Pilotprojekt: Pflegeazubis üben mit Schauspielpatienten
Simulation vor Realität

Münster -

Schauspiel zu Lernzwecken: Beim „Simulations- und Skill-Training für Auszubildende der Schule für Gesundheits- und Kranken-/Kinderkrankenpflege“ am UKM werden die Patienten von Schauspielern gemimt – für eine bestmögliche Pflege-Ausbildung.

Mittwoch, 31.07.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 31.07.2019, 09:11 Uhr
Lisa Strizel (2.v.l.), Simulations-Mitorganisatorin, und Michael Klatthaar (3.v.l.), organisatorischer Leiter des Trainingszentrums, reflektieren mit Kranken- und Gesundheitspflege-Azubi Momo Behravan (r.) und der Schauspielpatientin die vorangegangene Simulation. Foto: Anna Girke

Momo Behravan atmet tief durch und rückt das Headset zurecht. Die Tür öffnet sich, im Krankenzimmer liegt Frau Schulte, die an der Brust operiert werden soll. Aber die Patientin simuliert nur – und das soll im Trainingscenter des Universitätsklinikums ( UKM ) auch so sein. Denn beim „Simulations- und Skill-Training für Auszubildende der Schule für Gesundheits- und Kranken-/Kinderkrankenpflege“ wurden die Patienten von Schauspielern gemimt.

Simulation hat viele Vorteile

Lisa Strizel, Mitorganisatorin der Simulation, weiß warum: „Die Azubis lernen so in einer geschützten Situation ihren späteren Arbeitsalltag kennen.“ Und das auf eine möglichst authentische Art und Weise. „Deswegen tragen die Schüler auch Dienstkleidung, die Situation soll so real wie möglich sein“, sagt Schulleiter Klaus Lenfers .

Momo Behravan zeigt sich überzeugt: „Die Situation hat sich echt angefühlt, als wäre die Simulation real – und ich im Krankenhaus.“ Mitschüler und Gruppenleiter reflektieren die Simulationssituation, analysieren Videoausschnitte und sprechen über Schwierigkeiten und Körpersprache. Auch die Darstellerin der Patientin gibt Rückmeldung, wie sie die Betreuung der angehenden Pflegerin empfunden hat.

„Die Schauspieler haben alle Theatererfahrung und sind geschult im Feedback“, so Theaterpädagoge Franz-Bernhard Schrewe vom Institut für Ausbildung und Studienangelegenheiten. Die Simulation hat für ihn viele Vorteile: „Die Situation ist unbekannt und neutral, Schauspieler und Azubis agieren unabhängig voneinander. Das ist bei klassischen Rollenspielen nicht gegeben, wenn man sich untereinander kennt.“

Üben an der Puppe

Die angehenden Krankenpfleger üben neben dem Umgang mit Patienten in zwei Simulationen auch das Katheterlegen und die antiseptische Wundversorgung an einer Puppe. „Bei den Medizinern gibt es solche Simulations-Trainings schon länger, nicht jedoch in der Pflege“, sagt Schrewe. Klaus Lenfers möchte das Training langfristig in den Stundenplan der Azubis aufnehmen. Denn er zieht ein positives Feedback des Pilotprojekts: „Der erste Durchlauf am vergangenen Freitag ist gut angekommen.“

So sehen das auch Behravan und ihre Gruppe. Für sie war das Training hilfreich und eine wichtige Vorbereitung für den Berufsalltag. Denn wenn Momo Behravan ein echtes Krankenzimmer betritt, wird aus der Simulation Realität.

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