Grippewelle
Sofortdiagnostik schon bei Verdacht

Münster -

Seit Tagen steigt die Zahl der Patienten, die mit Verdacht auf Influenza in die Notaufnahme des Universitätsklinikums Münster kommen. Das ergreift nun Maßnahmen.

Mittwoch, 20.02.2019, 09:00 Uhr
Prof. Philipp Kümpers, Leiter der interdisziplinären Notaufnahme am UKM. Foto: dpa

Nach einer kurzen Sitzung zwischen Vorstandsmitglied und Pflegedirektor Thomas van den Hooven und dem Leiter der interdisziplinären Notaufnahme, Prof. Philipp Kümpers , ergreift das Universitätsklinikums ( UKM ) mit sofortiger Wirkung Maßnahmen. Seit Mitte vergangener Woche stellten sich in der Notaufnahme viele Patienten mit typischen Krankheitssymptomen wie Fieber, trockenem Husten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemein starkem Krankheitsgefühl vor, so Kümpers. „Inklusive des Dienstags haben wir an allen Tagen in drei bis vier Fällen eine echte Influenza nachweisen können.“

Nach der ernsten Grippewelle im vergangenen Winter habe man aber Konsequenzen gezogen und den Ablauf in der Notaufnahme optimiert. „Als Konsequenz aus dem heftigen Verlauf im vergangenen Jahr bekommen Patienten mit sofortiger Wirkung bei Verdacht auf Grippe eine Schnelldiagnostik, eine komplette Laboruntersuchung sowie eine Röntgenaufnahme der Lunge, sofern eine Lungenentzündung vorliegen könnte. So können wir innerhalb weniger Stunden sagen, ob es sich um eine echte Grippeerkrankung handelt.“  

Auch für die stationären Patienten des UKM wird in Verdachtsfällen ab sofort eine Schnelldiagnostik angeordnet. Pflegedirektor Thomas van den Hooven glaubt, dass die sofortigen Maßnahmen geeignet sind, einer weiteren Ausbreitung der Grippe zumindest entgegenzuwirken. „Wir separieren diese Erkrankten von anderen Patienten und bekommen innerhalb kürzester Zeit aus unserer klinischen Virologie die Diagnose. Bestätigt sich die Grippeinfektion, werden schwere Fälle isoliert stationär versorgt, ohne relevante Vorerkrankungen werden Patienten aus der Notaufnahme nach Hause geschickt und wir verordnen Bettruhe.“

Insgesamt scheint das diesjährige Grippevirus nicht so aggressiv zu sein wie das der Saison 2017/18, wo laut Robert-Koch-Institut deutschlandweit neun Millionen Menschen grippe­bedingt einen Arzt auf­suchen mussten.

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