Kommentar: Streit um Erweiterung der Pleisterschule
Architektur ist nicht alles

Münster -

Welcher Bauherr gibt schon gern viel Geld für ein Gebäude aus, das man von der Straße aus gar nicht sehen (und somit auch nicht bewundern) kann?

Samstag, 20.07.2019, 13:00 Uhr
Dieser Spielplatz soll verschwinden, wenn die Pleisterschule erweitert wird. Die Nachbarn laufen dagegen Sturm. Sie möchten, dass der Erweiterungsbau auf dem rückwärtigen Teil des Schulgeländes entsteht. Foto: kb

Anders herum wird auch ein Schuh daraus: Welcher Anwohner verzichtet schon gern auf einen Spielplatz und eine lieb gewonnene Grünfläche, nur damit der Erweiterungsbau einer Grundschule architektonisch besonders zu Geltung kommt?

Diese beiden Fragen lassen erahnen, welche Sprengkraft der Streit um die Erweiterung der Pleisterschule entfalten kann. Die Grundschule ist eine kleine Schule, angesiedelt an einem gleichermaßen schönen wie unscheinbaren Standort. Aus Sicht der Stadtverwaltung und der Schulleitung mag es nachvollziehbar sein, die Schule aus ihrem (architektonischen) Dornröschenschlaf zu befreien und ihr ein „Gesicht“ zu geben, so auch die Begründung für die Abkehr von der zunächst vorgesehenen Hinterhofbebauung.

Kritik an Stadtverwaltung

Auf der anderen Seite ist auch die Frage berechtigt, ob sich ein klassischer Schul(an)bau in einem klassischen Wohngebiet nicht auch einmal mit einem 1b-Standort begnügen kann, wenn sich am 1a-Standort nun mal ein Spielplatz befindet.

Wie der Streit fachlich zu bewerten ist, das ist schwer zu sagen. Atmosphärisch indes dürfte das Sympathiependel zu Gunsten der Anwohner und einiger Kommunalpolitiker ausschlagen. Sie kritisieren nicht nur die vorgelegten Pläne, sondern auch die Tonlage der Stadtverwaltung.

Nach übereinstimmenden Angaben verschiedener Beteiligter soll sich ein Planer aus den Reihen der Stadtverwaltung herablassend gegenüber den Kritikern geäußert haben. Das geht gar nicht.

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