Ausstellung in St. Joseph
Der Mann im Waschbärpelz

Münster -

„Ich Tier. Du Tier. Ihr Tiere.“ – so heißt die Ausstellung mit Ölgemälden von Sebastian Osterhaus, die – sehr surreal – das biologisch Unmögliche darstellen.

Dienstag, 16.07.2013, 17:07 Uhr

Ungewöhnliche Symbiosen: Hinter dem „Neuberliner“ verbirgt sich der Mensch im Waschbärpelz.
Ungewöhnliche Symbiosen: Hinter dem „Neuberliner“ verbirgt sich der Mensch im Waschbärpelz. Foto: heh

Die großformatigen Arbeiten hängen in St. Joseph und verblüffen beim ersten Betrachten. Tiere und Menschen in ungewöhnlichen Symbiosen, ein riesenhafter Marienkäfer mit dem Gesicht eines erwachsenen Mannes beispielsweise oder ein Mann im Waschbärpelz . „Ich Tier. Du Tier. Ihr Tiere.“ – so heißt deshalb die Ausstellung, die ausschließlich Ölgemälde von Sebastian Osterhaus zeigt.

Dabei erweitert Osterhaus, gebürtig aus dem Tecklenburger Land und derzeit Meisterschüler an der Hochschule für Bildende Künste Dresden , die klassische Ölmalerei um andere Techniken. Lack, Edding, Street Art und Siebdruck in Kombination mit der Ölmalerei auf Leinwand ergeben gemeinsam collagenhafte Effekte, ein paar Konturen werden mit dem Lackmalstift betont, und die fotografisch getreue Wiedergabe der Gesichter vermittelt den surrealen Bildern einen Hauch von Gegenständlichkeit, der einen spannenden Kontrast zum biologisch Unmöglichen darstellt.

Pfarrer Dr. Stefan Rau zitierte bei der Vernissage Psalm 104 der Bibel, um die enge Beziehung von Mensch und Tier, die in den Bildern thematisiert wird, theologisch zu erklären. Und um auszuführen, warum diese farbenfrohen Bilder durchaus in einen Kirchenraum gehören. Der ewige Gott sei in diesem Psalm auf der einen Seite, Menschen, Tiere und Pflanzen gemeinsam auf der anderen Seite der Schöpfung anzutreffen, so Rau. Auch seien viele Heilige und Propheten mit Tieren in Verbindung gebracht worden: Markus mit dem Löwen, Lukas mit dem Stier, Eva mit der Schlange, Jesus mit dem Lamm und Hubertus mit dem Hirsch. „Ein Kirchenraum bildet das ab, was man eigentlich nicht sehen kann. Auch Kunst zeigt das, was man eigentlich nicht sehen kann“, erklärte Rau das Surreale in den Bildern. Osterhaus hätte „Traumbilder“ geschaffen, so Rau.

Die Gäste der gut besuchten Vernissage hörten interessiert zu und nutzten die Möglichkeit, beim Rundgang mit dem Maler zu diskutieren. Saxofonist Frank Lienemann steuerte mit einer verträumten Improvisation über das Thema der „Promenade“ aus „Bilder einer Ausstellung“ vom Modest Mussorgsky ein musikalisches Intermezzo bei.

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Die Ausstellung „Ich Tier. Du Tier. Ihr Tiere.“ ist noch bis zum 8. September, täglich von 8 bis 20 Uhr, in St. Joseph an der Hammer Straße zu sehen.

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