AfD-Neujahrsempfang
Kirchen und Kaufleute hissen Europaflaggen

Münster -

Am Tag des AfD-Neujahrsempfangs in Münster setzen die Kaufleute vom Prinzipalmarkt ein Zeichen für Dialog und Toleranz: Sie hängen Europaflaggen aus den Giebelhäusern.

Freitag, 22.02.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 22.02.2019, 12:23 Uhr
Die Europaflagge, die seit Donnerstag an der St.-Lamberti-Kirche gehisst wurde, misst stattliche elf mal drei Meter. – die christlichen Kirchen in Münster wollen so ein Zeichen für Toleranz setzen. Foto: Matthias Ahlke

An diesem Freitagnachmittag tobt in der münsterischen Innenstadt der Kampf der Meinungen: Die Gäste des AfD-Neujahrs­empfangs im Rathaus müssen sich dabei auf massive Proteste gegen den Kurs der rechtspopulistischen Partei einstellen. Gleich drei Gegenveranstaltungen sind bei der Polizei angemeldet worden. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts muss das Rathaus diesmal aber beleuchtet bleiben.

Auch die Kaufleute vom Prinzipalmarkt lassen die Strahler der Giebelhäuser anders als vor zwei Jahren brennen. Schließlich sollen die Europaflaggen, die sie am Freitag an ihren Häusern aufhängen wollen, am Abend deutlich sichtbar sein. Nicht als Protest gegen eine einzelne Partei, sondern um ein Zeichen für Europa zu setzen, wie es stellvertretend Andreas Weitkamp formuliert. „Wir sehen uns in der Verpflichtung, uns zu den Werten zu bekennen, für die wir stehen.“

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Der Prinzipalmarkt zeigt sich am Freitag im Zeichen Europas. Foto: Dirk Anger

Zeichen aus Stoff

Einstimmig haben sich nach Weitkamps Worten die Kaufleute vom Prinzipalmarkt für die Beflaggung pro Europa entschieden. Auch Unternehmen außerhalb der Innenstadt haben ihre Bereitschaft erklärt, dasselbe Signal an ihren Gebäuden zu setzen. Schon am Donnerstag ließ der Pfarrer von St. Lamberti, Hans-Bernd Köppen, eine elf mal drei Meter große Europaflagge an der Kirche aufhängen. „Wir beschäftigen uns nicht mit einzelnen Parteien, sondern mit Inhalten.“ Münster sei eine friedliche und tolerante Stadt. Menschen dürften nicht diskriminiert werden.

Mehr als 8000 Münsteraner protestieren gegen AfD-Neujahrsempfang 2017

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    Tausende AfD-Gegner waren auf den Prinzipalmarkt gekommen und setzten ein Zeichen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den Höhepunkten der Protestveranstaltung gehörte der Auftritt der Donots mit Sänger Ingo Knollmann.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende AfD-Gegner waren auf den Prinzipalmarkt gekommen und setzten ein Zeichen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zwischen Lambertikirche und Rathaus (hinten links) stand die Bühne.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tausende AfD-Gegner waren auf den Prinzipalmarkt gekommen und setzten ein Zeichen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tausende AfD-Gegner waren auf den Prinzipalmarkt gekommen und setzten ein Zeichen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tausende AfD-Gegner waren auf den Prinzipalmarkt gekommen und setzten ein Zeichen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tausende AfD-Gegner waren auf den Prinzipalmarkt gekommen und setzten ein Zeichen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Tausende AfD-Gegner waren auf den Prinzipalmarkt gekommen und setzten ein Zeichen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Schon lange vor der AfD-Veranstaltung waren viele Gegner in die City gekommen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den Höhepunkten der Protestveranstaltung gehörte der Auftritt der Donots mit Sänger Ingo Knollmann.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Für ein buntes Münster demonstrierten die Besucher.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den Höhepunkten der Protestveranstaltung gehörte der Auftritt der Donots mit Sänger Ingo Knollmann und Gast Nicolas Müller.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den Höhepunkten der Protestveranstaltung gehörte der Auftritt der Donots mit Sänger Ingo Knollmann.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den Höhepunkten der Protestveranstaltung gehörte der Auftritt der Donots mit Sänger Ingo Knollmann.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Schon lange vor der AfD-Veranstaltung waren am Nachmittag viele Gegner in die City gekommen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den Höhepunkten der Protestveranstaltung gehörte der Auftritt der Donots mit Sänger Ingo Knollmann.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den Höhepunkten der Protestveranstaltung gehörte der Auftritt der Donots mit Sänger Ingo Knollmann.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den Höhepunkten der Protestveranstaltung gehörte der Auftritt der Donots mit Sänger Ingo Knollmann.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Zwischen Lambertikirche und Rathaus (hinten links) stand die Bühne.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den Höhepunkten der Protestveranstaltung gehörte der Auftritt der Donots mit Sänger Ingo Knollmann.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
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  • Foto: Gunnar A. Pier
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  • Zu den Höhepunkten der Protestveranstaltung gehörte der Auftritt der Donots.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
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  • Zu den Höhepunkten der Protestveranstaltung gehörte der Auftritt der Donots mit Sänger Ingo Knollmann.

    Foto: Gunnar A. Pier
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  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den Höhepunkten der Protestveranstaltung gehörte der Auftritt der Donots mit Sänger Ingo Knollmann.

    Foto: Gunnar A. Pier
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  • Foto: Gunnar A. Pier
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  • Zu den Höhepunkten der Protestveranstaltung gehörte der Auftritt der Donots.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den Höhepunkten der Protestveranstaltung gehörte der Auftritt der Donots mit Sänger Ingo Knollmann.

    Foto: Gunnar A. Pier
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  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
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  • Zwischen Lambertikirche und Rathaus (hinten links) stand die Bühne.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu den Höhepunkten der Protestveranstaltung gehörte der Auftritt der Donots mit Sänger Ingo Knollmann.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
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  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

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  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner
  • Tausende Münsteraner protestierten friedlich gegen den AfD-Neujahrsempfang.

    Foto: Oliver Werner

In St. Lamberti findet am Freitag ab 16.30 Uhr ein ökumenisches Gebet für den Frieden in Münster und der Welt statt, zu dem das katholische Stadtdekanat, der evangelische Kirchenkreis und die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen einladen. Sie wollen so Zeichen für Toleranz, Dialogbereitschaft, Fremdenfreundlichkeit und die unantastbare Würde setzen.

Aufruf zur Anti-AfD-Demonstration

Die Kaufleute vom Prinzipalmarkt respektieren nach eigenen Worten, dass eine in Deutschland zugelassene und im Rat der Stadt Münster vertretene Partei einen Neujahrsempfang im Rathaus durchführt. Das halte man für ein Zeichen der offenen Gesellschaft, und es gehöre zum Verständnis von Demokratie. „Meinungsfreiheit gilt für die AfD wie sie auch für uns gilt“, hebt Andreas Weitkamp hervor. Zusammen mit Jan Eismann, Thomas Oeding-Erdel und Thomas Zumnorde hat er die Kampagne für europäische Werte auf den Weg gebracht.

Unterdessen rief am Donnerstag die SPD zur Teilnahme an der Anti-AfD-Demonstration auf. Auch „Fridays for future“ – Schüler und Studenten, die jeden Freitag in den Klimastreik treten – wollen sich anschließen.

Kommentar: Klarer Kurs mit Flagge

Münster ist eine gastfreundliche, offene Stadt – und gut damit gefahren. Deshalb ist es ein klares Werte-Bekenntnis der Kaufleute vom Prinzipalmarkt sowie weiterer Unternehmer und wohl auch vieler Privatleute, am Tag des AfD-Neujahrsempfangs die Europaflagge zu hissen. Weniger auf diese Partei einzugehen, als für die eigenen Werte einzutreten, zeigt nämlich die wahre Alternative zu tumben Parolen: Meinungsfreiheit, Achtung der Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit – für diese Grundwerte einer freien Gesellschaft können gar nicht genug blaue Fahnen im Stadtbild wehen. Wenn der Protest Tausender gegen die AfD friedlich bleibt, könnte Münster wieder positiv Schlagzeilen machen. Dabei hilft eine deutliche, aber nicht beleidigende Wortwahl. Von Dirk Anger

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