Wo sich Menschen treffen
Erstes von zehn Stadtforen zur Zukunft Münsters

Münster -

Um die „Vielfalt der Stadtteile“ ging es im ersten von zehn Stadtforen, das sich den Leitthemen der Zukunft widmet. Drei Experten gaben unterschiedliche Impulse.

Freitag, 17.05.2019, 08:00 Uhr
Die „Vielfalt der Stadtteile“ wird im Verlauf des ersten Stadtforums im Kinderhauser Bürgerhaus nach und nach auch bildlich dargestellt. Foto: Dirk Anger

Es ist ein neues Format, und es soll ein ertragsreiches werden, sagt Planungsdezernent Robin Denstorff am Mittwoch zur Begrüßung in der Agora des Kinderhauser Bürgerhauses. Vorne sitzen drei Experten als Impulsgeber, ihnen gegenüber findet sich mit rund 30 Vertretern an mehreren Tischen die Breite der Stadtgesellschaft, dahinter hören gut 100 großteils ehrenamtlich engagierte Münsteraner interessiert zu und dürfen später Fragen stellen.

Mit dem ersten von zehn Stadtforen nimmt der Zukunftsprozess „Münster-Zukünfte 20-30-50“ die nächste Etappe. Die zehn in diesem Rahmen für die Stadt identifizierten Leitthemen für das integrierte Stadtentwicklungskonzept sollen dabei in dieser für Münster neuartigen Form erörtert werden.

"Eine große Chance für Münster"

Zum Auftakt geht es passenderweise in Kinderhaus um die „Vielfalt der Stadtteile“. Denn die werden „gerade im Bereich des Wohnens eine wichtige Rolle übernehmen“, reißt Denstorff einen Aspekt an. „20 000 Menschen mehr bis 2030 – eine große Chance für Münster und keine Belastung“. Konkret geht es an diesem Abend aber um die Frage, wo sich die Menschen in ihren Stadtteilen und Quartieren treffen können. Welche Bedeutung haben öffentliche Räume als Begegnungs- und Identifikationsorte? Was ist für ihre Aufenthaltsqualität wichtig? Auf der Suche nach Antworten sollen die eingeladenen Experten Hinweise geben.

„Orte für Begegnung müssen immer anders aussehen“, betont etwa Katrin Reuscher, Leiterin des Projekts „Dritte Orte“, „aber sie zu entwickeln ist ähnlich.“ In dem von Land geförderten Projekt werden konkret Orte für Austausch und Begegnung entwickelt – eben die nach dem eigenen Zuhause und dem Arbeitsplatz sogenannten dritten Orte. Diese müssten niedrigschwellig, also ohne Konsumzwang sein, und vor allem über geeignete Öffnungszeiten verfügen, lautet Reuschers Forderung für diese Treffpunkte im Stadtteil. Sie vergleicht die dritten Orte mit einem Cocktail, bei dem alle Zutaten zusammengehören. „Eine einzelne Zutat tritt dabei in den Hintergrund.“

Legitimation der Bürgerinteressen

Wie Bürgerbeteiligung funktionieren kann und welche Fallstricke lauern, beschreibt Michaela Bonan, Ombudsfrau für Bürgerinteressen in Dortmund. Dabei gehe es auch um die Legitimation von Bürgerinteressen. Nicht immer sei das, was von einigen lautstark gefordert werde, auch tatsächlich der Wunsch der meisten Bürger. Es brauche deshalb eine Kulturwende in der Verwaltung sowie neue Instrumente des Austauschs und der Vernetzung. Mittler, quasi Verbindungsoffiziere zwischen Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft hat sie im Blick. Und natürlich müsse man mit den Menschen, die sich einbringen, ehrlich umgehen, so Bonan. „Oft hapert es daran, dass die Menschen nicht verstehen, warum es so lange dauert.“

Prof. Kerstin Gothe, ehemalige Fachgebietsleiterin am Karlsruher Institut für Technologie, legt ihren Fokus auf die Möglichkeiten, unterschiedliche Orte gänzlich neu oder temporär anders zu nutzen. So könne auch eine Zufahrtsstraße in die Stadt mit einer geeigneten Randbebauung neu und anders erlebt werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6617881?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Betrunkener 19-Jähriger wirft E-Scooter ins Hafenbecken
Nacht im Polizeigewahrsam: Betrunkener 19-Jähriger wirft E-Scooter ins Hafenbecken
Nachrichten-Ticker