Lange vor Beginn gab es beim Weihnachtsoratorium keine Stehplätze mehr
Dom war mehr als voll

Münster -

Wenn der Rang einer Aufführung an der Publikumsresonanz bemessen werden kann, gehörte das Weihnachtskonzert der Chöre am Dom und des Santini-Kammerorchesters, die am zweiten Weihnachtsfeiertag die Kantaten I bis III aus Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium intonierten, bereits lange vor dem offiziellen Beginn des geistlichen Konzerts zu den bemerkenswertesten musikalischen Veranstaltungen des Jahres 2017.

Mittwoch, 27.12.2017, 23:12 Uhr

Selbst der große Dom konnte die Massen nicht fassen, die sich am zweiten Weihnachtsfeiertag dort das Weihnachtsoratorium anhören wollten.
Selbst der große Dom konnte die Massen nicht fassen, die sich am zweiten Weihnachtsfeiertag dort das Weihnachtsoratorium anhören wollten. Foto: dpa/Friso Gentsch

Wer, wie der Berichterstatter, der fehlgeleiteten Überzeugung aufgesessen war, dass sich 40 Minuten bevor die ersten Klänge ertönen sollten, noch ein Plätzchen im Paulusdom finden werde, von welchem aus das barocke Meisterwerk angemessen gehört und unter Umständen auch hätte gesehen werden können, wurde bereits bei der Anfahrt eines besseren belehrt. Spätestens in dem Moment, als man des Rückstaus, der sich bis zum Ägidii-Parkhaus erstreckte, ansichtig wurde, schwante manchem, dass es sich wohl nicht so einfach gestalten würde, einen Park-, respektive einen Sitzplatz zu ergattern. Ein Verdacht, der sich bei der Einfahrt auf den in seiner gesamten Länge und Breite als Parkplatz genutzten Domplatz erhärtete. War dieser doch bereits zu weit mehr als drei Vierteln belegt, so dass schon die Suche nach einem Parkplatz zur Odyssee geriet. Wer das Glück hatte, hier noch einen Stellplatz zu ergattern, sah sich spätestens beim nun gar nicht mehr so weiten Weg zum Paradiesportal verwundert mit einer nicht unerheblichen Menschenmenge konfrontiert, die offensichtlich das Weite nicht nur suchte, sondern fand.

Die Frage drängte sich auf, warum so viele den zu erwartenden musikalischen Hochgenüssen zu entfliehen trachteten. Eine Frage, die sich kaum eine Viertelstunde später ohne größere Mühe beantworten ließ. Man hatte sich in den Strom der in die Patronatskirche Drängenden, die den Hinausstrebenden zahlenmäßig mindestens ebenbürtig waren, eingereiht und gelangte, kaum im Kirchenschiff angekommen, zu der Überzeugung, dass sämtliche Mühen, derer man sich bis hierher unterzogen hatte, fruchtlos bleiben mussten.

Der Dom konnte in seiner ganzen Ehrfurcht gebietenden Größe nicht einen weiteren Zuhörer beherbergen. Nachdem auch der intensive Versuch einen zumindest einigermaßen erträglichen Stehplatz zu finden erfolglos blieb und die Nachfrage bei den Ordnern, nach Plätzen nichts weiter als ein resigniertes Achselzucken zur Folge hat, wendete der Berichterstatter seine Schritte erneut gen Paradiesportal. Dieses mal um sich in den Strom der Davonstrebenden einzureihen und fand sich erneut kaum eine Viertelstunde später vor dem Dom wieder. Ohne Foto und ohne Bericht aber um eine Erfahrung reicher – sollte er im kommenden Jahr einen erneuten Angang wagen, würde er anderthalb Stunden eher anreisen – mindestens.

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