Teil des Masterplans
Ameisenbär Junio: Der erste Bewohner des neuen Zoos

Münster -

Neuer Bewohner im Allwetterzoo Münster: Am Montagnachmittag kam der Tiertransport aus Frankfurt mit einem Ameisenbär auf der Sentruper Höhe an. Mit „Junio“ wird eine neue Ära im Zoo eingeleitet.

Montag, 02.09.2019, 19:53 Uhr
Ameisenbär Junio wohnt fortan in Münsters Allwetterzoo. Foto: Oliver Werner

In Brasilien brennt seit Wochen der immer kleiner werdende Lebensraum von Junio. Der Große Ameisenbär gilt als gefährdet, die Tiere sind immer seltener in freier Wildbahn, also in den Regenwäldern, Sumpf- und Graslandschaften Süd- und Mittelamerikas, zu beobachten. In Münsters Allwetterzoo ist Junio der erste seiner Art. Am Montagnachmittag kam der Tiertransport aus Frankfurt auf der Sentruper Höhe an. Gut drei Stunden waren Tierpflegerin Anke Riehm, die schon mal eine Leopardin aus Chemnitz abgeholt hat, und Junio auf der Sauerland-Linie unterwegs.

Ganz vorsichtig tapst der gut ein Jahr alte Ameisenbär aus der mit Lochblech von innen verkleideten Holzkisten in seinen neuen Stall. Man hört ein lautes Riechen. Knapp 40 Kilo wiegt das im Juni 2018 geborene Jungtier, noch ist es nicht ganz ausgewachsen. Irgendwann wird es so groß wie ein Schäferhund sein. Charakteristisch ist die 40 Zentimeter lange Nase des Ameisenbären. „Erst kommt die Nase und dann lange nichts“, scherzt Tierpfleger Alexander Dietrich, als sich die Holzkiste öffnet und wirklich erst nur die Nasespitze hervorlugt.

Tropenhaus wird abgerissen

Die neue Tierart läutet die neue Ära ein. Zoodirektor Dr. Thomas Wilms hatte der Politik den Masterplan 2030 plus vorgestellt, der das Profil des Zoos als Artenschutz- und Bildungsinstitution schärfen soll. Die künftige Einteilung wird durch die Klimazonen Gemäßigte Zone, Subtropen und Tropen bestimmt. Als eine der ersten großen Maßnahmen soll in den Jahren 2020/21 das Tropenhaus abgerissen und als „Regenwald Südamerikas“ neu aufgebaut werden. Einer der Bewohner wird neben bereits vorhandenen Tieren Junio sein. „Er ist das erste größere Tier, das mit Blick auf die Umsetzung des Masterplans zusätzlich nach Münster kommt“, sagt Zoo-Kurator Dr. Dirk Wewers .

Große Ameisenbären hatte es um 1900 und zuletzt in den 1960er-Jahren im alten münsterischen Zoo gegeben. Der Speiseplan sah damals Kondensmilch und zerkrümelte Hundekuchen vor. Junio mag gerne Mehlwürmer. Die Insektenproteine verputzt er drei Mal am Tag in einem extra angerührten Brei. „Auch Joghurt schleckt er gerne“, sagt Wewers.

Junio wird nicht der einzige Ameisenbär im Allwetterzoo bleiben. Im Oktober gesellt sich Milo dazu. Das drei Jahre alte Weibchen kommt dann aus einem belgischen Zoo und soll mit Junio Nachwuchs zeugen. Dafür steht den beiden Tieren das von Grund auf erneuerte, frühere Gehege der Pekaris gegenüber der Nashorn-Anlage zur Verfügung. Die sieben südamerikanischen Nabelschweine haben Münster verlassen und leben seit Mai im Eifelzoo. Das Gitter ist durch ein dicke Glasscheibe ausgetauscht worden. Dahinter wird Junio voraussichtlich ab Donnerstag von den Zoobesuchern beobachtet werden können.

Nachwuchs bei zwei bedrohten Schildkrötenarten

Der Allwetterzoo freut sich über Nachwuchs bei gleich zwei stark bedrohten Schildkrötenarten. Exemplare der Art „Cuora Mccordi“ werden nach Angaben des Zoos seit dem Jahr 2010 nicht mehr in der Natur gefunden und gelten in der freien Wildbahn als ausgestorben. Die kleine Schildkröte schlüpfte bereits Mitte August.

Gehalten wird die Art nur in vier der EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) angehörenden Zoos. In Münsters internationalem Zentrum für Schildkrötenschutz sind im August ebenfalls zwei Schildkröten der Gattung „Cuora Bourreti“ geschlüpft. So wie die „Cuora Mccordi“ stehen auch diese als „kritisch gefährdet“ auf der Roten Liste, teilt der Zoo mit. 

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Tiere im Allwetterzoo Münster

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  • montage

    Pelikane, Tiger, Erdmännchen & Co.: Entdecken Sie mit unseren Bildern den Allwetterzoo!

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Noch gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Schnee? Der Gepard trägt es mit Fassung.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gar nicht braun, so ein syrischer Braunbär...

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tiger Fedor kam im Juli 2017 in den Allwetterzoo.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nachwuchs bei den Nashörnern: Amiri kam am 20. Mai 2017 zur Welt. Auf unserem Foto ist sie schon fast drei Monate alt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Malaienbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein lustiges Outfit tragen die Bongos.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Oliver Werner
  • Ist das bequem? Ein Malaienbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bad in der Sonne: ein amerikanischer Nasenbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Hier fürchtet ihn niemand: Der Wolf ist im Zoo willkommen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nein, das juckt nicht: Ein Vogel ist auf dem Nashorn-Horn gelandet . . .

    Foto: Gunnar A. Pier
  • . . . und fliegt wieder weg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nachwuchs bei den Nashörnern: Amiri kam am 20. Mai 2017 zur Welt. Auf unserem Foto ist sie schon fast drei Monate alt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zwei Pelikane.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Pelikan.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Eine stolze Pracht trägt der Kronenkranich.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Er ist klein, und dann duckt er sich auch noch: ein junger Straß.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Afrika-Berich gibt es auch Defassa-Wasserböcke.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tigerin Nely wundert sich, dass das Wasser in ihrem Gehege zugewuchert ist.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Auch sie landen im Zoo: Störche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tiger-Dame Nely.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tiger-Dame Nely.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gar nicht rosa: ein Flamingo-Küken im Oktober 2016.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Immer auf der Hut: Erdmännchen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein durstiger Defassa-Wasserbock.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Geduckt: ein Strauß.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kronenkranich.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Diese Wildkatze hat Punkte - also ist es ein Gepard.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Brillenpinguine.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Brillenpinguine leben eigentlich an der afrikanischen West- und Südküste, deshalb finden sie es in Münster nicht viel zu warm.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bongos sehen komisch aus.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gänsegeier im Schnee

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gepard

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Brillenpinguine

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Trampeltier mit Schnee-Schnute.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Wolf.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Syrischer Braunbär.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gepard im Schnee.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ein Wolf lugt hervor.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Wer erkennt die Unterschiede? Die Tiger Nely (links) und Fedor.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bauchlandung: zwei Brillenpinguine.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kaum bekannt, aber auch niedlich: ein chinesischer Muntjak.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kegelrobbe

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kegelrobbe

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Oran Utan

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner
  • Foto: Oliver Werner

 

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