Prozess am Landgericht Münster
Eine Geschichte, viele Versionen

Münster -

Versuchte schwere räuberische Erpressung, so lautet die Anklage der Staatsanwaltschaft. Aber hat der 21-jährige Münsteraner wirklich einen 18-jährigen Bekannten mit einer Waffe bedroht? Wer von den am Mittwoch Befragten die Geschichte um Drogen richtig erzählt, muss das Gericht noch herausfinden.

Mittwoch, 12.06.2019, 18:40 Uhr aktualisiert: 12.06.2019, 18:47 Uhr
Landgericht Münster Foto: dpa

Ein Angeklagter, sieben Zeugen und viele Widersprüche: Vor dem Landgericht in Münster hat am Mittwoch der Prozess wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung begonnen, die einem 21-Jährigen aus Münster zur Last gelegt wird.

Er soll im Februar dieses Jahres in der Wohnung eines Bekannten in Hiltrup einem anderen Bekannten mit einer Pistole gedroht und nach dessen Portemonnaie und Cannabis verlangt haben.

Widersprüchliche Aussagen

Der vorbestrafte Angeklagte – selbst Drogenkonsument – sagte, er habe dem 18-jährigen Bekannten, der mit Gras deale, die Drogen wegnehmen wollen, auch damit dieser nicht erneut versuchen könne, seinem kleinen Bruder Gras zu verkaufen. Eine Pistole habe er nicht gehabt, vielmehr habe er in die Jackentasche des Bekannten gegriffen und statt Drogen ein Pistolen-Magazin herausgezogen.

Diese Version bestätigten zwar im Wesentlichen die Freundin des Angeklagten und der Mann, in dessen Wohnung sich das Ganze abspielt hatte – jedoch nicht, ohne sich in Details zu widersprechen.

Waffe oder keine Waffe?

Keineswegs sei dies so geschehen, sagte der 18-jährige Bedrohte, der Anzeige erstattet hatte. Der Angeklagte habe nach einem Wortgefecht eine Pistole aus dem Hosenbund gezogen, ihm vor das Gesicht gehalten und seine Geldbörse und Gras gefordert. Daraufhin sei er auf den Parkplatz gerannt, wo ein Freund im Auto auf ihn gewartet habe. Dieser sagte aus, das Pistolenmagazin unter dem Auto auf der Straße gefunden zu haben, wo der Angeklagte an der Beifahrertür gezerrt habe.

Ein Polizist, der bei der Festnahme des Angeklagten dabei war, berichtete, dass drei Tage vor der Tat ein Hinweis eingegangen sei, dass der Angeklagte im Besitz einer Waffe sei.

Nicht alle sagen die Wahrheit

Fest stand nach den Befragungen jedoch nur, dass nicht alle die Wahrheit gesagt haben können. „Will noch jemand seine Aussage korrigieren?“, fragte der Vorsitzende Richter deshalb mit Verweis auf die Folgen einer Falschaussage. Die Befragten blieben jedoch bei ihren Versionen. Mehr Licht ins Dunkel soll die Fortsetzung am 17. Juni bringen.

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