Demonstrationen gegen Meuthen-Auftritt
Breiter Protest gegen die AfD in Münster

Münster -

Gegen einen Rechtsruck und für eine solidarische Gesellschaft: Mit diesem Ziel haben nach Polizeischätzungen mehr als 8000 Menschen gegen den Neujahrsempfang der AfD im münsterischen Rathaus demonstriert.

Freitag, 22.02.2019, 20:50 Uhr aktualisiert: 22.02.2019, 21:16 Uhr
Die Demonstranten versammelten sich unter anderem auf dem Prinzipalmarkt. Foto: Oliver Werner

Der örtliche Kreisverband begrüßte dort den Bundesvorsitzenden der Partei, Jörg Meuthen , als Ehrengast. Wie schon beim AfD-Empfang vor zwei Jahren hatte das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ wieder zu Protestveranstaltungen in der Stadt und einer abschließenden Großkundgebung auf dem Prinzipalmarkt aufgerufen. Bis zum Abend blieb es abgesehen von Sitzblockaden und einer aufgeheizten Stimmung weitgehend friedlich, so die Polizei.

Dem Protest gegen die AfD hatten sich SPD , Grüne, Linke, DGB sowie Kirchen, mehrere Initiativen und Jugendverbände angeschlossen. Die Kaufleute vom Prinzipalmarkt hatten an den Giebelhäusern Europaflaggen aufgehängt als Zeichen „für eine offene Gesellschaft und ein friedliches Europa“.

Meuthen: AfD nicht anti-europäisch

Vor rund 250 Gästen im Rathausfestsaal beklagte Meuthen, der Spitzenkandidat für die Europawahl ist, den Umgang mit seiner Partei. Er verwahrte sich gegen den Vorwurf, die AfD sei anti-europäisch. „Wir wollen den Laden reformieren.“

„Die AfD fordert für sich Rechte ein, die sie anderen nicht zugesteht“

In einem Friedensgebet in der benachbarten Lamberti-Kirche, veranstaltet von den christlichen Kirchen, hatte Stadtdechant Jörg Hagemann zuvor für eine „vielfältige und bunte Welt“ geworben.

Bei der Großkundgebung unweit des Rathauses warfen mehrere Redner der AfD einen rechtspopulistischen, teils radikalen sowie fremdenfeindlichen Kurs vor. „Die AfD fordert für sich Rechte ein, die sie anderen nicht zugesteht“, hieß es etwa von Seiten des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend.

Protest gegen AfD-Empfang in Münster

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  • Münster protestiert gegen den Neujahrsempfang der AfD im Rathaus.

    Münster protestiert gegen den Neujahrsempfang der AfD im Rathaus.

    Foto: Oliver Werner
  • Am Freitagnachmittag versammeln sich am Hauptbahnhof in Münster die ersten Demonstranten.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort.

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  • Demonstranten zeigen am Hauptbahnhof die ersten Plakate.

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  • Der Bahnhofsvorplatz ist am Nachmittag schon gut gefüllt.

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  • „Ein Licht für die AfD“ – eine Anspielung auf die ausgeschaltete Beleuchtung am Prinzipalmarkt beim letzten Neujahrsempfang der AfD in Münster vor zwei Jahren.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch am Servatiiplatz findet eine Kundgebung statt

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  • Sie steht unter dem Motto „United against Rechtsruck“.

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  • Die Polizei stellt am Syndikatplatz Sperren auf.

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  • Zum Rathaus-Innenhof wird es für Demonstranten keinen Zugang geben.

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  • Friedenslichter werden in der Kirche St. Lamberti entzündet.

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  • Friedensgebet in der St. Lamberti-Kirche

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  • Die Kirchenbänke sind gut gefüllt.

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  • Hunderte Friedenslichter brennen.

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  • Carsten Peters vom Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ spricht auf dem Prinzipalmarkt.

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  • Großkundgebung des Bündnisses "Keinen Meter den Nazis" auf dem Prinzipalmarkt.

    Foto: Oliver Werner
  • Demonstranten auf dem Prinzipalmarkt.

    Foto: Oliver Werner
  • Das Bündnis "Keinen Meter den Nazis" demonstriert auf dem Prinzipalmarkt.

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  • Großkundgebung des Bündnisses "Keinen Meter den Nazis" auf dem Prinzipalmarkt.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Demonstranten haben kreative Plakate dabei.

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  • Zahlreiche Demonstranten haben sich bereits bei der Hauptkundgebung auf dem Prinzipalmarkt eingefunden.

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  • Großkundgebung des Bündnisses "Keinen Meter den Nazis" auf dem Prinzipalmarkt

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  • Carsten Peters vom Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ auf dem Prinzipalmarkt.

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  • Die Demonstranten finden: Münster ist bunt!

    Foto: Matthias Ahlke
  • Demonstranten ziehen vom Hauptbahnhof zur Stubengasse

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  • Die Demonstrationen sorgen für Verkehrsbehinderungen.

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  • Ein Wagen mit Musikanlage begleitet die Demonstration.

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  • Die Tanz-Demo „Raven gegen Rechtsruck“ führt zur Stubengasse.

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  • Die Demonstranten haben sichtlich Spaß.

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  • Hunderte Menschen haben sich dem Protest angeschlossen.

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  • Die Polizei beaufsichtigt den Zug.

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  • Die Polizei bittet um Verständnis für Sperrungen.

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  • Die Tanzdemo ist auf dem Stubengassenplatz angekommen.

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  • Auf dem Prinzipalmarkt ist die Kundgebung in vollem Gange.

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  • Die Demonstranten sammeln sich au dem Prinzipalmarkt.

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  • Sie schwenken Fahnen und Luftballons.

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  • Blick auf die Bühne auf dem Prinzipalmarkt.

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  • Carsten Peters vom Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ glaubt, dass diesmal noch mehr Menschen da sind als 2017.

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  • Im Rathaus startet die Pressekonferenz der AfD.

    Foto: Oliver Werner
  • AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen (2.v.r.) sagte im Rathaus, die Stimmung sei insgesamt gereizter geworden. Viele Demonstranten untenliegen laut Meuthen einem Missverständnis über die AfD.

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  • Polizeikräfte schreiten gegen Demonstranten an der Stubengasse in Höhe Kaufhof ein.

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  • Großkundgebung mit Live-Musik auf dem Prinzipalmarkt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Demonstranten beweisen Kreativität bei der Gestaltung ihrer Plakate.

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  • Großkundgebung mit Live-Musik auf dem Prinzipalmarkt.

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  • Die Polizei hält die Demonstranten in dem Durchgang vom Dom zum Rathaus, dem Michaelisplatz, zurück.

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  • Klaviermusik im Rathausfestsaal: In zehn Minuten soll AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen reden.

    Foto: Oliver Werner
  • Jörg Meuthen beklagt den Umgang mit seiner Partei.

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  • Am 22. Februar demonstrieren in Münster Tausende gegen einen Rechtsruck Foto: Matthias Ahlke
  • Am 22. Februar demonstrieren in Münster Tausende gegen einen Rechtsruck Foto: Matthias Ahlke
  • Die Stimmung ist stellenweise aufgeheizt: Bei Kaufhof beispielsweise liefern sich rund 100 Demonstranten Schubsereien mit der Polizei.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am 22. Februar demonstrieren in Münster Tausende gegen einen Rechtsruck Foto: Matthias Ahlke
  • Auf dem Prinzipalmarkt wird Live-Musik gespielt.

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  • Die Musik von der Demonstration ist deutlich im Rathausfestsaal zu hören.

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  • Am 22. Februar demonstrieren in Münster Tausende gegen einen Rechtsruck Foto: Matthias Ahlke
  • Am 22. Februar demonstrieren in Münster Tausende gegen einen Rechtsruck Foto: Matthias Ahlke
  • Im Rathausfestsaal geht der AfD-Neujahrsempfang los.

    Foto: Oliver Werner
  • Am 22. Februar demonstrieren in Münster Tausende gegen einen Rechtsruck Foto: Oliver Werner
  • Ausgelassene Stimmung auf dem Prinzipalmarkt: Die Band Mr. Irish Bastard spielt, die Demonstranten tanzen und klatschen

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am 22. Februar demonstrieren in Münster Tausende gegen einen Rechtsruck Foto: Matthias Ahlke

Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts schaltete die Stadt diesmal die Außenbeleuchtung am Rathaus nicht ab. Vor zwei Jahren hatten ebenfalls 8000 Menschen gegen einen AfD-Empfang demonstriert . Münster ist für die AfD seit jeher kein gutes Pflaster. Bei der Bundestagswahl 2017 war die Domstadt der einzige von bundesweit 299 Wahlkreisen, wo die Partei unter fünf Prozent blieb.

Zufrieden mit dem Verlauf des Abends äußert sich die Stadt Münster. Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer: „Die Stimmung erschien zwar stellenweise etwas aufgeheizter als bei den zurückliegenden AfD-Veranstaltungen im Rathaus. Die lautstarken Proteste verliefen aber weitestgehend friedlich. Mein Dank geht an die besonnen auftretende Polizei, die ab Nachmittag den gesamten städtischen Gebäudekomplex hermetisch abgeriegelt hatte.“ Bereits seit dem Vortag hatte ein Sicherheitsdienst das historische Rathaus bewacht, um mögliche Sachbeschädigungen zu verhüten. 

Liveticker

Münster setzt ein Zeichen gegen die AfD: Liveticker von den Protesten gegen den Empfang im Rathaus

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