Demonstration in der Innenstadt
Rund 1000 Menschen protestieren gegen EU-Urheberrechtsreform

Münster -

Rund 1000 Demonstranten haben sich am Samstag am Servatiiplatz versammelt, um gegen die geplante EU-Urheberrechtsreform zu protestieren. Mit Plakaten und Spruchbändern beteiligten sie sich an der Kundgebung, zu der die Initiative „Save the Internet“ in 20 europäischen Staaten aufgerufen hatte.

Samstag, 23.03.2019, 14:47 Uhr aktualisiert: 23.03.2019, 14:56 Uhr
Der Demonstrationszug durch die Innenstadt startete am Servatiiplatz. Foto: Pjer Biederstädt

In Münster initiierten die Jungen Liberalen (Julis) die Demonstration. Elf weitere lokale Akteure, darunter die Jugendorganisationen der SPD , Grünen, und Linken, riefen als Mitveranstalter zum Protest auf. Die Europäische Union will mit der Reform, über die am kommenden Dienstag im EU-Parlament abgestimmt werden soll, das Urheberrecht an das Internet-Zeitalter anpassen. Das neue Regelwerk soll die Rechte an geistigem Eigentum schützen und für eine gerechtere Entlohnung der Urheber von Filmen, Musik und Texten sorgen.

Die Kritik der Demonstranten, die vom Servatiiplatz zur Abschlusskundgebung vor das Rathaus zogen, richtet sich vor allem gegen Artikel 13 der Reform. Der sieht vor, Online-Plattformen wie beispielsweise YouTube für das unbefugte Hochladen von geschütztem Material haftbar zu machen. Die zur Kontrolle benötigten Upload-Filter seien unzuverlässig und führten zu Zensur, weil die Filter auch legale Inhalte wie Zitate oder Parodien blockten, so die Protestler. Nach Meinung von Münsters FDP-Europakandidat Paavo Czwikla verzerrt der Artikel 13 den Wettbewerb zugunsten der großen Internet-Firmen.

Außerdem kritisieren die Reform-Gegner das geplante Leistungsschutzrecht für Presseverleger in Artikel 11. Tritt es in Kraft, müssen Internetdienste wie Google oder Twitter die Erlaubnis von Verlagen einholen, um ihre Texte zu verbreiten, und gegebenenfalls dafür bezahlen.

Die Demonstranten zogen zu einer Abschlusskundgebung auf den Prinzipalmarkt.

Die Demonstranten zogen zu einer Abschlusskundgebung auf den Prinzipalmarkt. Foto: Pjer Biederstädt

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