Minister Pinkwart besucht Unternehmen
Dickes Wunschpaket geschnürt

Münster -

Wirtschaftsminister Pinkwart besucht den Handel. In Münster standen Zumnorde, Mukk und ein Geschäft von Westlotto auf der Liste. Der Mann aus Düsseldorf reiste mit einer langen Wunschliste zurück.

Mittwoch, 15.05.2019, 20:00 Uhr
Elke Brunne erläuterte Minister Pinkwart die Strategie des Spielwarengeschäftes. Foto: gh

Zu einem kurzen Spiel mit der Carrerabahn ließ sich Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart im Kinderkaufhaus Mukk schnell überreden. Elke Brunne, Geschäftsleiterin der Kinderwelt am Alten Fischmarkt, erläuterte dem Gast aus Düsseldorf nicht nur den Umgang mit den kleinen Flitzern. Die Online-Strategie des Spielwarengeschäftes, das inzwischen aufgrund seiner Vielfalt mit rund 60 000 Artikeln ein Dinosaurier unter den Spielwarenanbietern ist und seit dem Jahr 2012 am Alten Fischmarkt sitzt, war das Thema. „Man kann nicht stehen bleiben“, betonte Brunne. „Die Zeiten, dass wir mit Zettel und Stift in den Keller gehen, sind längst vorbei.“

Zuvor erläuterte Thomas Zumnorde die Strategie seines Schuhhauses, das heute 15 Prozent seines Umsatzes mit dem Onlinegeschäft verbucht – vor allem sonntags.

Pinkwart machte sich am Mittwoch beim stationären Einzelhandel in Münster schlau, wie dieser die Herausforderungen des Wandels meistert. Neben dem Schuhhaus Zumnorde und dem Spielwarengeschäft Mukk ließ sich der Minister auch die Vertriebsidee von Westlotto mit einem neuen Geschäftsmodell erklären.

Schuhhändler Thomas Zumnorde forderte zunächst aber mit deutlichen Worten, dass endlich ein fairer Wettbewerb zwischen dem Handel und den Online-Plattformen stattfinden müsse. Das Stichwort war die ungleiche Besteuerung. Es könne nicht sein, dass hier Gewinne anfallen, die nicht versteuert werden, so Zumnorde. „Da müssen wir ran“, stimmte Pinkwart ihm zu. „Das können wir nicht auf die lange Bank schieben.“ Der NRW-Minister drängte zu einheitlichen Lösungen auf europäischer Ebene, gab aber auch zu bedenken, dass Länder wie unter anderem Irland immer noch ausscherten.

Thomas Zumnorde informierte den Gast darüber, wie stationäres und digitales Business verknüpft werden.

Thomas Zumnorde informierte den Gast darüber, wie stationäres und digitales Business verknüpft werden. Foto: gh

Zumnorde sprach aber auch deutliche Worte zur Erreichbarkeit Münsters und zur mangelhaften Internetanbindung in der Innenstadt: „Wir brauchen Power.“ Pinkwart versprach, mit der Stadt zu reden.

Der Kaufmann vom Prinzipalmarkt betonte, dass zudem eine Dieselsteuer den Handel schmerze und sparte in seiner Wunschliste den gewünschten Ausbau des ÖPNV nicht aus. Pinkwart verwies auf Münsters neuen Hauptbahnhof, gleichwohl ist ihm bewusst: „Ein guter Bahnhof kann auch öfter angefahren werden.“ In diesem Zusammenhang kam der Schuhhändler vom Prinzipalmarkt auf den Ausbau der Bahnstrecke Münster-Lünen zu sprechen. Es werde befürchtet, so Thomas Zumnorde, dass dieser Ausbau auf der Strecke bleibt. „Wir können das mitnehmen“, so der NRW-Wirtschafts- und Digitalminister. Gleichwohl richtete Zumnorde seinen Blick noch auf das knapp 50 Kilometer entfernte Enschede kurz hinter der holländischen Grenze. Die dort regelmäßig stattfindenden verkaufsoffenen Sonntage sind auch Pinkwart bekannt.

Insgesamt betonte Pinkwart, dass es auf europäischer Ebene einen fairen Handel geben müsse.

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