Genossenschaftsversammlung „Unsere Münster-Energie“
Fledermausschutz: Windräder bleiben nachts abgeschaltet

Münster -

Zum Schutz der Fledermäuse bleiben die vier Windkraftanalgen der Bürgergenossenschaft „Unsere Münster-Energie“ in Roxel und Amelsbüren bis zum Herbst nachts weitestgehend abgeschaltet. Darauf einigten sich Stadt Münster und Genossenschafts-Vorstand nach der Auswertung von experten-Gutachten.

Dienstag, 30.04.2019, 15:00 Uhr aktualisiert: 30.04.2019, 17:46 Uhr
Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft (v.l.): Manfred Andresen, Dr. Veit Christoph Baecker, Prof. Dr. Theresia Theurl, Sebastian Henkel, Willi Radloff und Jörg Mengeringhausen, Foto: hpe

Die vier Windräder der Genossenschaft „Unsere Münster-Energie“ in Roxel und Amelsbüren werden zur Sicherheit der nachtaktiven Fledermäuse von Mai bis Oktober zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang bei schwachem Wind und Temperaturen über zehn Grad abgeschaltet. Darauf einigten sich jetzt der Vorstand der Genossenschaft und die Stadt Münster als zuständige Aufsichtsbehörde nach der Auswertung von Gutachten zum Schutz der Tiere besonders an den Anlagen in Roxel.

„Die einvernehmliche Lösung war uns wichtig, auch wenn die nächtlichen Abschaltzeiten für uns geschätzte Ertragsminderungen von rund 50.000 Euro im Jahr bedeuten. Aber wir haben als Bürgergemeinschaft für den Ausbau erneuerbarer Energien auch eine Verantwortung für den Artenschutz“, so Vorstandssprecher Dr. Veit Christoph Baecker am Montagsabend bei der Generalversammlung der Genossenschaft in der Mehrzweckhalle der Stadthalle Hiltrup.

Windiges Frühjahr hebt die Dividende

Die insgesamt 529 Anteilseigner an den vier Windkraftanlagen erhalten wegen der positiven Geschäftsentwicklung wie im Vorjahr eine Dividende von 3,5 Prozent, für 2018 bilanzierte die Genossenschaft ein „positives Jahr“, so Vorstand Manfred Andresen. Nach einem „windigen Frühjahr“ mit überdurchschnittlichen Erträgen verhagelte der Sommer mit durchweg schwachen Luftbewegungen die Jahresbilanz ein wenig.

Die Einspeisevergütung ging im Vergleich zu 2017 insgesamt um drei Prozent auf 1,872 Millionen Euro zurück. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres wehte es wieder kräftig und bescherte den Genossen ein Plus von 24 Prozent. „Hilfreich wäre, wenn es keinen heißen Sommer gibt“, so Andresen.

Überschuss von rund 235.000 Euro

Unter dem Strich schloss das Geschäftsjahr 2018 mit einem Überschuss von rund 235.000 Euro ab, deshalb gab es auch „grünes Licht“ für die Ausschüttung. Die Anteile zum Stückpreis von 500 Euro sind komplett vergriffen, Nachzeichnungen sind aktuell nicht möglich und eine weitere Aufstellung von Windkraftanlagen ist aktuell auch nicht geplant.

Die Genossenschaft wurde vor vier Jahren auf Initiative der Stadtwerke gegründet und besitzt die vier Windräder. Ziel ist es, Bürgern die Chance zu geben, sich aktiv und langfristig an der umweltfreundlichen Energieerzeugung zu beteiligen.

Neu im Aufsichtsrat ist Jörg Mengeringhausen, der Willi Radloff ablöst. Radloff zieht sich aus Altersgründen auf dem Führungsgremium der Genossenschaft zurück.

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