Aktion vom 11. bis zum 18. Mai
„Maria 2.0“: Aufruf zum Kirchenstreik

Münster -

Eine Gruppe katholischer Frauen aus Münster möchte mit einer Kirchenstreik-Aktion im Mai auf die „unerträglichen Zustände“ der Kirche aufmerksam machen und ihre Forderungen ausdrücken. Der Diözesanverband der kfd hat bereits seine Unterstützung zugesagt.

Dienstag, 19.02.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 19.02.2019, 19:25 Uhr
Bei einer Pressekonferenz im Pfarrzentrum Heilig Kreuz treten die Frauen von „Maria 2.0“ zum ersten Mal vor die Öffentlichkeit. Sie werben für eine einwöchige Kirchenstreik-Aktion im Mai, an der sich auch Männer beteiligen dürfen. Foto: Oliver Werner

Den Ausdruck „Geschlechterkampf“ weisen die Frauen von „Maria 2.0“ energisch zurück. Die geplante Kirchenstreik-Aktion im Mai wende sich zunächst an Frauen, weil gerade sie „die Benachteiligten sind, was Hierarchie und Verantwortung betrifft“, wie Sprecherin Barbara Bruns betont. Aber natürlich seien auch Männer dazu eingeladen.

Vom 11. bis zum 18. Mai soll weder eine Kirche betreten noch kirchlicher Dienst versehen werden. Wenn sich allein die Frauen daran hielten, würde viel Arbeit unerledigt bleiben, und die Kirchen wären ziemlich leer – davon zeigen sich die Gründungsmitglieder von „Maria 2.0“, die ihre Aktion am Dienstag im Pfarrzentrum Heilig Kreuz vorstellen, überzeugt. Sie betonen, dass sich ihre Kritik gegen die „allseits bekannten, unerträglichen Zustände“ der Amtskirche und ihre Strukturen richte, keineswegs gegen die Ortskirche, der man sich sehr verbunden fühle („unser Pfarrer ist super!“).

Idee in Lesekreis entstanden

Zugleich betonen die Frauen, dass es sich nicht um eine Aktion der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz handele. Die Idee sei Anfang Januar in einem Lesekreis entstanden, als ein aktueller Medienbericht das Fass zum Überlaufen gebracht habe. Die Missbrauchsfälle in der Kirche und die „andauernde Ausgrenzung von Frauen“ würden von den gleichen Strukturen begünstigt, meint Lisa Kötter .

Ein offener Brief der Gruppe an Papst Franziskus, in dem die Aufklärung der Missbrauchsfälle und ihrer Vertuschung ebenso gefordert werde wie der Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern, wurde in den Gottesdiensten der Gemeinde verlesen. Es habe viel Zustimmung von Frauen jeden Alters und sogar offenen Applaus gegeben – und nur vereinzelt kritische Anmerkungen.

Hoffen auf Unterstützung

Die Initiatorinnen hoffen nun, dass sich viele Menschen in ganz Deutschland ihrer Aktion anschließen – die Unterstützung durch den Diözesanverband der kfd ist ihnen bereits sicher. „Wir wollen nicht das Zentrum der Bewegung sein, wir wollen sie nur anstoßen“, sagt Lisa Kötter.

Der Kirchenstreik im Mai sei nicht als Ausstand gedacht. Sondern als Gelegenheit zu Gottesdienst und Information in etwas anderem Format.

Die Gruppe ist auch bei Facebook zu finden

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