Lamberti-Organist Tomasz Nowak spielt Olivier Messiaen im Kerzenschein
Mit schönen Klangfarben zu den Posaunen

Münster -

Als dürfte diese Melodie nie enden, so lässt Olivier Messiaen das Orgel-Kornett singen, ganz lange und ganz ruhig – als Sinnbild für das fleischgewordene Wort, für den Mensch gewordenen Gott, den die Christenheit an Weihnachten empfängt.

Freitag, 29.12.2017, 15:12 Uhr

Die Lambertiorgel war festlich illuminiert.
Die Lambertiorgel war festlich illuminiert. Foto: Christoph Schulz

Als dürfte diese Melodie nie enden, so lässt Olivier Messiaen das Orgel-Kornett singen, ganz lange und ganz ruhig – als Sinnbild für das fleischgewordene Wort, für den Mensch gewordenen Gott, den die Christenheit an Weihnachten empfängt. „Das Wort“ ist Messiaens vierte Meditation des neunteiligen Zyklus’ „Die Geburt des Herrn“, den Lamberti-Organist Tomasz Nowak am Donnerstag ausdeutete. Ein Zyklus, der auf das bethlehemitische Ereignis eher einen introvertierten Blick wirft als es mit pompösem Jubel zu überschütten.

Selbst den Engeln webt Messiaen für ihren Freudentanz an der Krippe ein zartes Gewand aus silberhellen Mixturen statt ihnen Festtagstrompeten in die Hände zu drücken. Dafür bekommen die Hirten zarte Krummhörner und Schalmeien, ganz bodenständig.

Messiaen ist nicht immer „einfach“ zu hören. Doch in der „Geburt des Herrn“ nimmt er den Hörer sehr schön und auf durchaus eingängige Weise mit in den Stall von Bethlehem. Nowak setzt die Betrachtungen mit ausgesucht schönen Klangfarben um, schlägt überwiegend zügige Tempi an, auch in der flächig angelegten Meditation über die „Ewigen Ratschlüsse“. „Die Weisen aus dem Morgenland“ dagegen entscheiden sich in Nowaks Lesart für eine gemütliche Gangart auf dem Weg zum Jesuskind. Kurz aber heftig dann Messiaens Vorgriff auf den Kreuzestod („Jesus nimmt das Leiden an“) mit dissonanten, ja brutalen Akkord-Schlägen.

Wie schon für die vorangegangenen Messiaen-Programme anlässlich des 25. Todestages des Komponisten haben Christoph Schulz und Johannes Sundrup auch diesmal ein Lichtkonzept entwickelt, mit dem die Lamberti-Kirche in bunte Farben getaucht wurde: Für „Die Geburt des Herrn“ gehen sie behutsam vor, finden Lösungen, die statisch wirken und ohne dynamische Bewegung auskommen. Das war einigen der zahlreichen Besucher in St. Lamberti zu wenig. Aber vielleicht ist weniger manchmal mehr. Punkten konnte in jedem Fall das liebevolle und üppige Kerzen-Arrangement von Markus Gröger, der auch die der Musik zugrunde liegenden biblischen Texte rezitierte. Großen Applaus jedenfalls gab es für alle Beteiligten nach dem fulminanten Finale „Gott unter uns“ – da waren sie dann doch noch, die Festtagstrompeten und -posaunen.

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