Nach der Schießerei in Halle
Polizei sichert münsterische Synagoge ab sofort rund um die Uhr

Münster -

Die Polizei sichert die münsterische Synagoge bis auf Weiteres rund um die Uhr. Auch vor dem jüdischen Gemeindehaus am Kanonengraben wird sie präsent sein. Sie reagiert damit auf die Schießerei vor einer Synagoge in Halle.

Mittwoch, 09.10.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 09.10.2019, 18:49 Uhr
Die münsterische Synagoge wird seit den Ereignissen in Halle rund um die Uhr durch die Polizei gesichert. Foto: hpe

Nach der Schießerei vor einer Synagoge in Halle sichert die münsterische Polizei bis auf weiteres die Synagoge an der Klosterstraße sowie das jüdische Gemeindehaus am Kanonengraben rund um die Uhr. Das teilte am Mittwoch eine Behördensprecherin mit.

Die jüdische Gemeinde in Münster erfuhr von dem Vorfall in Halle durch die Polizei, so Vorsteher Sharon Fehr . „Wegen des Feiertages Yom Kippur hatten wir in der Synagoge keine Nachrichten verfolgt“, so Fehr. Als er von der Schießerei erfuhr, sei es ihm „eiskalt den Rücken hintergelaufen“.

Auf die Frage, ob sich die Gemeinde nun noch stärker gegen mögliche Angriffe schützen werde, sagt Fehr: „Mehr Sicherheit als jetzt geht nicht mehr.“ So hielten sich Gemeindemitglieder schon seit Längerem nicht mehr vor und nach Gottesdiensten vor der Synagoge auf – und tragen auf der Straße keine Kippa mehr.

Schüsse in Halle

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  • Schwer bewaffnete Täter haben mitten in Halle/Saale zwei Menschen erschossen und die Flucht ergriffen. Die Stadt Halle sprach am Mittwoch von einer «Amoklage».

    Schwer bewaffnete Täter haben mitten in Halle/Saale zwei Menschen erschossen und die Flucht ergriffen. Die Stadt Halle sprach am Mittwoch von einer «Amoklage».

    Foto: Swen Pförtner/dpa
  • Bei dem Angriff in Halle/Saale legte ein Täter auch selbstgebastelte Sprengsätze vor der Synagoge ab. Der Täter habe versucht, in die Synagoge einzudringen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Sicherheitskreisen.

    Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa (Archiv-Foto)
  • Außerdem hätten der oder die Täter versucht, das Tor des benachbarten jüdischen Friedhofs aufzuschießen, sagte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki. In der Synagoge habe die Gemeinde den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur gefeiert.

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  • Ein Täter soll in einen nahe gelegenen Döner-Imbiss geschossen haben, wie mehrere Augenzeugen berichteten.

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  • Die Gegend um das Lokal - etwa 600 Meter entfernt von der Synagoge - war abgesperrt. Die Stadt rief die Menschen überall in Halle dazu auf, in Sicherheit in Gebäuden zu bleiben.

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  • Der Generalbundesanwalt zog die Ermittlungen an sich. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Mordes von besonderer Bedeutung. Ob es sich um eine antisemitische Tat handelt, sei noch unklar, sagte ein Sprecher.

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  • Die Polizei teilte mit, mehrere bewaffnete Täter seien mit einem Auto auf der Flucht. Am frühen Nachmittag meldete die Polizei die Festnahme einer Person, ohne Details zu nennen.

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  • Die Stadt teilte am frühen Nachmittag mit: «Im Zusammenhang mit einer Amoklage hat Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand den Stab für Außergewöhnliche Ereignisse einberufen.» Alle Rettungskräfte der Feuerwehr seien in Alarmbereitschaft versetzt worden. Die Polizei zog seit den Mittagsstunden alle verfügbaren Kräfte in Sachsen-Anhalt ab und verlegte sie nach Halle.

    Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
  • Auch in Landsberg, rund 15 Kilometer östlich von Halle, gab es Schüsse, bestätigte eine Polizeisprecherin in Halle. Menschen sollen auch hier Gebäude und Wohnungen nicht verlassen, hieß es.

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