XXL-Schmarotzer eingetroffen
Neue Ausstellung im Naturkundemuseum geplant

Münster -

Das Naturkundemuseum des Landschaftsverbandes bereitet eine neue Sonderausstellung vor. Beim Thema „Beziehungskisten – Formen des Zusammenlebens in der Natur“ geht es ab 25. September unter anderem um Vollschmarotzer.

Samstag, 13.07.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 13.07.2019, 16:12 Uhr
Voller Spannung erwartet wurde das 1:1-Modell eines Vollschmarotzers für die neue Sonderausstellung „Beziehungskisten“. Foto: LWL/ Heimann

Es klingt zwar merkwürdig, doch wenn eine Pflanze weder Wurzeln zur Wasseraufnahme noch Blätter zur Photosynthese ausbildet und in einem Wirt lebt, dann wird diese Pflanze wissenschaftlich völlig korrekt als „Vollschmarotzer“ bezeichnet. Mit dem Modell einer Riesenrafflesie soll im LWL-Museum für Naturkunde, Sentruper Straße 285, dieser pflanzliche Parasit präsentiert werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Landschaftsverbandes.

Es ist das erste angelieferte Ausstellungsstück der Sonderausstellung „Beziehungskisten – Formen des Zusammenlebens in der Natur“, die ab dem 25. September im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zu sehen sein wird. Die Blüten messen bis zu einem Meter im Durchmesser und sind bis zu elf Kilogramm schwer. Damit hat Rafflesia die größte Blüte im Pflanzenreich und wird zu einem besonderen Objekt der neuen Ausstellung.

Lebensechte Modelle

„Rafflesia ist ein beeindruckendes Beispiel für parasitisches Leben unter den Pflanzen, da bei Parasiten im Allgemeinen eher an Tiere gedacht wird“, sagt Dr. Michaela Klösener . Die Biologin und Ausstellungsmacherin hat das originalgetreue lebensgroße Modell für die Ausstellung von einem Präparator in England anfertigen lassen.

Jeremy Hunt aus London ist Spezialist für museale Großmodelle und hat schon auf der ganzen Welt für Museen gearbeitet. Zusammen mit der Kuratorin Lisa Klepfer packte Klösener die Holzkiste aus Großbritannien sorgfältig aus. Klepfer: „Das Modell wird nach Ausstellungsende in unsere Sammlung übergehen.“

Innerhalb der Wirtspflanze

Die in tropischen Regenwäldern Borneos und Sumatras beheimatete Riesenrafflesie (Rafflesia arnoldii) lebt mit Ausnahme ihrer Blüte, vollständig innerhalb ihrer Wirtspflanze. Sie durchwebt die Wurzeln ihrer Wirtspflanze, einem Weinrebengewächs, mit einem Geflecht mikroskopisch feiner Zellfäden und entzieht ihr darüber Wasser und Nährstoffe.

Nach etwa 18 Monaten brechen Knospen durch die Wurzelrinde der Wirtspflanze. Die Knospen benötigen für die Entwicklung ein feuchtwarmes Klima. Ist es zu nass, verfaulen sie noch bevor sich eine Blüte bildet, ist es zu heiß, vertrocknen die Knospen.

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