Stadtforum zum „Leistbaren Wohnen“
Auf gutem Weg, aber nicht am Ziel

Münster -

Wie kann eine Stadt dafür sorgen, dass Wohnraum bezahlbar bleibt? Das Thema „Leistbares Wohnen“ bestimmte das fünfte Stadtforum am Donnerstag in der LBS. Internationale Wohnungsmarkt-Experten bescheinigten Münster dabei, durchaus einiges schon richtig gemacht zu habe.

Samstag, 06.07.2019, 08:00 Uhr
Nach mehreren interessanten Impulsreferaten internationaler Experten zum Thema Wohnen konnten sich die Teilnehmer selbst mit Ideen einbringen. Foto: Maria Conlan

„Leistbares Wohnen“ war Thema des fünften Stadtforums am Donnerstag. 80 interessierte Bürger hörten Impulsreferate und Diskussion der Experten, in der Arbeitspause konnten sie sich zudem selbst mit Gedanken und Wünschen einbringen.

Frank Demmer vom LBS-West-Vorstandsstab begrüßte die Teilnehmer im Konferenzsaal an der Himmelreichallee. Eingeladen hatte Oberbürgermeister Markus Lewe und Stadtbaurat Robin Denstorff zu dieser vierstündigen Ideenschmiede.

Austausch von Experten

Lewe bat um Ideen, wie die Stadt als europäisches Kulturgut voranzubringen sei. Sein Wunsch sei die Verbindung von Urbanität, Diversität und Freiraum für Begegnungen und dabei „soziale Hitze auszuhalten“.

OB Markus Lewe begrüßte die Teilnehmer.

OB Markus Lewe begrüßte die Teilnehmer. Foto: Maria Conlan

An Expertentischen saßen Fachleute zum Thema Wohnen von Initiativen, Vereinen, Unternehmen, Stadtverwaltung und Politik. Zu Beginn hielten externe Experte aus Wien, Zürich und Berlin Impulsreferate. Den Abend moderierten Prof. Dr. Klaus Selle und Prof. Kunibert Wachten vom Integrierten Stadtentwicklungsprozess 2030.

Diese Form des Austauschs lobten die Experten und sprachen auch in Sachen Stadtentwicklung davon, dass Münster auf einem guten Weg sei. Dr. Robert Korab stellte das Wiener Modell vor, wo jede zweite Wohnung eine dauerhafte soziale Bindung habe und diese Wohnungsförderung auf einer 100-jährigen Geschichte fuße.

Soziale Bodennutzung in Münster vorbildlich

Ziel sei die soziale Durchmischung der Bevölkerung und Breitenförderung statt Armenversorgung. Die soziale Bodennutzung in Münster bezeichnete Korab als vorbildlich.

Prof. Martin zur Nedden, ehemaliger Leiter des Deutschen Instituts für Urbanistik in Berlin, betonte, dass es wichtig sei, sich mit den Beständen zu beschäftigen und Qualitäten zu sichern, wobei auf demographische und soziale Mischung zu achten sei. Er bezeichnete es als Glück, dass Münster im Gegensatz zu anderen Kommunen ihre Wohnungsbaugesellschaft be halten habe.

Lisbeth Sippel aus Zürich stellte die Wohnungsgenossenschaft WOGENO vor, gegründet 1981 mit dem Ziel, langfristig preisgünstigen Wohnraum zu erhalten.

Den Königsweg gibt es nicht.

Prof. Dr. Klaus Selle

Ergebnisse online 

Selle begrüßte die lebendige Diskussion an dem Abend. Zu prüfen sei, wie die Anregungen auf Münsteraner Verhältnisse übertragen werden können. Den Königsweg gäbe es nicht. Es sei wichtig, preiswerten Bestand zu sichern und neue Wohnmodelle wie Alternativen gemeinschaftlichen Wohnens und Genossenschaften zu fördern.

„Die Musik spielt im Bestand“, wie ein Teilnehmer treffend formulierte. Die Ergebnisse werden online zur Verfügung gestellt. Am 29. August wird das Stadtforum mit dem Thema Wirtschaftsentwicklung fortgesetzt.  

Die Ergebnisse des Austausches wurden grafisch zusammengetragen.

Die Ergebnisse des Austausches wurden grafisch zusammengetragen. Foto: Maria Conlan

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