Dockland GmbH übernimmt Traditionsgaststätte
Pächterwechsel im „Kruse-Baimken“

Münster -

Walter Gertz zieht sich nach knapp vier Jahrzehnten aus der Gastronomie zurück. Am Sonntag ist sein letzter Tag als Pächter in der Gastronomie am Aasee. Die Dockland GmbH und Gastronom Axel Bröker übernehmen den Betrieb.

Freitag, 15.03.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 16.03.2019, 10:09 Uhr
Ein Pächterwechsel steht im Kruse-Baimken am Aasee bevor. Foto: Matthias Ahlke

Walter Gertz hatte  damals nicht vorgehabt, in die Gastronomie zu gehen. Seine Pläne als Betriebswirt sahen anders aus. Doch der Zufall wollte es, dass der gebürtige Billerbecker, der schon lange in Münster lebt, als Seiteneinsteiger später Wirtshausluft schnupperte und großen Gefallen an der Branche fand. Jetzt zieht der Pächter des Gasthauses „Kruse Baimken“ zwischen Promenade und Aasee nach 34 Jahren einen Schlussstrich.

Seinen Pachtvertrag möchte er nicht verlängern. Der 73-Jährige freut sich, dass der Betrieb von der münsterischen Dockland GmbH mit Thomas Pieper, Christof Bernard und Pitti Duyster sowie Gastronom Axel Bröker fortgeführt wird. Am Sonntag (17. März) steht Walter Gertz zum letzten Mal beim Frühschoppen im „Kruse Baimken“. Spätestens zum 1. Mai wollen die neuen Pächter die Gaststätte wieder eröffnen.

Handel mit Antiquitäten 

Nur seine persönlichen Bilder wird Walter Gertz  einpacken. Viele seiner Stammgäste hat ein Künstler im Laufe der Jahre auf kleinen Leinwänden verewigt. Diese Werke schmücken die Kneipe, die durch ihr rustikales, westfälisches Ambiente mit deftiger Küche Gemütlichkeit ausstrahlt. 

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Walter Gertz hört nach 34 Jahren auf, jetzt folgen Gastronomen, die ebenfalls schon in Münster Lokale betreiben. Foto: Matthias Ahlke

Bevor Walter Gertz vor knapp vier Jahrzehnten in die Gastrobranche einstieg, hatte er sich bereits in Fernost als Kaufmann selbstständig gemacht. Er knüpfte damals viele Kontakte, die er bis heute unter anderem für seinen Tassenvertrieb nutzt. Tausende Tassen hat der Münsteraner im Laufe der Jahrzehnte für den münsterischen Weihnachtsmarkt importiert. Diesen Geschäftszweig möchte er auch künftig pflegen. 

Kruse-Baimken ans Herz gelegt 

Durch seinen damaligen Handel mit Antiquitäten und mit Einrichtungen kam Walter Gertz dann aber in die Gastronomie. Er richtete die Gaststätte „Piano“ auf der Frauenstraße ein, die er dann auch noch fünf Jahre in eigener Regie betrieben hat. Und er machte seine Sache offensichtlich so gut, dass ihm „Kruse Baimken“ ans Herz gelegt wurde. Die Kneipe kannte er als Schlaun-Schüler, „weil wir immer zum ,Stadtbad Zoo’ fuhren“, erinnert er sich. Nur einen Biergarten gab es damals noch nicht.

Die Brauerei traute dem Münsteraner den Betrieb in dem markanten Gebäude zu, das zwar älter aussieht, aber erst 1949 gebaut wurde. Auf dem heutigen Grundstück befand sich früher ein Torhäuschen, an das das „Kruse Baimken“ erinnert. Dort musste jeder Zoll zahlen, der nach Münster hinein wollte.

Einer der ersten Biergärten in Münster

Walter Gertz löste das jugoslawische Restaurant „Adria“ ab und kehrte zum alten Namen Kruse-Baimken zurück. Er richtete den Biergarten ein, der heute das Aushängeschild der Kneipe ist. „Damals stand in Münster kein Stuhl auf einem Bürgersteig“, blickt der 73-Jährige zurück.

Nur den Biergarten am Pulverturm in der Promenade gab es schon. Die damals noch vorhandenen zehn Hotelzimmer mit einem Bad im Obergeschoss baute Gertz zu Gasträumen um. Zwischenzeitlich betrieb er auch noch neben dem Kruse-Baimken den Sudmühlenhof an der Werse, den später Hendrik Eggert übernommen hat  und der jetzt zu Wohnungen umgebaut wurde.

Die vielen Neueröffnungen der Gastronomie am Hafen bekam Walter Gertz in seinem Kruse-Baimken zu spüren. „Aber nur ein Jahr“. zieht er Bilanz. „Dann kehrten die Gäste wieder zurück.“ Gertz war es, der die Stadt darauf aufmerksam gemacht hat, dass vor allem im Sommer die Toilettenfrage am Aasee geklärt werden müsse.

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