am Spieltisch der „kleinen Apostelorgel“
Kantor Klaus Vetter am Spieltisch der „kleinen Apostelorgel“ Foto: heh

Weihnachtliches, Ernsthaftes und Unterhaltsames lockte er aus den Pfeifen und Registern des Instruments. Von Bachs Passacaglia in c-Moll (BVW 582) bis zu Mendelssohn Bartholdys „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ ging die Reise, sauber gespielt und abwechslungsreich registriert.

Virgil Fox ‘ Bearbeitung von Bachs „Komm, süßer Tod“ stand ebenfalls auf dem Programm, allerdings in einer „Adaption für die relativ kleine Apostelorgel“, wie Vetter in der Begrüßung vor Konzertbeginn mit einem Schmunzeln anmerkte. Fox hatte seine Bach-Bearbeitung für eine große romantische Orgel mit allerlei Zierrat geschrieben, doch Vetters Version klang kein bisschen schmächtig. Schlank und agil ging er an dieses aus dem vollen Sound schöpfende Werk heran. Ein bisschen Glitter streute Vetter anschließend mit der „Tritsch-Tratsch-Polka“ von Johann Strauss’ gleichnamigem Sohn. Den Zuhörern zauberten schon die ersten Takte des Tanzboden-Klassikers ein Lächeln ins Gesicht.

Bald schon bewegten sich viele Köpfe sachte im Takt der Musik. Vetter zauberte an der Orgel in bester Kapellmeistermanier. Er gab den Zuhörern eine Menge guter Laune mit für den vor der Tür stehenden Jahreswechsel, der sich durch viele verfrühte Böller in den Straßen schon lautstark bemerkbar machte.

Am Ende stand Henry Woods „Hornpipe“, eine Nummer voller Marinesignale und bekannter Lieder, uraufgeführt zur Hundertjahrfeier der Schlacht von Trafalgar 1905 und seitdem in fast allen „Last Night of the Proms“-Konzerten vertreten. Die Pfeife des Bootsmanns, die am Anfang steht, erklang flott und frisch aus der Orgel. Draußen nahmen der Lärm der Böller immer mehr zu.

Klaus Vetter beendete – wie seit Jahrzehnten üblich – genau eine Stunde vor dem Jahreswechsel sein Orgelkonzert.

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