Schreibwerkstatt für zugewanderte Jugendliche
Lust auf Rechtschreibung wecken

Münster -

Die Projektinitiative „Mut machen“ kam in die ehemalige Oxford-Kaserne zu den Deutsch-Intensivkursen für zugewanderte Kinder und Jugendliche. Dort, wo in den Sprachkursen von „MitSprache“ der Stadt Münster Zehn- bis 17-Jährige in den Sommerferien in Schreibwerkstätten kreativ und reflektiert ihre Rechtschreibung und so ihre schulischen Leistungen verbessern, kam ein besonderes Buch zur Sprache.

Donnerstag, 08.08.2019, 11:53 Uhr aktualisiert: 08.08.2019, 12:26 Uhr
Die Projektinitiative „Mut machen“ stellte beim Besuch der MitSprache-Schreibwerkstätten das bewegende Buch „Spuck die Trauer aus“ vor. Die zugewanderten Jugendlichen sprachen dabei auch über eigene Fluchterfahrungen, Träume, Wünsche und Ziele. Foto: Stadt Münster

Dr. Nikola Moustakis von der Projektgruppe stellte die bewegende Geschichte „Spuck die Trauer aus“ der griechischen Autorin Marietta Kontou vor. Sie erzählt die Geschichte des Mädchens Nour, die dem zerstörerischen Krieg in Syrien entflieht und nach einer abenteuerlichen Odyssee in Deutschland ankommt. Dank ihres unbeugsamen Willens und ihres Talents als Schwimmerin schafft Nour es in das Olympia-Team geflüchteter Athleten und fährt zu den Spielen nach Rio de Janeiro, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt.

Eine zweisprachige Lesung, bei der Jennifer Wahlbring einige Kapitel auf Deutsch und Mohammed Chaher Al Halabi auf Arabisch vortrugen, zog die Jugendlichen zusätzlich in ihren Bann. Am Ende gab es großen Applaus, der lange Weg Nours wurde auf der Landkarte nachgezeichnet und die jungen Leute kamen ins Gespräch über eigene Fluchterfahrungen, Träume, Hoffnungen und Ziele.

Nie den Mut verlieren

Orestis Kazasidis, Ideengeber von „Mut machen“, betonte, wie wichtig es ist, sich immer wieder Ziele zu setzen, durchzuhalten und den Mut nicht zu verlieren. Zum guten Schluss erhielten alle Schülerinnen und Schüler eine Postkarte mit Szenen aus dem Leben der Nour, mit viel Platz zum Schreiben auf der Rückseite, heißt es weiter.

Projekt "MitSprache"

In allen Schulferien haben neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler aller weiterführenden Schulen mit (noch) geringen Deutschkenntnissen die Möglichkeit, die städtischen Deutsch-Intensiv-Kurse "MitSprache" zu besuchen.

In den Kursen können die Kinder und Jugendlichen in kleinen Gruppen spielerisch und in alltäglichen Situationen die deutsche Sprache erlernen. Daneben lernen sie die Stadt und damit ihre neue Heimat besser kennen.

Das kostenlose Kursangebot ist ein Baustein einer gelebten städtischen Willkommenskultur, heißt es auf der Stadt-Homepage. Demnach signalisiert die Stadt mit diesem Angebot den Kindern, Jugendlichen und ihren Familien, dass sie ihnen das Ankommen erleichtern will und sie darin unterstützt, einen guten Schul- und Bildungsweg gehen zu können.

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Ebenfalls inspiriert von diesem Buch hatte sich die Projektgruppe „Mut machen“ 2018 mit Vertretern des Integrationsrates, der Ausländerbehörde und der Westfälischen Wilhelms-Universität gegründet. Sie will für Interkulturalität und Mehrsprachigkeit sensibilisieren und junge Menschen ermutigen, aus ihren Fähigkeiten etwas zu machen. Inzwischen wird die Gruppe von Studierenden und arabisch-sprachigen Bürgern der Stadt unterstützt. 

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