Politisches Forum „Mehr Mut zur Tat“ zum Euro
Deutsche lassen anschreiben

Münster -

Im gut gefüllten Saal des Franz-Hitze-Hauses hielt auf Einladung des politischen Forums „Mehr Mut zur Tat“ der Gründungsdirektor des „Flossbach von Storch Research Institutes“ und ehemaliger Chef-Volkswirt der Deutschen Bank, Prof. Dr. Thomas Mayer, einen Vortrag zum Thema „Hat der Euro eine Zukunft – und wenn ja, welche ?“

Dienstag, 26.03.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 26.03.2019, 12:00 Uhr
Diskutierten mit Prof. Thomas Mayer (2.v.r.) über die Zukunft des Euro – die Initiatoren des Politischen Forums (v.l.): Hans-Werner Kleindiek, Albert Lehmeyer, Nele Eggelsmann, Christoph Bertling, Hans-Peter Kosmider und Karl-Heinrich Sümmermann. Foto: pd

Mayer bestätigte zwar, dass die deutsche Wirtschaft vom Euro profitiert, weil es gegenüber den Euro-Ländern keine Aufwertungen mehr wie im D-Mark-Zeitalter gibt. Er wies aber daraufhin, dass die deutschen Unternehmen an die südeuropäischen Länder auf Pump verkaufen – wie ein Kaufladen, der anschreiben lässt. Ein Beispiel: Der italienische Käufer überweise Euros nach Deutschland, die italienische Bank habe diese Euros aber nicht mehr und verschulde sich in gleicher Höhe bei der EZB . Die Bank in Deutschland will die Euros nicht in Italien wegen der dortigen wirtschaftlichen Unsicherheiten anlegen, verleiht sie also an die EZB. Im Ergebnis entstünden im Trend ständig wachsende sogenannte „Targetsalden“ der EZB – das italienische Bankensystem sei bei der EZB mit knapp 500 Milliarden Euro verschuldet, das deutsche Bankensystem habe Forderungen an die EZB in Höhe von knapp einer Billion Euro.

In der Diskussion gab es Stimmen, die aus geopolitischen Gründen einen dauerhaften „Länderfinanzausgleich“ zu Gunsten der südeuropäischen Länder befürworteten. Es wurde aber deutlich, dass die wesentlichen Zusammenhänge von der deutschen Regierung kaum thematisiert würden, wie es in einer Pressemitteilung des Forums heißt. Das Ziel des Forums „Mehr Mut zur Tat“, einer überparteilichen Initiative von 100 Münsteranern, ist es, solche Fakten aufzubereiten, in die politische Diskussion zu bringen und mit Politikern darüber zu diskutieren.

Initiatoren sind unter anderen Christoph Bertling, Konstantin Burg, Fabio Crynen, Nele Eggelsmann, Hans-Werner Kleindiek, Hans-Peter Kosmider, Dr. Albert Lehmeyer, Moritz Piepel und Dr. Karl-Heinrich Sümmermann.

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