Team erstellt Gutachten für den Aasee
Der Fischbestand soll gesunder werden

Münster -

Ein Expertenteam untersucht am Mittwoch und Donnerstag den Fischbestand des Aasees. Dort waren im Hitzesommer 2018 massenhaft Fische verendet. Ein Grund – das zeigten bisherige Untersuchungen – war der extrem hohe Bestand.

Mittwoch, 09.10.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 09.10.2019, 19:36 Uhr
Mit einem Boot und Elektrizität fischte das Team von Markus Kühlmann am Mittwoch insbesondere in den Uferzonen. Foto: Matthias Ahlke

Langsam fährt das Aluminiumboot am Ufer des Aasees entlang. Was die Männer an Bord dort am Mittwochnachmittag machen, sieht man nicht: Sie fischen. Aber nicht mit Angeln, sondern Elektrizität.

Mit Erfolg: Die Kescher senken sich ins Wasser, die Beute wird in wassergefüllte Bottiche an Bord verfrachtet. Markus Kühlmann ist über den Fang erfreut: „Ein junger Hecht, im Frühjahr geboren“, stellt der Experte fest. „Das ist genau das, was wir hier wollen: Hechte und Zander.“

Kühlmann ist Sachverständiger im Bereich Flussgebietsmanagement des Ruhrverbandes und erstellt im Auftrag der Stadt Münster ein fischereibiologisches Gutachten mit Hegeplan. Dafür untersuchen er und sein Team am Mittwoch und Donnerstag zunächst den Fischbestand im Aasee.

Überprüfung per Elektrobefischung

Am Mittwoch werden vor allem die Uferbereiche mittels Elektrobefischung unter die Lupe genommen: Dabei fließt Gleichstrom über einen Plus- und Minuspol ins Wasser, der die Muskulatur der Fische beeinflusse, sodass sie zum Pluspol schwimmen“, erklärt der Experte. „Eine sehr schonende Methode.“ Nach der Artbestimmung und Vermessung würden die Tiere wieder freigelassen.

Um auch die Arten an tieferen Stellen zu erfassen, wird das Team am heutigen Donnerstag zusätzlich mit Multimaschennetzen unterwegs sein. „Wichtig ist der Mix in verschiedenen Bereichen“, so Kühlmann. Dabei weiß der Experte, dass sich grundsätzlich zu viele Fische, insbesondere Friedfische, im Aasee tummeln.

Das Problem sei der hohe Nährstoffeintrag: Dadurch können sich viele Algen und in der Folge Kleinkrebse bilden, die wiederum den hohen Fischbestand verursachten – ein Grund für das massenhafte Sterben 2018.

Expertenteam untersucht Fischbestand im Aasee

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  • Mittels schonender Elektrobefischung nahm ein Expertenteam am Mittwoch den Fischbestand im Aasee unter die Lupe – ein Schritt hin zu einem fischereibiologischen Gutachten mit Hegeplan als Grundlage für einen dauerhaft gesunden Fischbestand.

    Mittels schonender Elektrobefischung nahm ein Expertenteam am Mittwoch den Fischbestand im Aasee unter die Lupe – ein Schritt hin zu einem fischereibiologischen Gutachten mit Hegeplan als Grundlage für einen dauerhaft gesunden Fischbestand.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Mittels schonender Elektrobefischung nahm ein Expertenteam am Mittwoch den Fischbestand im Aasee unter die Lupe – ein Schritt hin zu einem fischereibiologischen Gutachten mit Hegeplan als Grundlage für einen dauerhaft gesunden Fischbestand.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Mittels schonender Elektrobefischung nahm ein Expertenteam am Mittwoch den Fischbestand im Aasee unter die Lupe – ein Schritt hin zu einem fischereibiologischen Gutachten mit Hegeplan als Grundlage für einen dauerhaft gesunden Fischbestand.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Mittels schonender Elektrobefischung nahm ein Expertenteam am Mittwoch den Fischbestand im Aasee unter die Lupe – ein Schritt hin zu einem fischereibiologischen Gutachten mit Hegeplan als Grundlage für einen dauerhaft gesunden Fischbestand.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Mittels schonender Elektrobefischung nahm ein Expertenteam am Mittwoch den Fischbestand im Aasee unter die Lupe – ein Schritt hin zu einem fischereibiologischen Gutachten mit Hegeplan als Grundlage für einen dauerhaft gesunden Fischbestand.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Mittels schonender Elektrobefischung nahm ein Expertenteam am Mittwoch den Fischbestand im Aasee unter die Lupe – ein Schritt hin zu einem fischereibiologischen Gutachten mit Hegeplan als Grundlage für einen dauerhaft gesunden Fischbestand.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Mittels schonender Elektrobefischung nahm ein Expertenteam am Mittwoch den Fischbestand im Aasee unter die Lupe – ein Schritt hin zu einem fischereibiologischen Gutachten mit Hegeplan als Grundlage für einen dauerhaft gesunden Fischbestand.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Mittels schonender Elektrobefischung nahm ein Expertenteam am Mittwoch den Fischbestand im Aasee unter die Lupe – ein Schritt hin zu einem fischereibiologischen Gutachten mit Hegeplan als Grundlage für einen dauerhaft gesunden Fischbestand.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Mittels schonender Elektrobefischung nahm ein Expertenteam am Mittwoch den Fischbestand im Aasee unter die Lupe – ein Schritt hin zu einem fischereibiologischen Gutachten mit Hegeplan als Grundlage für einen dauerhaft gesunden Fischbestand.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Markus Kühlmann, Sachverständiger im Bereich Flussgebietsmanagement des Ruhrverbandes, und sein Team wurden von der Stadt Münster mit der Erstellung des Gutachtens beauftragt.

    Foto: Matthias Ahlke

Der Hegeplan soll aufzeigen, wie ein für den Aasee gesunder Fischbestand konkret aussehen sollte, wie er zu erreichen ist und vor allem, wie er dauerhaft kon­trolliert und gesichert werden kann. Die aktuelle Bestandserhebung sei wichtig, um geeignete Maßnahmen abzuleiten, erklärt Kühlmann.

Die könnten beispielsweise durch einen gezielten Raubfischbesatz bestehen. Ideal wären 60 Prozent Beute- und 40 Prozent Raubfische. Aber auch Fischerei oder eine Veränderung der Ufer- und Seestrukturen – etwa um als gute Laich- oder Rückzugsgebiete für gewünschte Fische zu dienen – kämen als Maßnahmen infrage.

Unterstützung erhält bei der Fisch-Problematik schon lange vom Fischereiverein Frühauf Münster. Dieser steht auch Kühlmann und seinem Team zur Seite – „tolle Partner“, meint der Experte. Anfang 2020 will er das Gutachten vorlegen.

Gutachten für den Aasee

Das fischereibiologische Gutachten mit Hegeplan sei nur ein Baustein, der in das Gesamtgutachten eingebettet sei, das die Stadt nach dem massenhaften Fischsterben 2018 veranlasst hatte, erläutert Berthold Reloe, der Gewässerschutzbeauftragte der Stadt. Das nehme aber auch weitere Aspekte in den Fokus, etwa die Nährstoff- und Belüftungssituation. Ziel sei ein Interventionsmanagement, das regelmäßig Einflussfaktoren wie Sauerstoffkonzentration, Temperatur und Windrichtung erhebt, sodass frühzeitig geeignete Maßnahmen ergriffen werden können, um ein Umkippen des Aasees wie 2018 zu verhindern.

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