Abendvisite
Wenn Strahlen Leben retten

Münster -

Prof. Dr. Hans-Theodor Eich hat am Montagabend im Rahmen der Abendvisite, die unsere Zeitung gemeinsam mit dem UKM veranstaltet, vor zahlreichen Besuchern über den Organerhalt durch Strahlentherapie und den Einfluss auf die Lebensqualität gesprochen.

Mittwoch, 20.03.2019, 22:00 Uhr aktualisiert: 21.03.2019, 13:50 Uhr
Prof. Dr. Hans Theodor Eich (l.) sprach über den Organerhalt durch eine Strahlentherapie bei der Abendvisite unserer Zeitung, die Redaktionsleiter Ralf Repöhler moderierte. Foto: mfk

Die Strahlenheilkunde hat in Münster eine lange Historie. Vier der millionenschweren Geräte stehen im Universitätsklinikum ( UKM ), eines im St.-Franziskus-Hospital. „Und eigentlich ist der Bedarf noch größer“, sagt der Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am UKM, Prof. Dr. Hans Theodor Eich . Denn die Behandlungszahlen steigen rasant an. Allein am vergangenen Montag bekamen mehr als 150 Patienten eine für sie individuell zugeschnittene Strahlentherapie. Dazu zählen auch Kinder, das UKM bestrahlt die meisten in ganz Deutschland.

Prof. Eich sprach am Montagabend im Rahmen der Abendvisite, die unsere Zeitung gemeinsam mit dem UKM in den Räumen der Bezirksregierung Münster veranstaltet, vor zahlreichen Besuchern über den Organerhalt durch Strahlentherapie und den Einfluss auf die Lebensqualität. 95 Prozent seiner Patienten sind an Krebs erkrankt. Prostatakrebs, Brustkrebs, Darmkrebs, Knochen- oder Hirntumore. Aber auch Fersensporne oder Golfarme können durch Strahlentherapie behandelt werden.

Alle Krebspatienten werden interdisziplinär in einer Tumorkonferenz mit sämtlichen Fachbereichen besprochen. Dort wird auch festgelegt, ob eine Strahlentherapie sinnvoll ist.

Ein prominentes Beispiel für den Organerhalt durch Strahlentherapie ist der US-Schauspieler Michael Douglas, der an einem Zungengrund-Karzinom erkrankt war. Er hatte sich gegen eine Operation mit bleibenden Schäden im Gesicht und für eine alleinige Strahlenchemotherapie entschieden. „Der Tumor ist unter dieser alleinigen Strahlentherapie in komplette Remission gegangen“, sagt Eich.

Die häufigste Tumorform bei den Männern ist das Prostata-Karzinom. In einem solchen Fall entscheiden sich beispielsweise in den USA 90 Prozent für eine alleinige Strahlenbehandlung. Bei den Frauen ist der Brustkrebs die häufigste Tumorform. „Ein brusterhaltendes Therapiekonzept ist hier das Ziel“, sagt Eich.

Mitte Juni findet in Münster ein Kongress der Strahlentherapie statt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Münsters Strahlenprofessor die Eröffnung zugesagt. Spahn hatte geäußert, in den kommenden 20 Jahren gebe es gute Chancen, den Krebs zu besiegen. „Wir Mediziner glauben das zwar alle nicht. Trotzdem freuen wir uns über diese Aussage, denn jetzt muss der Herr Minister Geld in die Forschung stecken“, so Eich.

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