Stadt präsentiert den Vorentwurf
Veloroute Nummer eins: Fast ohne Halt bis Telgte radeln

Münster -

Für 3,87 Millionen Euro baut die Stadt Münster eine Veloroute von der Promenade bis zur Stadtgrenze bei Telgte. Das stadtweit bedeutende Projekt wurde jetzt zum ersten Mal präsentiert – doch echtes Interesse zeigten nur die Handorfer.

Mittwoch, 10.07.2019, 18:00 Uhr
Blick vom Bohlweg über den Ring auf die Ostmarkstraße: An der Nordseite (links) ist eine zweispurige Fahrradstraße geplant. Foto: Stadt Münster

Die Stadt stellt den Vorentwurf ihrer ersten Veloroute vor, und keiner geht hin – außer den Handorfern. Die waren bei der öffentlichen Bürgerinformation klar in der Mehrheit. Denn die dreistündige Veranstaltung fand im „Handorfer Huus“ statt, und nur im Handorfer Ortskern ist der Streckenverlauf noch nicht endgültig geklärt. Vor allem aber dürfte die hitzige Bürgerinformation zum Ausbau der B 51 nachgewirkt haben: Die Handorfer rechnen langfristig mit einem Verkehrskollaps – und sind deshalb auch in Sachen Veloroute extrem sensibilisiert.

Dabei ist das Projekt von stadtweiter Bedeutung. Schließlich hat die erste von 13 geplanten Velorouten Signalwirkung : Die Strecke nach Handorf und weiter nach Telgte ist eine klassische Ausflugsroute und zugleich eine wichtige Verbindung in den Stadtbezirk Ost sowie zum Waldfriedhof Lauheide. Gerhard Rüller vom Tiefbauamt, Verkehrsplaner Johann Kuhn sowie Daniel Ebbers und Svenja Gast vom Büro „Isaplan“ stellten die Details vor.

Größerer Umbau für Kreuzung Bohlweg/Ring

Geplant ist eine durchgängig beleuchtete, komfortable und sichere Route von der Promenade über Bohlweg, Dieckstraße, Schleuse, Boniburger Wald, Handorf und Kötterstraße bis zur Stadtgrenze. Der Fahrradverkehr ist grundsätzlich bevorrechtigt, Kraftfahrzeuge haben allenfalls Gastrecht. Das hat vor allem für den innerstädtischen Bereich der Strecke erhebliche Konsequenzen: Bohlweg und Dieckstraße werden zu Fahrradstraßen. Das heißt, den Radfahrern gehört die rot gefärbte Mitte, Fußgänger bekommen an den Seiten mehr Platz, Kraftfahrzeuge müssen sich zurückhalten und etliche Parkplätze am Straßenrand werden entfallen. Man habe besonders an der Dieckstraße die Zahl der parkenden Fahrzeuge gemessen – der neue Parkstreifen werde die entfallenden Parkflächen kompensieren, heißt es. Davon sind nicht alle Anlieger überzeugt.

Nur an zwei Stellen zwischen Promenade und Stadtgrenze kann auf Ampeln nicht verzichtet werden. An der Dyckburgstraße gibt es künftig eine neue Fahrradampel, die bei Zweirädern sofort auf Grün stellt. Und der Kreuzung Bohlweg / Ring steht ein größerer Umbau bevor: Künftig wird der Ring an der Nordseite der Kreuzung von einer breiten zweispurigen Fahrradstraße gekreuzt. Radfahrer auf dem Weg nach Telgte müssen also nicht mehr die Ostmarkstraße überqueren. Die Ampel an der Piusallee entfällt.

Veloroute für rund 3,87 Millionen Euro

Der Streckenverlauf in Handorf ist höchst umstritten: Die Planer bevorzugen eine Variante durch die Straße „Kirschgarten“, kreuzen damit aber die Zufahrt der Grundschulen und kommen den beiden neuen Baugebieten in die Quere. Eine südliche Trasse hingegen würde den Bau einer neuen Wersebrücke erfordern oder ein Stück der Handorfer Straße nutzen: teuer das eine, verkehrsrechtlich kaum genehmigungsfähig das andere. Die Planer versprachen, die zahlreichen Anregungen der Anwohner zu bedenken.

Zeit und Kostenrahmen sind begrenzt: Die Veloroute nach Telgte wird rund 3,87 Millionen Euro kosten, sie sollte in vier Jahren fertig sein. 

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